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06. Dezember 2012

Inseln der Seligen

仙島 xiāndǎo (unsterblich + Insel)
海外仙岛 hǎiwài xiāndǎo (Meer + draußen + unsterblich + Insel)
 
蓬萊仙島
Péng​lái xiān​dǎo
Penglai-Inseln
(Bild: Wikimedia)
 
„Seit den Fürsten Wei (reg. 378 - 343 v.Chr.) und Xuan (reg. 342 - 324) und dem König Zhao (reg. 311 - 279) von Yān [燕] fing man damit an, Leute aufs Meer hinauszusenden, um nach den drei Geisterbergen Pénglái [蓬莱], Fāngzhang [方丈] und Yíngzhōu [瀛洲] zu suchen, die angeblich im Bóhǎi-Meer [渤海] liegen sollen. Sie sind gar nicht weit von den Menschen entfernt, das Schlimme besteht nur darin, dass [meist] in dem Augenblick, da man sie beinahe erreicht hat, das Schiff von einem Wind erfaßt und weggetragen wird.
 
Einmal aber gab es [Schiffsleute], die ganz nahe herankommen konnten. [Da sahen sie, dass] auf den Inseln nur ‘Unsterbliche’ ([仙人] xiānrén) wohnen, die die Medizin des ewigen Lebens erlangt haben. Alle Wesen dort, Vögel und Tiere, sind von klarstem Weiß, die Paläste und Tore aus reinstem Gold und Silber. [Die Schiffsleute] waren aber noch nicht gelandet, sondern sahen all das nur in wolkenhafter Ferne. Als sie wirklich angelangt zu sein glaubten, versanken jedoch die drei Geisterberge im Wasser, und ein ihnen entgegenblasender Wind trieb das Boot ab. Sie gelangten niemals wieder dort hin.“ 
(Geschichtswerk Shǐjì [史記], zitiert nach Wolfgang Bauer: China und die Hoffnung auf Glück.  München: Hanser, 1971)

Der große Weltozean, der nach chinesischer Vorstellung die Neun Kontinente [九州 Jiǔzhōu] umschloss, erschien gesprenkelt mit Stätten des puren Glücks. Mit peinlicher Genauigkeit ihre Größe und Lage beschrieben, sodass es nicht schwer fiele, eine Karte von diesen Inseln zu zeichnen. Die Entfernungen nahmen freilich immer mehr astronomische Ausmaße an und waren daher nicht mehr erreichbar.

Zur Zeit des ersten Kaisers Qín Shǐhuáng  (秦始皇) hatten die Zauberpriester (方士 fāngshì) am Hof die Aufgabe, das Kraut der Unsterblichkeit für den Kaisers zu finden, der durch viele Attentate eine manische Todesfurcht hatte. Trotzdem begann er sehr früh, vermutlich kurz nach seiner Thronbesteigung im Alter von 13 Jahren, mit dem Bau seiner gewaltigen Grabanlage.

Nach alter Überlieferung sollte das Kraut der Unsterblichkeit auf den Inseln der Seeligen im Ostchinesischen Meer zu finden sein. Dorthin sandte der Kaiser eine Flotte mit fünfhundert jungen Männern und fünfhundert jungen Frauen. Diese ließen sich vermutlich auf den japanischen Inseln nieder und so wartete der Kaiser bis zu seinem Tod auf ihre Rückkehr.
 

Das heutige Péng​lái ist eine Stadt in der ostchinesischen Provinz Shāndōng (山东)
(Foto: Wikimedia)
 
 

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Inseln der Seligen 仙島 - Pfirsichblütenquell 桃花源記 - Reines Land 净土 - Shangri-La 世外桃源

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