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23. Juni 2013

Frühling und Herbst des Lü Buwei

呂氏春秋 Lüshi Chūnqiū (Familienname Lü + Herr + Frühling + Herbst)
The Annals of Lü Buwei
Frühling und Herbst des Lü Buwei
Autor: Lǚ Bùwéi (呂不韋)
239 v. u. Z.

Der Mann, der im Brunnen gefunden wurde
穿井得一人
chuān jǐng dé yī rén

Die Familie Dīng [丁氏 Dīngshì] im Staate Sòng [宋] besaß keinen eigenen Brunnen. Manchmal war ein Familienmitglied einen ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigt, als Wasser von weit her zu holen.

Um sich diese Mühe zu sparen, ließen sie endlich in ihrem Hofe einen Brunnen bohren. Nachdem dies geschehen war, sagten sie glücklich zueinander: ‚Es ist geradeso, als wenn wir jetzt durch den eigenen Brunnen einen Mann mehr in unserem Haushalt hätten.’

Einer der Freunde der Familie Dīng hörte zufällig diese Bemerkung und berichtete davon einem anderen Freund, der wieder einem anderen davon erzählte, und dieser wiederum einem anderen, bis die Kunde wie folgt lautete: ‚Die Dīngs haben einen Brunnen bohren lassen und darin einen Mann gefunden!’

Als dem Herzog von Sòng diese Geschichte zu Ohren kam, ließ er Dīng holen, um der Sache nachzugehen.

‚Durch diesen neuen Brunnen ist es, als hätte Ihr ergebener Diener die Hilfe eines weiteren Mannes erhalten,’ erklärte Dīng dem Herzog, ‚es trifft jedoch nicht zu, dass ich tatsächlich einen Mann im Brunnen gefunden hätte.’“
(Fabeln aus Frühling und Herbst des Lü Buwei)

Der Glockendieb

Nach dem Niedergang der Familie Fan sah ein Mann in ihrem Haus noch eine Bronzeglocke hängen. Aber da sie zu schwer. war, auf dem Rücken weggeschleppt zu werden, wollte er sie mit einem Hammer in Stücke schlagen. Doch schon der erste Schlag machte solch einen Lärm, daß sich der Dieb vor Schreck die Ohren zuhielt.

Daß er nicht gehört werden wollte, ist verständlich. Sich selbst aber die Ohren zuzuhalten, das ist dumm!
(Fabeln aus Frühling und Herbst des Lü Buwei)

Das Buch entstand in China am Ende der Streitenden Reiche (戰國時代 Zhànguó Shídài) kurz vor Gründung des ersten chinesischen Kaiserreiches Qín (秦). Als Autor gilt Lǚ Bùwéi (呂不韋), der vorletzte Kanzler von Qín als Königreich.

Lǚ Bùwéi war Großkaufmann im Staat Zhào (趙). Sein Reichtum und Einfluss müssen beträchtlich gewesen sein. Damals weilte Prinz Zhuāngxiāng (莊襄) aus Qín (秦) als Geisel in Zhào, der durch Lǚ Bùwéis Einflussnahme wieder in seine Heimat  zurückkehren konnte und als Thronfolger eingesetzt wurde. Lǚ Bùwéi begleitete den Prinzen und wurde als Zhuāngxiāng 250 v. u. Z. König wurde, zum Kanzler ernannt.

 

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