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06. Dezember 2012

Jadebuddha-Tempel

玉佛寺 Yùfósì (Jade + Buddha + Tempel)
玉佛禅寺 Yùfóchánsì (Jade + Buddha + Zen + Tempel) 

Sitzender Jadebuddha (1,95 Meter hoch) und Liegender Jadebuddha (95 Zentimeter lang)
(Foto:
Wikimedia; Foto: Wikimedia)

 
„Im Nordwesten der Stadt gelegen, zeigt sich der neue Tempel — im Gegensatz zu anderen Tempelanlagen — von außen in gelber Farbe. Im Inneren begegnen uns grau gekleidete Mönche mit ihren Essensschalen. Es ist eng im Innenhof, der Tempel wird von der Stadt zusammengepreßt, so scheint es. Durch einen Seitengang betritt man die Jadebuddhahalle, geht eine Treppe empor, die mit einem roten Läufer ausgelegt ist — auch eine Besonderheit. Der Tempelraum, in dem die kostbaren Statuen aufgehoben werden, wirkt mehr wie ein Zimmer, das große Ruhe ausströmt.

Der sitzende Jadebuddha gilt als eine der schönsten Buddhafiguren überhaupt, er ist ganz aus einem Stück weißer Jade geschnitzt. Mit dem Sitz ist er fast zwei Meter hoch. Wie schwer er ist, weiß man nicht. Man darf es auch nicht fragen, denn das bringt Unglück. Wie alt er ist, weiß man auch nicht, nur daß er 1882 aus Birma kam. Er sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen in seinem Glaskasten, die linke Hand ruht auf dem rechten Knie, die rechte Hand weist zur Erde –prächtig ist er eigentlich nur durch seinen Schmuck. Der Stein selbst wirkt eher grau, leichenhaft, umrahmt von Gold und rotem Holzschnitzwerk. Davor hängen rote Seidenbänder, und die Fransen der Lampen baumeln im sanften Luftzug. Von den Räucherkerzen geht ein Geruch aus, der in dem kleinen Raum fast Übelkeit erzeugt.

Auch der liegende Buddha ist ganz aus einem weißen Stück Jade gearbeitet. Er liegt auf seiner rechten Seite, der Kopf ruht auf dem rechten, angewinkelten Arm. Diese Ruhelage symbolisiert seinen Tod, den Eintritt ins Nirwana.

Das schönste Stück im Tempel, so schien es mir, ist ein hölzerner Buddha in Wabenhonigfarbe aus der Ming-Dynastie (1368-1644).“
(Max Kruse: Eine Reise von Peking bis Kanton. München: Prestel, 1986. ISBN 3-7913-0718-5)
 
Während der Regierungszeit des Qing-Kaisers Guāngxù (光緒, 1875 - 1908) unternahm der Mönch Huìgēn (慧根) von der heiligen Insel Pǔtuóshān (普陀山), eine Pilgerreise nach Birma. Dort durfte er mit Erlaubnis des birmanischen Königs und mit Hilfe von Überseechinesen fünf große Jadeblöcke brechen, aus denen Buddhafiguren geschaffen wurden. Zwei der Statuen brachte Hui Gen zurück nach Shanghai und ließ dort mit Spendengeldern einen Tempel errichten.
 
Das relativ junge Shànghǎi (上海) besaß im 19. Jahrhundert nur wenige Tempel. Umso mehr gab es in den benachbarten Städten Sūzhōu (苏州) und Hángzhōu (杭州), in denen wohlhabende Gutsbesitzer zu Hause waren, denn die Klöster und Tempel lebten hauptsächlich von den Spenden ihrer Besucher.
 
Die Schätze des Tempels überlebten die Kulturrevolution (文革 wéngé; 1966 - 1976) durch einen Trick der Mönche, die große Mao-Bildnisse über die Doppelflügeltüren geklebt und so ein Aufbrechen verhindert haben sollen.
 
buddhistische Schlüsselbegriffe
Amitabha अमिताभ - Bodhidharma बोधिधमृ - Bodhisattva बोधिसत्त्व - Bonze 坊主 - Buddha बुद्ध - Buddhismus 佛教 - Daibutsu 大仏 - Dalai Lama ཏཱ་ལའི་བླ་མ་ - Dickbauch-Buddha 笑佛 - Drei Religionen 三教 - Jadebuddha-Tempel 玉佛禅寺 - Jizo 地藏 - Kannon 観音 - Lama 喇嘛, Лам, བླ་མ - Maitreya मैत्रेय - Om mani padme hum ॐ मणिपद्मे हूँ - Pagode 塔 - Pantschen Lama པན་ཆེན་བླ་མ་ - Reines Land 净土 - Zehn Ochsenbilder 十牛圖 - Zen ध्यान - Zengarten 枯山水
 

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