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05. Dezember 2012

Goldener Pavillon

金閣寺 Kinkakuji (golden + hohes Gebäude + Tempel)

„Golden funkelt der Tempel in der Sonne. Klick. Kiefernzweige bewegen sich leise im Wind. Klickklick. Das Spiegelbild des goldenen Pavillons glitzert im Wasser des kleinen Sees, im Hintergrund erheben sich majestätische Berge. Klickklicklick. Das malerische Panorama wird nur unterbrochen durch das andauernde Klicken unzähliger Digitalkameras.

Japanische Schulklassen, ausländische Reisegruppen und Touristen - für sie alle gehört ein Besuch des kinkakuji (Goldener-Pavillon-Tempel) zum Pflichtprogramm in Japans aller Kaiserstadt. Spezielle Guides in hellblauen Uniformen lenken die Besucherströme in geordnete Bahnen, sodass jeder an die Reihe kommt, um ein Foto für das Familienalbum zu schießen.

Der mit Blattgold überzogene Pavillon ist eines der meistfotografierten Motive in ganz Japan und raubt dem Rest des buddhistischen Tempels, der eigentlich Rokuonji (Rehgarten-Tempel) heißt, das ganze Rampenlicht. Und das alles wegen ein bisschen Blattgold? Nicht ganz - seine Bekanntheit verdankt das Bauwerk nicht zuletzt auch der Tatsache, dass er 1950 niedergebrannt wurde - und das auch noch von einem Mönch. Damit avancierte der Pavillon zum Symbol für den Untergang des alten Japan, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einsetzte.“
(Hans Sautter, Kerstin Fels und Andreas Fels: Japan. München: Bruckmann, 2007. ISBN: 978-3-76544471-5)


mishima-gingakuji

Der deutsche Übersetzer Walter Donat schreibt in seiner Einleitung zum Roman Der Tempelbrand von Mishima Yukio (三島 由紀夫; 1925 - 1970):

„Der hier ungekürzt übersetzte Roman baut seine Fabel auf den historischen Fall der Brandstiftung auf, durch die im Jahre 1950 das von jedem Kenner der japanischen Kunst höchst geschätzte alte Bauwerk ‚Kinkakuji’ (Die Goldene Halle) vollständig vernichtet wurde. Der Brand und seine Umstände lösten in der japanischen Bevölkerung eine starke Erregung aus und fanden in der gesamten japanischen Presse ausführliche Beachtung. Aus den Pressenachrichten lassen sich als Tatsachen herausschälen:

Der Brandstifter, ein junger Novize des Zen-Klosters, zu dem die ‚Goldene Halle' gehörte, war ein körperlich schwächlicher, mit dem Gebresten des Stotterns behafteter, charakterlich offenbar minderwertiger Mensch. Vernachlässigte Studien, Glücksspiel, kleinere Diebstähle, Besuch von Freudenhäusern und anderes wurden ihm im Prozeß nachgewiesen. Nach seinen Aussagen vor Gericht war er von brennendem Neid erfüllt auf die vielbewunderte Schönheit der Goldenen Halle, haßte sich selbst wegen seiner Häßlichkeit und Bresthaftigkeit, wollte selbst im Brande umkommen, verlor aber zuletzt den Mut und floh nach der Tat. Auch nachträglich bereute er die Brandstiftung nicht.“

(Yukio Mishima: Der Tempelbrand. 1961)

Der Goldene Pavillon ist ein buddhistischer Tempel in Kyōto (京都), dessen ursprünglicher Name eigentlich Rehgarten-Tempel (鹿苑寺 Rokuon-ji) war. Er ist nur der bekannteste Pavillon der Tempelanlage, dessen obere Stockwerke mit Blattgold überzogen sind.

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