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04. Dezember 2012

Fuji

富士山 Fuji-san (Fuji + Berg)
 
Fuji, Shinkansen und Kirschblüten - drei Japan-Klischees auf einem Bild.
Es fehlt nur noch die Geisha, die mit einem Sumo-Ringer unter einem Kirschbaum wandelt.

(Foto: Wikimedia-Nutzer Swollib)
 
„Japaner beklagen sich häufig, dass Leuten aus dem Westen zu Japan immer nur der Berg Fuji und Geishas einfallen, während sie von den Errungenschaften wie Silizium-Chips, auf die die Japaner selbst stolz sind, absichtlich keine Notiz nehmen...
 
Was aber die Fuji-Besessenheit angeht, so sind die Japaner daran weitgehend selbst schuld. Während der Olympischen Spiele 1964 zum Beispiel begann jede Übertragung des NHK mit einer Einblendung des Fuji, die vom sonoren Klang einer Tempelglocke untermalt wurde. Deckblätter von Kalendern und Einbände offizieller Japanführer für Ausländer zeigen fast ausnahmslos ein Farbfoto des Fuji, meist mit einem Schnellzug im Vordergrund, damit auch die Moderne nicht unbeachtet bleibt.
 
Der Fuji ist ohne Frage eine imposante Erscheinung - den amerikanischen Bomberpiloten diente er bei ihren vernichtenden Angriffen auf Tokyo daher auch als Orientierungspunkt-, und er übt nicht ohne Grund einen speziellen Reiz auf die Phantasie von Ausländern und Japanern aus. Ein bißchen spielt da seine majestätische Einsamkeit mit und die Perfektion seines Kegels, ein bißchen auch die Tatsache, dass er von jeher als göttlicher Berg gilt."
(Alan Booth: Japan. Reiseführer Horizonte. 1991. ISBN 978-3760754000)
36-02
Der rote Fuji aus Hokusais Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji
(富嶽三十六景 Fugaku sanjūrokkei )
Der Fuji-Berg gilt (den Japanern) wegen seiner sehr symmetrischen Kegelform als einer der schönsten Berge der Welt. Er wird in Werbespots und auf Postkarten sogar noch öfter als das Matterhorn verwendet.
 
„Ein japanisches Sprichwort sagt 'Wer den Fuji nicht besteigt, ist ein Narr. Wer den Fuji aber bestiegen hat ist ebenfalls ein Narr.' Ein anderes Sprichwort sagt aber auch: 'Es ist klug, den Fuji einmal bestiegen zu haben, jedoch dumm ihn ein zweites Mal zu besteigen.'

Ich glaube, in beiden liegt ein bisschen Wahrheit."
(Besteigung des Fujiyama – Auf Japan’s höchstem Punkt)
 

Für viele der etwa 250.000 Wanderer, die sich zwischen Juli und September hinaufarbeiten, steht die Besteigung auf einer Liste von Dingen, die man vor seinem Tod unbedingt gemacht haben will. Dabei gibt es immer wieder Leute, die den Berg unterschätzen. Manche laufen gar in Flip-Flops los. Doch der Aufstieg ist kein Spaziergang. Die Luft wird immer dünner. Die Preise an den Kiosken steigen je weiter man nach oben kommt. Der Anblick ist aber beeindruckend. Die Wanderer bilden Nachts mit ihren Stirnlampen eine Lichterkette, die sich in Schlangenlinien den Berg hinaufwindet. Gelegentlich bilden sich Staus.

Aus der Nähe sieht der Fuji oberhalb der Waldgrenze aus wie eine Mondlandschaft. Er ist schließlich ein Vulkan. Der letzte Ausbruch ereignete sich vor 300 Jahren. Das Risiko eines Ausbruchs wird allerdings als gering eingeschätzt.

Das Fujisan Hotel liegt dem Gipfel am nächsten. Dabei handelt es sich um einen Schlafsaal für 160 Sardinen, die 50 Zentimeter pro Person haben. Umdrehen geht nur kollektiv.

„Am Ende der anstrengenden letzten Etappe durchschreitet man das Tor des Gipfel-Schreins, schaut in viele müde, aber glückliche Gesichter. Das kühle Licht der Getränkeautomaten, die dort stehen, scheint in die Nacht. Doch schon bald geht die Sonne auf. Die Ankömmlinge bringen sich in Stellung.

Wenn dann das Sonnenlicht den Berg nach und nach flutet, staunen einige andächtig, andere klatschen, fast alle machen Fotos und Selfies. Nach dem Sonnenaufgang gibt es oben am Berg noch einiges zu erledigen: Gipfeltrophäen kaufen. Gipfelpostkarte abschicken. …

Nach ein paar Stunden – der Kopf dröhnt inzwischen wegen der dünnen Luft – geht es dann wieder hinunter. ... Man kann mit großen Schritten laufen und ordentlich Tempo entwickeln. Und so ist man nach nur drei Stunden wieder unten – und der Fuji hinter einem Schleier aus Wolken verschwunden. Wäre da nicht der einsetzende Muskelkater, man könnte glatt denken, den Aufstieg auf Japans heiligen Berg nur geträumt zu haben.“
(Sascha Rettig in der Welt vom 29. September 2015: Gipfeltrophäe – ein Selfie auf dem Mount Fuji)

 
「一度も登らぬ馬鹿、二度登る馬鹿」
Ichido mo noboranu baka, nido noboru baka.
Nicht einmal besteigen ist dumm, zwei Mal besteigen ist dumm.
 
Während der Saison von Juli bis August werden jährlich 300.000 Besucher auf dem mit 3.776 Metern höchsten Berg Japans gezählt. Von Kindern bis hin zu Greisen sind alle Altersgruppen vertreten.
 

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