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05. Dezember 2012

Gentry

紳士 shēnshì (Adel + Gelehrter)

Voraussetzung für eine Beamtenkarriere waren im alten China Staatsexamen, die im wesentlichen auf literarischen Kenntnissen beruhten Einmal in den Staatsdienst aufgenommen, genoß der Beamte Privilegien wie zum Beispiel Steuerbefreiung und Straffreiheit. Das offizielle Gehalt war gering. Zum Besoldungssystem gehörten daher mannigfache Formen der Bereicherung, denn ein Beamtenneuling musste wenigstens drei nachfolgende Generationen seiner Familie versorgen.
 
Die chinesische Elite war nicht durch Vererbung geschlossen, sondern offen: mit dem Prüfungssystem sollte prinzipiell jeder die Möglichkeit erhalten, aufzusteigen. Es wurden auch Vorkehrungen getroffen, um Chancengleichheit zu gewährleisten: zwei Gutachter mussten die Arbeiten unabhängig beurteilen und die Namen der Kandidaten wurden unkenntlich gemacht.

Dennoch schufen die Beamtenprüfungen keineswegs gleiche Chancen für alle. Nur die Gentry konnte es sich leisten, jahrzehntelange Ausbildung und kostspielige Reisen zu finanzieren. Die Teilnahme an den Prüfungen war meist ein koordiniertes Familienunternehmen. Reiche Clans investierten gezielt in die Karriere ihrer Söhne, indem sie Hauslehrer beschäftigten. Wohlhabende Familien, die keinen Beamten vorzuweisen hatten, verheirateten Titelträger mit ihren Töchtern (bisweilen ließen sie erfolgreiche Kandidaten direkt nach Ergebnisverkündung entführen, um ihnen die Hand ihrer Tochter anzutragen).

Auch ohne Posten gehörten die Titelträger — weniger als 0,1 % der Bevölkerung — und ihre Familien zur Elite. Dieser neue „Adel des Pinsels“, dessen Macht sich meist auf Landbesitz gründete, wird in Anlehnung an die englische Geschichte oft „Gentry“ genannt.

Die Macht der Gentry stand im umgekehrten Verhältnis zur Ohnmacht des Staates. Von 12.000 zivilen Beamten, die es im 12. Jahrhundert gab, waren nur 4.000 außerhalb der Hauptstadt postiert. Lediglich die Magistrate, einer in jedem der 1.230 Kreise, erfüllten direkte Verwaltungsaufgaben: ein Beamter auf durchschnittlich 2.400 Quadratkilometer und 80.000 Menschen!
 
Und wie waren diese Beamten für ihre Aufgabe gerüstet? Sie hatten für die Prüfungen „10.000 Rollen Bücher gelesen, aber keinen einzigen Paragraphen der Gesetze“ — und nun sollten sie Recht sprechen.
 
Beamte durften, um Vetternwirtschaft zu vermeiden, nicht in ihrer Heimatprovinz wirken, und wurden alle drei Jahre auf einen neuen Posten versetzt. So waren sie auf die Zusammenarbeit mit der lokalen Gentry angewiesen, die die nötige Ortskenntnisse besaß.
 

Gesellschaft der Feudalzeit
Daimyo 大名 - Gentry 紳士 - Samurai 侍, 士 - Yangban 양반
Hwarang 화랑 - Ninja 忍者 - Ronin 浪人
Eunuch 宦官 - Geisha 芸者 – Kisaeng 기생

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