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Prof. Dr. Frank Rövekamp

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05. Dezember 2012

Gwangju

광주, 光州  Gwangju (Glanz + Stadt)
광주 광역시, 光州廣域市, Gwangju Gwangyeoksi
501 km²
1,4 Millionen Einwohner
2.826 Einwohner pro km²

gwangju

„Ich befand mich während jenes Vorfalls natürlich nicht in Gwangju, doch viele Menschen, die mir ihre Gastfreundschaft anboten, waren Zeugen jener Tragödie gewesen, an die sie sich mit tiefer Trauer und oft mit großem Zorn erinnerten.

‚Als ich an jenem Samstagnachmittag vom Einkaufen heimkam, geriet ich in einen großen Tumult‘, erzählte mir eine Augenzeugin. ‚Beim Näherkommen sah ich, wie Soldaten in einen Bus stürmten, den sie angehalten hatten. Nach einer Weile wurde mir klar, was sie taten. Sie durchsuchten den ganzen Bus nach Leuten unter dreißig Jahren. Sobald sie einen entdeckten, zerrten sie ihn aus dem Bus und schlugen auf ihn ein. Vor dem Bus übergaben sie ihn anderen Soldaten, die ihm die Hände hinter dem Rücken fesselten – mit Stacheldraht! Nach einer Weile hatten sie alle, nach denen sie suchten, aus dem Bus gezerrt, ließen ihn weiterfahren und hielten den nächsten an. Die Studenten wurden geschlagen und getreten, in einen ungekennzeichneten Laster gesteckt und wer weiß wohin gebracht.‘“
(Simon Winchester: Korea. Zu Fuß durch das Land der Wunder. München: Random House, 2006. ISBN 978-5-442-73472-6)

Das Gwangju-Massaker

Nach dem Attentat auf den regierenden Diktator Park Chung-hee (박정희, 朴正熙  Bak Jeong-hui) und nach dem Anschwellen der Demokratiebewegung wurde der landesweite Ausnahmezustand ausgerufen.

Im Mai 1980 fanden in Gwangju Demonstrationen gegen die neue Militärregierung statt. Diese Proteste entzündeten sich an der Schließung der dortigen Universität. Viele Bewohner der Stadt schlossen sich den Demonstrationen an. Daraufhin wurde die Stadt von der Armee abgeriegelt. Nachdem es bei Zusammenstößen erste Todesopfer gegeben hatte, stürmten einige Demonstranten Polizeireviere, um sich zu bewaffnen.

Am neunten Tag stürmte die Armee das Hauptversammlungszentrum der Demonstranten. Innerhalb von 90 Minuten hatte sie die Lage unter Kontrolle, dabei wurden mindestens 200 Demonstranten getötet, weitere 1.000 schwer verletzt und mehrere Tausend festgenommen. Nach Aussagen von Zeugen wurden die Gefangenen schwer misshandelt.

Der verantwortliche Armeechef Chun Doo-hwan (전두환 全斗煥 Jeon Du-hwan) übernahm 1981 das Präsidentenamt. Er behielt das Amt bis 1988, wonach eine allmähliche Aufarbeitung der Ereignisse begann.

Die Stadt Gwangju liegt im Südwesten von Südkorea und ist die Hauptstadt der Provinz Süd-Jeolla (전라남도, 全羅南道 Jeollanam-do), ist aber politisch eine eigenständige Einheit.

 

Stadtpanorama
(Foto: Wikimedia)

Einzige touristische Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Nationalmuseum, das seine Errichtung zwei Zufällen verdankt: Um 1400 versank vor dem Hafen Mokpo (목포, 木浦) ein Schiff, das chinesische Keramikwaren für Japan geladen hatte. Zunächst allerdings wusste die Fachwelt von diesem Schatz überhaupt nichts. Bis 1976 bei Antiquitätenhändlern plötzlich größere Mengen erlesener Porzellanwaren ungeklärter Herkunft auftauchten Rasch forschten die Behörden die Quelle aus, beschlagnahmten das Wrack, ließen seinen Inhalt bergen und bauten dafür dieses Museum.

 
광주 비엔날레 광주 민주화 운동
Gwangju Biennale Gwangju-Massaker
Die Gwangju Biennale (光州 Biennale), die 1995 erstmals stattfand, war die erste Biennale zeitgenössischer Kunst in Asien.
1. Biennale (1995): Beyond the Borders (Jenseits der Grenzen)
2. Biennale (1997): Unmapping the Earth (Dekartierung des Globus)
3. Biennale (2000): Man and Space (Mensch und Raum)
4. Biennale (2002): P_A_U_S_E (Pause)
5. Biennale (2004): A Grain of Dust A Drop of Water (Ein Staubkorn Ein Wassertropfen)
6. Biennale (2006): Fever Variations (Fieber Variationen)
7. Biennale (2008): On the Road / Position Papers / Insertions (Unterwegs, Positionspapiere, Einfügungen)
8. Biennale (2010): 10000LIVES (10 000 Leben)

Gwangju wird in der Welt stets mit einer Tragödie in Verbindung gebracht, denn hier hat sich die koreanische Politik durch ein Massaker ein für alle Mal verändert.

Das Gwangju-Massaker (Demokratiebewegung von Gwangju) entstand aus einer eskalierten Demonstration, die vom Militär brutal niedergeschlagen wurde.

Die koreanischen Studenten waren sehr USA-kritisch, sowie  Verfechter der Wiedervereinigung. Da sie Sympathie für Nordkorea zeigten, waren sie im Blickfeld der Sicherheitsorgane. Hinzu kam, dass die Herrschenden fast alle aus den Gyeongsang-Provinzen kamen und die Jeolla-Provinzen um Gwangju an den staatlichen Investitionsprogrammen kaum teilhatten.

(Foto des Friedhofs: Wikimedia)

 
 

Die traditionellen acht Provinzen Koreas (팔도, 八道 paldo)

8-chungcheong

충청
忠清
Chungcheong

8-gangwon

강원
江原
Gangwon

8-geonggi

경기
京畿
Gyeonggi

8-gyeongsang

경상
慶尙
Gyeongsang
Nord-Chungcheong
Süd-Chungcheong
Daejeon, Sejong
Gangwon
Kangwon
Kumggangsam
Gyeonggi
Incheon
Seoul
 Nord-Gyeongsang
Süd-Gyeongsang
Daegu, Ulsan, Busan
8-hamgyeong
함경
咸鏡
Hamgyeong

8-hwangae

황해
黃海
Hwanghae

8-jeolla

전라
全羅
Jeolla
8-pyeongan
평안
平安
Pyeongan
Nord-Hamgyŏng
Süd-Hamgyŏng
Rasŏn, Ryanggang
Nord-Hwanghae
Süd-Hwanghae
Kaesŏng, Pjöngjang
Nord-Jeolla
Süd-Jeolla
Jeju, Gwangju
Nord-P'yŏngan
Süd-P'yŏngan
Chagang, Namp'o, Sinŭiju

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