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05. Dezember 2012

Ijime

虐め ijime (vom Verb いじめる ijimeru = quälen)
 
ijime
 
„Die zwölfjährige Akiko Uemura war beliebt, lustig und lernte gut in der neuen Schule – bis ihre Mutter erstmals zu einer Elternveranstaltung erschien. Von diesem Zeitpunkt an wurde das Leben für das Mädchen derart zur Hölle, dass sie sich das Leben nahm. Akiko hinterließ einen handgeschriebenen Zettel in ihrer Federtasche. Darauf stand: ‚Besser tot als eine philippinische Mutter.’“
(Angela Köhler: Der Horror hat einen Namen. „Ijime“ heißt das Mobbing in Japans Schulen. Die Rheinpfalz, 22. November 2010)
ijime
Japanische Kinder sind einem enormen Druck ausgesetzt. Die Gesellschaft verlangt Anpassung und intensives Pauken, damit Prüfungen bestanden werden, um später eine gute Arbeitsstelle besetzen zu können. So bleibt nur wenig Freizeit. Als Ausgleichsventil für diesen Druck suchen sich die Schüler mitunter einen Schwächeren, den sie quälen.
 
„Immer wieder finden sich Geschichten in den Zeitungen, daß Kinder Selbstmord begingen, weil sie den Druck und die Erniedrigung der Klassenkameraden nicht mehr ausgehalten haben. Allein 1984 waren es sieben belegte Fälle. Ein Mädchen, das ständig von seinen Mitschülern belästigt, beleidigt und verprügelt worden war, erhängte sich und hinterließ dabei die Notiz: „Laßt mich jetzt endlich in Ruhe.“ 
(Günter Ederer: Das leise Lächeln des Siegers. Econ, 1991. ISBN 3-430-12312-7)
 
Wer ist schuld?

Die meisten Kinder, die sich selbst das Leben nehmen, entschuldigen sich mit Abschiedsbriefen bei ihren Eltern und nennen die Schikaneure beim Namen. Sie seien unendlich müde und einsam. Es kommt dann oft zu Nachahmungstaten und es beginnt das rituelle Rätselraten, warum die Kinder weder zu Eltern noch zu Lehrern Vertrauen gehabt hätten.

Die Lehrer haben es mit einem Klassendurchschnitt von vierzig Schülern zu tun. Psychologen weisen darauf hin, dass eigentlich jede Mutter alleinerziehend sei, weil den Vätern ihre Anwesenheitspflicht im Büro heilig ist. Den Lehrern bleibt es also überlassen, Kindern zu vermitteln, warum das Quälen von Schwächeren kein Gesellschaftsspiel ist.

Schikaniert werden vor allem Außenseiter, die zu groß, zu dick, zu begabt, zu ungeschickt, zu eigenwillig waren, um von den Cliquen geduldet zu werden.
 

Hikikomori 引きこもり - Ijime 虐め – Karoshi 過労死 - Otaku お宅

 

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