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04. Dezember 2012

Die Reise nach dem Westen

西遊記 Xīyóujì (Westen + Reise + Aufzeichnung)

Autor: Wú Chéng’ēn (吳承恩)

„Der weltliche Sinn der Chinesen in bezug auf die nächste Welt läßt sich sehr deutlich in dem im 16. Jahrhundert entstandenem Werk ‚Reise in den Westen’ erkennen, das der verstorbene Arthur Waley unter dem Titel ‚Äffchen’ [Monkeys Pilgerfahrt] übersetzt hat.
 
... Es stützt sich auf die tugendhafte Reise, die der Mönch Xuánzàng [玄奘] im 7. Jahrhundert nach Indien unternahm, um von dort die Lehren Buddhas nach China zu bringen. Es eignet sich kaum für die Bibliothek einer viktorianischen Sonntagsschule. Äffchen ist ein himmlischer Rebell gegen sinnlose Anordnungen und Vorschriften, Heuchelei und frömmelnden Humbug, der in Ungnade fällt, nachdem er in einem absurd bürokratischen Himmel, der einfach die Mißwirtschaft in der Welt widerspiegelt, des Jadekaisers [玉帝 Yù Dì] Pfirsiche der Unsterblichkeit verzehrt und sein Lebenselixier getrunken hat. Zur Strafe wird er auf die Erde verbannt und begleitet den frommen Mönch Tripiṭaka [Dreikorb = Xuánzàng] auf seiner Pilgerfahrt zu Buddhas Heiligem Berge in Indien. Auf ihrer Reise schließt sich ihnen auch noch Schweinchen [豬八戒 Zhū Bājiè] an, der frühere Himmelsmarschall, der in ein Schwein verwandelt wurde, nachdem er sich besoffen und es mit der Mondgöttin [嫦娥 Cháng'é] getrieben hatte.

Nach einer Reihe stürmischer Abenteuer, die einem fast die Schamröte ins Gesicht treiben könnten, erreichen die Reisenden ihr Ziel, ... Wir ersteigen nun den Heiligen Berg und erreichen die geweihten Gefilde; mit aller Ehrfurcht wird uns berichtet, wie der Gott Buddha ‚den Mund seiner Barmherzigkeit öffnet und seiner Gnade freien Lauf ließ’. Dann erteilt er seinen Schülern den Auftrag, dem chinesischen Mönch Schriften aus dem buddhistischen Kanon zu überreichen, auf daß sie den unaufgeklärten Osten für immerdar erleuchten mögen. Sobald sie aber mit den Pilgern allein in der Schatzkammer sind, versuchen Buddhas Anhänger Ananda
[आनन्द Ānanda] und Kasyapa [कश्यप Kaśyapa] ohne Erfolg, dem armen Mönch ein Trinkgeld abzuluchsen, bevor sie ihm die Texte übergeben. Nachdem sie schon ein gehöriges Stück ihrer Heimreise hinter sich gebracht haben, entdecken die glücklosen Pilger, daß die erpresserischen Schüler ihnen aus Rache Rollen unbeschriebenen Papiers anzudrehen wußten.

Sie kehren in das Heiligtum zurück und beklagen sich, worauf der Gesegnete auf seinem Lotosthron ihnen erwidert: ‚Ich habe erwartet, daß die beiden eine Provision verlangen würden. Schriften sollten ja nun wirklich nicht so ohne weiteres aus der Hand gegeben und umsonst empfangen werden...’

Schließlich bekommt Tripitaka seine 5.048 Schriftrollen (aber nur, nachdem er seine Bettelschale als Douceur [Trinkgeld] zurückgelassen hat). Es ist schwer, sich ein ehrfurchtslos ehrfurchtsvolles westliches Werk vorzustellen, in dem Gott der Allmächtige, bevor er Moses die Tafeln mit den Zehn Geboten aushändigt, diesen in einer Gardinenpredigt darauf hinweist, daß es dem guten Ton entspräche, eine angemessene Provision dafür zu zahlen.“

(Dennis Bloodworth: Chinesenspiegel. 3000 Jahre Reich der Mitte. 1968)
affenkoenig

Die Hauptfiguren des Romans auf einer chinesischen Briefmarke
 
Der Mönch Xuánzàng (玄奘), mit Spitznamen Tripitaka (三藏 Sānzàng), der Wasser- oder Halbdämon Shā Wùjìng (沙悟淨) oder Mönch Sha (沙僧 Shā Sēng), das Schwein Zhū Bājiè (豬八戒) oder Zhū Wùnéng (豬悟能)  und der Affenkönig Sūn Wùkōng (孫悟空): die eigentliche Hauptfigur
 

klassische chinesische Romane
Der Traum der Roten Kammer 紅樓夢 - Die Geschichte der Drei Reiche 三國演義 - Die Räuber vom Liang-Schan-Moor 水滸傳 - Die Reise nach dem Westen 西遊記 - Kin Ping Meh 金瓶梅

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