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22. Juli 2014

Geisterstädte

Chinesisch
鬼城 guǐchéng (Geist + Stadt)
死城 sǐchéng (sterben + Stadt)

Japanisch
ゴースト・タウン gōsuto taun (englisch: ghost town)
幽霊都市 yūrei toshi (Gespenst, Geist + Stadt)

„Mit dem Sonnenuntergang verschwinden die Straßen und Häuser in tiefer Finsternis. Die Laternen bleiben dunkel, keine Menschen laufen vorbei - der große Platz vor der Kirche in Schanghais Vorort Anting New Town [安亭新镇 Āntíng Xīn Zhèn] wird komplett von der Nacht verschluckt. Für die Menschen in der Gegend ist Anting eine deutsche Stadt [德国镇 Déguó Zhèn], weil sie von den Frankfurter Stadtplanern von Albert Speer & Partner (AS&P) entworfen wurde. Doch auch acht Jahre nach dem Einzug der ersten Bewohner leben dort kaum Menschen. Chinesische Medien sprechen schon von der deutschen Geisterstadt. Anting reiht sich damit in eine lange Liste ein. In China geht die Angst vor Geisterstädten um. Häuser und Apartments galten als gute Geldanlage, und so schossen im ganzen Land neue Vororte oder ganze Städte wie Pilze aus dem Boden. Aber nun warnt selbst das Parteiorgan ‚Volkszeitung‘ [人民日报 Rénmín Rìbào] vor einer gewaltigen Immobilienblase: ‚Aufgrund von schlechter Planung werden aus vielen neuen Städte im Endeffekt Geisterstädte.‘ Bereits 200 weitere Städte seien in Planung, kritisiert das Parteiblatt.“
(Stephan Scheuer in NTV vom 30. Dezember 2013: In China entstehen Geisterstädte)

Während in fast allen chinesischen Großstädten die Hauspreise in die Höhe schnellen und Wohnraum für viele Menschen nicht mehr bezahlbar ist, stehen ganze Vororte nahezu leer. Viele aus dem Boden gestampfte Orte müssen um Bewohner werben, denn ohne Schulen, Krankenhäuser oder Theater könnten die neuen Viertel kaum Menschen anlocken. Wenn aber niemand dort wohnt, eröffnen auch keine Geschäfte. Und wenn es keine Geschäfte gibt, will dort auch niemand wohnen.

Um Shanghai herum sind Neun New Towns (一城九镇yīchéng jiǔzhèn) nach verschiedenen europäischen Vorbildern (Niederlande, Schweden, Spanien, Italien, usw.) angelegt.

  • Die German Town Anting (安亭德国镇 Āntíng Déguó Zhèn) ist an der Weimarer Bauhaus-Tradition ausgerichtet. Für chinesische Verhältnisse sind die Eigentumswohnungen teuer. Es gibt wenige Geschäfte, Schulen und soziale Einrichtungen.
  • Thames Town (泰晤士小鎮 Tàiwùshì Xiǎozhèn) von Thames Town imitiert die Architektur eines englischen Landstädtchens. Zwar sind etliche Wohnungen verkauft, jedoch kaum genutzt, denn die Käufer sind der Ansicht, dass dadurch der Wiederverkaufswert sinken könnte. So wird der Ort hauptsächlich als Kulisse für Fotoaufnahmen genutzt.
  • Yújiāpù (于家堡), ein Stadtteil von Tiānjīn (天津), wurde als zentraler Finanzplatz geplant, kann jedoch mit den Metropolen Shanghai, Peking, Shenzhen und Hongkong nicht konkurrieren.
  • In der südchinesischen Stadt Dongguan (东莞, Provinz Guangdong) setzte man auf den Handel. Mit der New South China Mall (新华南MALL Xinhuánán MALL) wurde das größte Einkaufszentrum der Welt errichtet. Das Zentrum ist jedoch zu sehr auf die Erreichbarkeit mit dem Pkw ausgerichtet und leidet unter Käufermangel, sodass 98 Prozent der Verkaufsfläche unvermietet sind.
  • Mit der Entdeckung von großen Kohle- und Gasvorräten in der Inneren Mongolei wurde die Planstadt Kāngbāshí (康巴什新区) hochgezogen. Sie war für 300.000 Menschen geplant, wird aber nur von 5.000 Menschen bewohnt.

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