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05. Dezember 2012

Hong Gil Dong

홍길동,  洪吉童 Hong Gil Dong
 

„Nachdem Gildong die Tore seiner Vaterstadt hinter sich hatte, schlug er seinen Weg in der Richtung nach Süden ein und begann die dortigen hohen Gebirge zu erklimmen. Dort hausten viele Tiger, von denen er einige erlegen wollte, doch diese schienen sich vor ihm zu fürchten, und ihm aus dem Wege zu gehen, so dass er ungefährdet bis zur höchsten Spitze vordrang und hier Rast machte. Er freute sich darüber, dass er fern von den Menschen und ihren ungerechten Gesetzen, dafür aber mit Kräften ausgerüstet war, welche andern Sterblichen fehlten.

Er ließ seine Blicke umherschweifen und glaubte in dem Nebel ein großes Steintor zu erkennen, welches in einen Felsen gehauen war. Er ging näher und sah, dass er sich nicht getäuscht hatte – ein mächtiges Steintor, dessen eine Seite unverschlossen war, stand vor ihm; er öffnete es ganz und sah sich vor einer großen, rings von hohen Gebirgen eingeschlossenen Ebene. Auf derselben tummelten sich viele Pferde, ungefähr zweihundert Stück und eine große Schar bewaffneter Männer war mit denselben beschäftigt. Als diese den Jüngling erblickten, stürzten sie sich, augenscheinlich nicht in der besten Absicht, auf ihn und fragten ihn nach seinem Namen und seinem Vorhaben, nachdem sie sich seiner Person bemächtigt hatten. ‚Ich bin sehr erstaunt hier Menschen anzutreffen,’ antwortete Gil, ‚ich heiße Hong Gildong, bin der natürliche Sohn Hong Pansas und da ich mir weder die Ungerechtigkeiten der Erwachsenen, noch die Spöttereien der Kinder länger gefallen lassen wollte, gedachte ich den Menschen für immer Lebewohl zu sagen und mich in diese einsame Gebirgsgegend, die ich unbewohnt glaubte, zurückzuziehen. Wer aber seid ihr, die ihr hier so allein lebt? vielleicht führt uns gleiches Leid zusammen?’

‚Man nennt uns Diebe,’ erwiderte derjenige, der ihm der Anführer der Bande zu sein schien, ‚aber’ fuhr dieser fort, ‚wir nehmen nur den Beamten, welche das Volk durch ungerechte Erpressungen quälen, das Blutgeld wieder ab. Wir sind stets bereit, den Armen und Unterdrückten zu helfen, aber niemand darf unser Lager lebend verlassen, ohne einer der unsrigen geworden zu sein. Um dies jedoch zu werden, muss er uns erst beweisen, dass er Mut und Kraft besitzt. Bist du nun im Stande diese Proben glücklich zu bestehen, sollst du in unsere Mitte aufgenommen werden, wenn nicht, musst du sterben. …

Gildong war nun sehr begierig seinen neuen Kameraden auch Proben seines Mutes zu zeigen. Und dazu bot sich sehr bald eine Gelegenheit dar. Seine Genossen beklagten sich, dass es ihnen trotz aller verschiedenen Versuche nicht gelungen war, einen in der Nähe stehenden Buddhistentempel zu berauben. Diese Tempel sind gewöhnlich nichts weiter als eine Art Vergnügungsort der vornehmen Beamten, wohin diese sich zu Zeiten begaben, um zügellosen Schlemmereien zu frönen.

Sie erlaubten den Priestern das Volk mit unaufhörlichen Erpressungen zu quälen, bis jene dadurch sehr reich geworden. Alle Versuche der Räuber ihnen diese unehrlich erworbenen Reichtümer wieder abzunehmen, scheiterten an der großen Wachsamkeit der Priester und an der sehr guten Befestigung des Tempels. Gildong nahm sich daher vor, dieses Vorhaben siegreich zu Ende zu führen oder dabei sein Leben zu lassen.“
(H.G. Arnous: Korea. Märchen und Legenden nebst einer Einleitung über Land und Leute, Sitten und Gebräuche Koreas, 1896)

Hong Gil Dong wird als uneheliches Kind geboren. Nachdem sein Vater von einem Schamanen (무당, 巫堂 mudang) erfährt, dass sein Sohn verflucht sei, versucht er diesen zu töten. Entsetzt wendet sich Hong von seinem Vater ab und zieht hinaus in die Welt um Banditenanführer zu werden. Allerdings bestiehlt er nur die Reichen und verteilt seine Beute an die Armen. Dadurch steigt er schnell zu einem Volkshelden auf. Die Regierung versucht ihn zu verhaften, scheitert jedoch immer wieder. Deshalb wird ihm der Posten des Kriegsministers angeboten, den er auch annimmt. Nach kurzer Zeit erkennt er, dass er nichts gegen die Probleme des Volkes ausrichten kann. Der Verfasser Huh Gyun (허균) gilt heute als der Autor des ersten koreanischen Romans.

 

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