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15. September 2013

Frauen mit Fächern

《揮扇仕女圖》  Huī shàn shì​nǚ tú (wedeln + Fächer + Hofdamen + Bild)
37 x 865 cm
Maler: Zhōu Fǎng (周昉)
Museum: Palastmuseum Peking (故宮博物院)

„Das Bild beschreibt das Leben von kaiserlichen Konkubinen der Tang-Dynastie. Im Bild sind neun kaiserliche Konkubinen, drei Dienstmädchen und zwei Hofbeamte zu sehen. Die kaiserlichen Konkubinen machen verschiedene Dinge und sind in verschiedener Körperhaltung, aber eines ist ihnen gemeinsam: Sie sind alle unglücklich.

Die erste Konkubine, die korpulent und prachtvoll gekleidet ist, wird von einem Hofbeamten gefächelt. Sie scheint eine hohe Position im Palast zu haben. Aber sie sitzt schlapp und träge auf einem Stuhl. Es scheint, als ob nichts ihre Schwermut zerstreuen könnte. Einige Konkubinen, die hinter ihr sitzen, scheinen die Dinge, die sie in der Hand halten, zu betrachten, aber sie starren alle vor sich hin. Die Frau, die sich im Spiegel besieht, sieht schläfrig aus. Zwei andere Frauen scheinen sich miteinander zu unterhalten, aber von ihrem Gesicht ist keine Spur von guter Stimmung abzulesen.

Mit seinem Pinsel drang der Maler tief ins Herz der Hofdamen ein und deckte auf, dass diese kaiserlichen Konkubinen trotz des materiellen Komforts ein miserables Leben - ein Leben ohne Liebe - führten. In Chinas feudalen Dynastien hatte ein Kaiser ‚dreitausend schöne Frauen' als seine Konkubinen. Aber viele von ihnen hatten keine Chance, sich die Gunst des Kaisers zu erwerben. Sie konnten ihre Jugendjahre nur nutzlos im Palast verstreichen lassen. Es ist so, wie ein Vers besagt:

‚Weißhaarige kaiserliche Konkubinen, die ihren Mann, Kaiser Xuán​zōng([玄宗] Lǐ Lōngjī [李隆基], überlebt haben, plaudern noch über ihn.'

[有幾個滿頭白髮的宮女,閑坐談論當年的唐玄宗。
Zǒu jǐge mǎn tóu báifà de gōngnǚ, xiánzuò tánlùn dāngnián de Táng Xuánzōng.]

Durch sein Bild ‚Frauen mit Fächern' drückte der Maler seine tiefe Sympathie mit diesen unglücklichen Frauen aus."
(China Radio International: Lob auf die Schönheit der Frauen - Antike Bildnisse von schönen Frauen)

Mit ihren runden Gesichtern sehen diese Frauen gesund und korpulent aus. Solche weibliche Figuren sind auch in Wandmalereien aus der Tang-Zeit zu sehen. In der Tang-Dynastie galten rundliche Frauen als schön, während in anderen Zeiten ein morbides Schönheitsideal von kränklichen und zerbrechlichen Frauen vorherrschte.

Der Maler Zhōu Fǎng war für seine Bilder von Frauen bekannt. Er lebte von der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts bis Anfang des 9. Jahrhunderts. Er wurde er zusammen mit einem anderen berühmten Maler gebeten, ein Porträt zu malen. Dann bat man die Frau des Portraitierten um ihren Kommentar. Sie meinte, dass das eine Portrait ihrem Mann „nur in der Gestalt" ähnlich sei, während Zhōu Fǎngs Portrait ihrem Mann „nicht nur in der Gestalt, sondern auch in der Gemütsverfassung, dem Temperament und den Manieren" ähnlich sei.

 

chinesische Literatenmalerei 文人畫
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