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05. Dezember 2012

Garten

庭園 tíngyuán (Hof + Garten)

„Wenn ein wirklich gebildeter reicher Chinese sich ernsthaft auf die Gartenkunst verlegt, hat sein Bemühen manchmal geradezu etwas von religiöser Inbrunst und heiliger Andacht. In dieser Hinsicht ist eine Niederschrift von Qi Biaojia (祁彪佳, 1602-1645) recht aufschlußreich:

Ursprünglich wollte ich mir nur vier oder fünf Wohnräume bauen, aber dann kamen Freunde und gaben mir Ratschläge, wo sich ein Pavillon und ein Sommerhäuschen am besten ausnehmen würden. Ich nahm ihren Vorschlag zuerst nicht ernst, nach einiger Zeit aber ließ mich der Einfall nicht mehr ruhen, und es leuchtete mir ein, daß hier ein Pavillon und dort ein Sommerhaus stehen müsse. Ehe ich aber damit noch zu Ende gekommen war, kamen mir allerlei neue Einfälle in den Sinn: sie überfielen mich in den unwahrscheinlichsten Augenblicken und erschienen mir manchmal sogar im Traum, wo sich dann herrliche neue Möglichkeiten vor meinem inneren Auge erschlossen. So wurde meine Leidenschaft immer hitziger; früh am Morgen schon begab ich mich in den Garten und blieb dort bis zum späten Abend - alle anderen häuslichen Pflichten erfüllte ich erst beim Schimmer der Lampe. Beim Morgengrauen, auf mein Kissen gestützt, schaute ich den ersten Sonnenstrahl, stand auf und hieß meinen Diener auf dem Boot mit mir kommen, und obwohl es nur eine Meile Weges war, konnte ich es kaum erwarten, bis wir dort waren. So ging es winters und sommers, bei Regen und Sonnenschein, und weder bittere Kälte noch sengende Hitze hielten mich ab von meinem Werk ich versäumte keinen einzigen Tag.

Einmal griff ich aber unter mein Kissen und fand, daß all mein Geld dahin war; das verdroß mich stark. Danach ging ich in den Garten und siehe: mir war nur immer noch mehr nach Bauen und Steinehäufen zumut. So geht es zu, daß seit zwei Jahren in meiner Börse immer Ebbe herrscht, und ich bin krank gewesen, habe mich wieder erholt und bin abermals krank geworden.“
(Lin Yutang: Mein Land und mein Volk. 1936)

Viele chinesische Beamte erwähnen in ihren Tagebüchern und Gedichten ihren Garten, der nach dem Rückzug ins Privatleben auch den Beginn eines neuen Lebens bedeutete. Der Aufbau dauerte gewöhnlich vier bis fünf Jahre. Der Höhepunkt des Ganzen war aber die Wahl des Namens, der dem Garten seinen Sinn gab.

Elemente eines chinesischen Gartens

月门
yuèmén
太湖石
Tài​húshí
 石渣
shí​zhā
曲桥
qūqiáo
Mondtor Taihu-Steine Weg Zickzackbrücke

 

Elemente eines japanischen Gartens

Steine Kies Moos Bäume
 

Gartenkunst 庭园
Garten der schlagenden Wellen 沧浪亭 - Garten des bescheidenen Beamten 拙政園 - Garten des Meisters der Netze 網師園 -

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