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04. Dezember 2012

Fahrrad

自行车 zìxíngchē (selbst + gehen + Fahrzeug)

脚踏车 jiǎotà chē (Fuß + treten + Fahrzeug)

fahrradakrobaten
Bild aus der Zeit als man noch Bezugsscheine brauchte, um an ein Fahrrad zu kommen.
Hier hat sich ein Kollektiv zusammengetan, um ein Fahrrad gemeinsam zu nutzen.

(Foto: Wikimedia-Nutzer Shizhao)

 

„Es ist nicht so leicht, den Ursprung des Begriffes ‚China ist das Königreich der Fahrräder’ zu klären. Es gibt jedoch ein Bild des bekannten Fotografen Wang Wenlan, das diesen Namen trägt und einige Aufschlüsse erlaubt. Der Schnappschuss wurde in der Guangxin Straße in Shanghai gemacht und zeigt ein Eisenbahngleis, vor dem zu beiden Seiten ein Meer von Fahrradfahrern auf die Durchfahrt des Zuges wartet. Als Wang Wenlan 2004 aus gleicher Perspektive eine Aufnahme machte, fand er statt Fahrrädern zwei lange Schlangen von Autos – ein sicheres Anzeichen, dass sich die Zeiten geändert hatten.“
(http://www.chinatoday.com.cn/ctgerman/zt/text/2009-07/27/content_209311.htm)
Fahrradverkehr in Peking
(Foto: Wikimedia)
 
„Als ich vor rund 20 Jahren zum ersten Mal nach Peking kam, war die Stadt ein Paradies für Fahrradfahrer. Millionen rollten jeden Tag auf ihren ‚Fliegenden Tauben‘ [飞鸽 Fēi Gē] über breite Wege bequem und ungestört voran. Einmal ermahnte mich ein Polizist, ich solle nicht zu schnell fahren. Das störe die Harmonie der Massenbewegung.

Damit ist es vorbei. Fahrradspuren existieren zwar noch, doch sie sind zum Schlachtfeld verkommen.  So auch an der Dritten Ringstraße. Die Autofahrer verstehen das auf dem Asphalt gezeichnete Fahrrad nicht als Hinweis, sondern als Dekoration. Über den Radweg versuchen sie, dem Stau zu entkommen, sie nutzen ihn als Parkplatz, stellen sich quer, blockieren Zufahrten. Sie schießen aus den Nebenstraßen, ohne uns nur einen Blick zu gönnen.  …

Zuweilen geht auch auf der Radspur gar nichts mehr. Dann stehen wir eingequetscht zwischen Kotflügeln und Stoßstangen. Dazwischen klettern die Fußgänger herum, die seltsamerweise den Fahrradweg dem Bürgersteig vorziehen. …

Das Schlimmste aber sind die Busse. Sie drängen die Fahrradfahrer gnadenlos ab und zwingen uns zu irrwitzigen Brems- und Ausweichmanövern, wenn sie ihre Haltestellen ansteuern."
(Andreas Lorenz im Spiegel-Online: Höllenritte auf dem Drahtesel)
 
fahrrad-gelberfisch
Diese dreirädrigen Fahrzeuge heißen auf Chinesisch „gelber Fisch“ (黄鱼车 huángyúchē)
Transportiert wurden auf den Rädern Nähmaschinen, Ehefrauen, Schwiegermütter, Kinder und Freunde. Bisweilen transportierten Bauern auf ihrem Gepäckständer ein verstört  oder apathisch in die Gegend blickendes Schwein. Vom Gepäckträger eines anderen Rads baumelten zwei Dutzend erschöpfte Hühner und bisweilen begegnete man Bäuerinnen, die einen mit Eier gefüllten Korb über 50 Kilometer Entfernung zum Markt transportierten, ohne dass auch nur ein Ei in die Brüche gegangen wäre.
 
Als das Fahrrad noch das Haupttransportmittel war, floss der Strom der Radfahrer dahin, ohne Unterbrechung, zielstrebig aber dennoch ruhig.

„Wer sich auf dem Drahtesel in den dauerhaften Fluß der Einheimischen einreiht, bekommt rasch ein Gefühl für den anderen Lebensrhythmus der Chinesen. Kraftvoll und konzentriert, gelassen und gleichförmig - diese Wesenszüge kennzeichnen nicht nur das Radeln, sondern (noch) den überwiegenden Teil des Lebens in China. Es empfiehlt sich ein kleiner Versuch: Man presche voller Kraft voran und überhole so viele Chinesen als möglich. Nicht lange, und der Westler wird verausgabt am Straßenrand stehen und muß all die abgehängten, aber beharrlich tretenden Menschen an sich vorbeiziehen lassen.“
(Hartwig Bögeholz: Anders Reisen - China; S. 16f)
 

Transport zu Land und Wasser
Dschunke 帆船 - Fahrrad 自行车 - Rikscha 人力車 - Sampan 舢板 - Schubkarre 獨輪車
Kaiserkanal 大運河 - Seidenstraße 丝绸之路 - Tokaido 東海道

 

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