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05. Dezember 2012

Hai Rui wird entlassen

海瑞罢官 Hăi Ruì bà guān

In China liebt man es, „Mit der Geschichte auf die Gegenwart zu zielen“, auch um die eigene Bildung als Ausweis moralischer Festigkeit ins Spiel zu bringen.
 
hairui-wirdentlassen
1961 verfasste der stellvertretende Bürgermeister von Beijing, Wú Hán (吴晗), ein Theaterstück mit dem Titel Hai Rui wird entlassen. Hǎi Ruì (海瑞) war ein Beamter, der den Kaiser wegen seiner Vernachlässigung der Amtsgeschäfte kritisierte und deshalb ins Gefängnis geworfen wurde.
 
Im November 1965 veröffentlichte ein kaum bekannter Kritiker in der Shanghaier Literaturzeitschrift Wénhuìbào (文汇报) einen Artikel „Über das historische Bühnenstück Hai Rui wird entlassen“. Der Verfasser war Yáo Wényuán (姚文元), der die Protektion von Maos Frau Jiāng Qīng (江青) genoß - angeblich weil er mit einer Mao-Tochter verheiratet war.

Das Stück wurde als Plädoyer für Verteidigungsminister Péng Déhuái (彭德怀) verstanden, der 1959 auf der Lushan-Konferenz (庐山会议, einem Treffen führenderr Parteigrößen) Mao kritisiert hatte und deshalb entlassen worden war. Wú Hán versuchte sich zwar mit Selbstkritiken zu retten. Doch vergeblich. Es begann das zehnjährige Unheil, das den unpassenden Namen Kulturrevolution (文化大革命 wénhuà dàgémìng) erhielt.
 
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海瑞
Hǎi Ruì
(1514 – 1587)
 
Der Ming-Kaiser Jiājìng (嘉靖) wollte sich ewige Jugend erhalten, verschrieb sich völlig dem Taoismus und kümmerte sich mehr als 20 Jahre nicht mehr um die Regierungsgeschäfte. Die Minister wagten aber nicht, den Kaiser an seine Pflichten zu erinnern. Hǎi Ruì aber war mutiger und verfasste 1565 einen Thronbericht, in dem er den Kaiser für seine nachlässige Amtsführung kritisierte. Weil er davon ausging, der Kaiser würde ihn nach der Lektüre seiner Eingabe köpfen lassen, kaufe er sich einen Sarg und nahm Abschied von seiner Frau.
 
Wie zu erwarten, war der Kaiser außer sich und ließ Hai Rui ins Gefängnis werfen, aus dem dieser erst nach dem Tod des Kaisers Jiājìng wieder freikam.
 

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