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05. Dezember 2012

Große Mauer

长城 Chángchéng (lang + Mauer)
万里长城 Wànlĭ Chángchéng (1.000 + Meilen + lang + Mauer)
中國長城 Zhōngguó Chángchéng (China + lang + Mauer)

 

„Dieses martialische Weltwunder zieht sich durch die nördliche Fortsetzung der Xishan-Berge. Aus der Ferne mutet es wie eine Kette aus Rolltreppen an, die übers Gebirge führen. Oder, poetischer, wie der Kamm eines Drachen, der China vor seinen Feinden schützen soll.“
(Stefan Schomann im Stern)
 
Kann man die Große Mauer vom Mond aus sehen?
 
Der deutsche Astronaut Ulrich Walter geht in seinem Astronauten-Buch einer brennenden Frage nach:

„Diese sehr oft gestellte Frage wird gelegentlich unrichtig formuliert, als: 'Kann man die Chinesische Mauer vom Shuttle oder von der Raumstation aus sehen?' Natürlich kann man die Chinesische Mauer von dort aus sehen!“
(Ulrich Walter: In 90 Minuten um die Erde. 1997. ISBN: 978-3800308767)

Walter stellt fest, dass sich aus der erdnahen Umlaufbahn alles, was größer ist als 30 Meter mit bloßem Auge erkennen lässt, deshalb natürlich auch die Große Mauer.

„Das bekannte Gerücht lautet aber vielmehr: 'Lässt sich die Chinesische Mauer als einziges menschliches Machwerk (inkl. Städte etc.) vom Mond aus sehen?' Da ich diese Frage (leider) nicht aus Erfahrung beantworten kann, habe ich mich an zwei meiner Apollo-Kollegen … gewandt mit der Bitte um Aufklärung:“

Eugene A. Cernan (Apollo 17, der letzte Mensch auf dem Mond)

„Es gibt keine vom Menschen geschaffenen Objekte, die aus der Distanz des Mondes gesehen werden können, weder mit dem bloßen Augen noch mit dem Einsichtgerät [Original: monocular], das wir auf Apollo mit uns hatten. ... Es sollte einem klar sein, dass die Erde, die [vom Mond aus] etwa viermal so groß wie der Mond erscheint, überzogen ist mit den Ozeanen und den Wolken, die sie als Ganzes überdecken. Vom Mond aus sehen wir die Erde, so wie Gott sie erschaffen hat, und keine von Menschen geschaffenen Objekte.“
(Ulrich Walter: In 90 Minuten um die Erde. 1997. ISBN: 978-3800308767)

Walter schließt mit folgendem Fazit: „Ich denke, damit ist diese bohrende Frage ein für alle Mal beantwortet.“
 
Woher stammt diese moderne Legende?

1893 wurde im US-Magazin „The Century“  - gut sieben Jahrzehnte vor dem ersten Mondflug - behauptet, man könne die Große Mauer mit bloßem Auge vom Mond aus sehen. Diese Mär lebte erneut im Jahr 1932 auf, als sie Robert Ripley in seinem Buch „Ripley’s Believe it Or Not“ (Ripley's Einfach unglaublich!) wieder aufgriff. In den 1950er Jahren hieß es gar in Joseph Needhams epochalen Werk „Science and Civilisation in China“, die Mauer gelte „als das einzige Werk von Menschenhand, das die Astronomen vom Mars sehen können".

Der Astronaut Neil Armstrong jedenfalls glaubte 1969 nach seinem „großen Schritt für die Menschheit" die Mauer zu erkennen, wobei sich später zeigte, dass er sich von Wolken hatte täuschen lassen. Nachdem Yáng Lìwěi (杨利伟 ), der erste Chinese im Weltall, 2003 erklärte, er könne die Mauer nicht sehen, ließen die chinesischen Schulbehörden diesen Unfug aus den Schulbüchern entfernen.
 
grobemauer-satellit
 
Satellitenaufnahme der Großen Mauer im Norden der Provinz Shānxī (山西) . Wenn die Mauer schon aus der Erdumlaufbahn kaum zu erkennen ist, wie soll man sie dann vom Mond aus sehen können?
(Foto: Wikimedia) Lizenz: gemeinfrei)

Wer hat die Mauer bauen lassen?
Auch wenn der Erste Kaiser Qín Shǐhuángdì (秦始皇帝; 259 - 210) gemeinhin als Erbauer der Großen Mauer angesehen wird, so zerstörte er in Wirklichkeit doch mindestens ebenso viele Befestigungsbauten, wie er errichten ließ. Ihre größte Bedeutung erhielt die Mauer unter der Ming-Dynastie (明朝 Míngcháo; 1368 - 1644). Aus dieser Zeit stammen auch die meisten Bauabschnitte, die heute noch zu besichtigen sind.
 
 

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