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17. Mai 2013

Galápagos-Syndrom

ガラパゴス現象 Garapagosu genshō (Galápagos + Syndrom)
ガラパゴス・シンドローム Garapagosu shindorōmu (Galápagos + Syndrom)
ガラパゴス化 Garapagosuka (Galápagos + verwandeln = Galápagosierung)

ガラパゴス諸島
Garapagosu shotō
Die Galápagosinseln sind eine vulkanische Inselgruppe im Pazifik.

„Liest man englische Artikel über Japan, trifft man gelegentlich auf das Kunstwort ‚Galapagosization‘. Galápagos? Genau, die Inseln draußen im Pazifik mit den berühmten Darwinfinken, die sich von Insel zu Insel unterschiedlich entwickelt haben.

Japan mit Galápagos gleichzusetzen ist dabei in der Regel der Versuch, bildlich darzustellen, dass in Japan die Uhren anders ticken. Ein Paradebeispiel in der Wirtschaft: Der Mobilfunkmarkt. Er ist einfach anders. Leute benutzen hier ihre Mobiltelefone anders — zum Beispiel ausgiebig zum Fernsehen, Shoppen (auf Seiten, die man nur auf Mobilfunktelefonen aufrufen kann) und zum bargeldlosen Bezahlen. Aus diesem Grund wurden dem iPhone [アイフォーン Aifōn] und Google Android [アンドロイド携帯 Andoroido Keitai] in Japan schlechte Chancen eingeräumt (was sich im Nachhinein als falsch erwies — beide Typen wurden sehr erfolgreich).“
(Matthias Reich: Japan - ein modernes Lesebuch. Bloggingbooks, 2013. ISBN: 978-3-8417-7045-5)

 

Warum Galápagos?

Japans Handys (ケータイ kētai) sind laut Professor Takeshi Natsuno (夏野剛), der an der renommierten Keiō-Universität (慶應義塾大学 Keiō gijuku daigaku) lehrt, endemische Spezies wie die Darwinfinken (ダーウィンフィンチ Dāwin Finchi), die Charles Darwin (チャールズ・ダーウィン Chāruzu Dāwin) auf den Galápagosinseln entdeckte, fantastisch spezialisierte und total verschieden von ihren Artgenossen auf dem südamerikanischen Festland.

Außerdem gibt es ein Tablet (タブレット taburetto) von Sharp (シャープ Shāpu) mit dem Namen Galápagos, das sich allerdings nicht gut am Markt behauptete.

„Der japanische Elektronikriese Sharp hat heute [27. 9. 2010] in Tokio zwei Tablets vorgestellt, die demnächst gegen das Apple iPad oder das WeTab antreten sollen. Beide Geräte tragen die Bezeichnung Galapagos und sind sehr ähnlich ausgestattet, nur die Displaygröße macht den Unterschied.“
(www.areamobile.de)

Während die internationale Konkurrenz schon längst Smartphones produziert hat, haben Japans Vorzeige-Konzerne zu lange an den andernorts schon beinahe obsoleten Feature-Phones festgehalten und so anderen Herstellern praktisch das Feld überlassen.

ガラパゴス携帯  Garapagosu keitai (Galápagos-Handy)
ガラパゴス・ケータイ  Garapagosu keitai (Galápagos-Handy)
ガラ・ケー  Gara kē (Galápagos-Handy; Abkürzung)
ガラパゴス・スマートフォン  Garapagosu sumātofon (Galápagos-Smartphone)
ガラ・スマ  Gara suma (Galápagos-Smartphone; Abkürzung)

„Anderes Beispiel: KitKat [キットカット KittoKatto]. Oder Fanta [ファンタ Fanta]. In so ziemlich allen Ländern dieser Welt ist KitKat ein geschichteter Keksriegel mit Schokolade drumherum. Der nach Keks und Schokolade schmeckt. Nur (?) in Japan lässt man sich nicht lumpen: Da gibt es auch die Geschmacksrichtungen grüner Tee [グリーン・ティー gurīn tī], Sojasauce [醤油 jōyu], Erdbeerkäsekuchen [ストロベリー・チーズ・ケーキ sutoroberī chīzu kēki], Süßkartoffel [紫芋 shiu], Kinako [きな粉, ein Sojabohnenmehl] und so weiter. Auch Fanta wartet mit vielen lustigen Sorten auf.“
(Matthias Reich: Japan. Bloggingbooks, 2013. ISBN: 978-3-8417-7045-5)

Das Galápagos-Syndrom beschreibt das Phänomen einer sich isoliert entwickelnden Gesellschaft. Es lässt sich verallgemeinernd sagen, dass nicht alles, was anderswo gern aufgenommen wird, auch in Japan Erfolg haben muss. Manchmal sind Waren nur in Japan erfolgreich, aber nirgendwo sonst.

Japan ist stolz darauf, eine Inselnation (島国 shimakuni) zu sein, an der Darwin seine Freude gehabt hätte.

 

Japan ist mit dieser Besonderheit konfrontiert, da immer weniger Japaner ins Ausland gehen. Aus dieser Lage entstehen neue Berufschancen für ausländische Arbeitnehmer, da eine Exportnation natürlich auswärtige Expertise braucht.

 

Galápagos-Syndrom ガラパゴス・シンドローム -

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