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05. Dezember 2012

Han Yu

韓愈 Hán Yù

768 - 824

(Bild: Wikimedia)

Der konfuzianische Gelehrte Hán Yù wurde vor allem durch eine beißende Denkschrift an dem Kaiser berühmt, der einen Fingerknochen des Buddha für ein paar Tage in seinem Palast aufzunehmen wollte.

Die konfuzianischen Beamten wurden durch das Verhalten des Herrschers entsetzt. 819 ließ der Tang-Kaiser Xiànzōng (唐憲宗 Táng Xiànzōng) in einem pompösen Aufzug den „Finger Buddhas“ aus dem Fǎmén-Tempel (法門寺 Fǎmén Sì) in die Hauptstadt bringen.

„Die Erregung der Massen, ausgelöst durch die Ankunft der Reliquie, die Beamtenschaft. Ein schluchzender Kaiser drängte sich mit seinem Volk auf den Straßen von Chang'an, um die kostbare Reliquie willkommen zu heißen. Ein Augenzeuge berichtet: Bei dieser Gelegenheit ‚schlug sich ein Soldat angesichts der Buddha-Reliquie seinen linken Arm ab, und während er ihn mit der Hand hielt, verbeugte er sich vor der Reliquie bei jedem Schritt; die ganze Zeit über spritzte sein Blut auf die Erde. Ganz zu schweigen von Unzähligen, die auf ihren Ellbogen und Knien dahinrutschten, sich ihre Finger abbissen oder die Haare abschnitten.’“

Hán Yù formulierte sein berühmtes Manifest angesichts dieser Massenhysterie, die den Untergang des Reiches anzukündigen schien. Er leitetete seine Denkschrift mit folgenden Worten ein:

„In Bescheidenheit unterbreite ich, daß der Buddhismus eine barbarische Lehre ist. Von der Zeit des Gelben Kaisers bis zur Zhou-Dynastie [周朝 Zhōucháo, 1122 bis 256] hatten die alten Könige lange Regierungszeiten, und das Volk genoß den Frieden. So war es vor dem Aufkommen des buddhistischen Glaubens. Dieser tauchte zum erstenmal unter Kaiser Han Mingdi auf. Danach änderten sich die Zeiten, es gab keinen Frieden mehr, nichts als Unruhen...

Buddha wurde als Barbar geboren, weder kannte er die Pflichten eines Ministers seinem Fürsten gegenüber, noch das Verhältnis des Sohnes zum Vater. Angenommen, Eure Majestät, er lebte noch heute und käme zum Hofe: Ihr würdet ihm eine kurze Audienz gewähren, vielleicht ein Staatsbankett geben, ihm ein Gewand zum Geschenk machen und ihn dann so schnell wie möglich unter Bewachung zur Grenze zurückbringen lassen, bevor er im Volk Unruhe stiften könnte. Deshalb kann nicht eingesehen werden, daß einem verwesten, verrotteten Knochen, der zu einer seit langem verstorbenen Person gehört, Respekt gezollt werden soll...

Ich bitte, diesen Knochen den maßgebenden Stellen zu übergeben, damit man ihn ins Wasser oder Feuer werfe, ferner, daß der buddhistische Aberglaube verboten werde, so daß die Unsicherheit Eurer Untertanen ein für allemal ein Ende hat und ihre Nachfahren vor Verwirrung geschützt sind...

Sollte der Buddha die Macht besitzen, uns zu schaden, schiebt alles auf mich. Ich werde mich nicht beklagen!“
(Ingetraut Anders: Buddhistische Schatzkiste voll von Geschichten, Berichten, Diskussionen für Klein und Groß. 1980. ISBN: 978-3569542143)

hanyu-famen

(Foto: Wikimedia)

Die Schrift wurde als äußerst respektlos aufgefasst. Der Kaiser war außer sich. Dennoch war die Macht des konfuzianischen Beamtentums so stark, dass Hán Yù dem Tod entging und lediglich in die südchinesische Provinz Guāngdōng [廣東] verbannt wurde.

 

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