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05. Dezember 2012

Ikebana

生花 ikebana (lebende Blumen - Zusammensetzung aus hana = Blume und ikeru = lebendig erhalten)
華道 kadō (Blumenweg)

„Das Arrangement eines Straußes` ist im Fernen Osten nicht wie in Europa dem individuellen Geschmack überlassen. Die Europäer sind in dieser Beziehung wilde Naturkinder. Die Chinesen und Japaner haben eine Kunst daraus gemacht, um nicht zu sagen ein Mysterium, das lange und mühsame Studien verlangt. In der Tat, sie nehmen sogar die Hilfe von Konfutses Lehre selbst in Anspruch und arrangieren Blumen philosophisch, mit der gebührenden Berücksichtigung der aktiven und passiven Prinzipien der Natur und nach gewissen traditionellen Regeln, die eifersüchtig von den verschiedenen Blumenschulen gehütet worden sind. ... Eine ‘Blumenkomposition’ muß aus drei Reislein bestehen, das längste in der Mitte, meist gebogen, ein zweites, halb so lang, auf der einen Seite herauswachsend, und ein drittes, viertel so lang, auf der andern.
 
Um die rechte Beugung zu erhalten, werden die Zweige über einem Kohlenbecken erhitzt oder auch mit Hilfe von Drähten oder von anderen Vorrichtungen in der Lage gehalten. Was man auch immer über die sogenannte Blumen’philosophie’ denken mag, der Leser wird zum mindesten die Bekanntschaft mit einer anmutigen und schwierigen Kunst machen und mit einem merkwürdigen Kapitel der Geschichte des menschlichen Geistes. Lineare Wirkungen und ein gewisses Gleichgewicht oder bestimmte Proportionen, durch ausgeklügelte Unregelmäßigkeiten erzielt, bilden die Grundnote und Dominante des japanischen Blumenarrangements. Das leitende Prinzip ist nicht die Harmonie der Farben.

Ein enthusiastischer Beurteiler, der bis über die Ohren in alles, was Japan betrifft, verliebt ist, ist der Ansicht, daß das japanische lineare Arrangement von Zweigen und Blättern ‚unendlich hoch über der barbarischen Häufung von Farben steht, die das Wesentliche der entsprechenden Kunst im Westen ist’.“
(Basil Hall Chamberlain: ABC der japanischen Kultur. Ein historisches Wörterbuch. Zürich: Manesse)
 
Der Feldherr Toyotomi Hideyoshi (豊臣秀吉) rief am Vorabend einer Schlacht seinen Teemeister Sen no Rikyū (千利休; 1522 - 1591) und hieß ihn, eine Teezermonie zu zelebrieren. Dazu gehört auch Ikebana. Zu kunstvollem Arrangement blieb aber keine Zeit. Rikyu nahm eine Irisblüte, befestigte an ihrem Stiel mit einem kleinen Messer einige Irisblätter und warf das Ganze in eine Vase. Es war ein Meisterwerk.
 
 
Blumenstecken wird im Westen eher als vornehmer Zeitvertreib für Damen betrachtet. Auch Japaner bewerten das Ikebana übrigens nicht viel anders, obwohl die Unterweisung in dieser Kunst und die Erlangung entsprechender Zertifikate ein Milliarden-Geschäft ist.
 
 
Während im Westen die Anzahl und Farbe der Blumen betont und hauptsächlich die Blüten beachtet werden, betonen die Japaner die linearen Aspekte der Anordnung. Die gesamte Struktur des Ikebana basiert auf den drei Punkten Himmel, Erde und Mensch.

 

Bonsai 盆栽 - Ikebana 生花 - Origami 折り紙


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