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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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05. Dezember 2012

Genkan

玄関 genkan (schwarz/dunkel + Hindernis/Schranke)

„Man schrieb das Jahr 1964. Ein Zeitpunkt, zu dem in vielen Ländern noch die gute alte Dampflok dominierte. Für die staatliche japanische Eisenbahn JNR (Japanese National Railways [日本国有鉄道 Nippon Kokuyū Tetsudō]) allerdings war es ein Meilenstein setzendes Datum; der Absprung ins eisenbahnrechnische Raketenzeitalter! Die stromlinienförmigen Flitzer der Shinkansen (neue Linie) fuhren erstmalig von Tōkyō [東京] nach Ōsaka [大阪], der damals schnellste Zug der Welt mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometern.

An irgendeinem Tag des besagten Jahres wurde von einer festlich gestimmten, unübersehbaren Menge aus Anlaß der epochalen Einweihung nach dem Zerschneiden des weißen Bandes der erste Superexpress auf die Strecke geschickt. Ihm jagten noch am gleichen Tag pausenlos ausverkaufte, planmäßige Nachfolger hinterher.

Beim Einsteigen erwartungsvoller Menschen passierte das, was für den Kenner japanischen Innenlebens eigentlich gar nicht ausbleiben konnte: der nie endende Kampf zwischen Tradition und unvermeidbarem Fortschritt, der am Ende doch stets triumphiert.

Waren nicht die Shinkansen-Züge, durch Presse, Funk und Fernsehen jedem nationalbewussten Gehirn nachhaltig einsuggeriert, die Renommierstücke eines ganzen Volkes, also gewissermaßen eine öffentliche gute Stube? Kann aber ein echter Japaner so etwas mir schmutzigen Straßenschuhen betreten?

Nein, nein und nochmals nein!

Durch überlieferte Gewohnheit geprägt, stellten Männlein und Weiblein gleichermaßen mit automatischer Selbstverständlichkeit ihr unschickliches Schuhwerk sorgsam an der Bahnsteigkante ab. Schon bald präsentierte sich bei jeder neuen Abfahrt eine stattliche Parade davon in Reih und Glied. Überforderte Bahnbeamte gerieten in nicht geringe Verlegenheit, denn wie sollte die passende Beinkleidung jemals wieder an den richtigen Besitzer gebracht werden?
(Andreas Neuenkirchen: Gebrauchsanweisung für Japan. 2009. ISBN: 978-3-492-27585-9)
„Werfen Japaner einen Blick in ausländische Japan-Reiseführer, sorgt es für große Heiterkeit, wenn sie darin den Hinweis finden, man solle darauf achten, keine Löcher in den Socken zu haben. Es ist nämlich so, dass die Vorstellung, Socken könnten Löcher haben, her die allermeisten Japaner total absurd ist.“
(Andreas Neuenkirchen: Gebrauchsanweisung für Japan. 2009. ISBN: 978-3-492-27585-9)
 

Vor dem Betreten einer japanischen Wohnung zieht man die Straßenschuhe im Genkan aus, dem Übergang zwischen dem äußeren und inneren Bereich. Da der Innenbereich nur mit Strümpfen oder speziellen Pantoffeln betreten werden soll.
 

japanische Wohnverhältnisse
Futon 布団 - Genkan 玄関 - Kaninchenstall 兎小屋 - Kotatsu 炬燵 - Tatami


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