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15. Juni 2013

Chu

楚 Chǔ
楚國 Chǔguó (Chǔ + Staat)
荊 Jīng
荊楚 Jīngchǔ

chunqiu-chu
Chǔ in der Frühlings- und Herbstperiode

 

Entstehung der Drachenbootrennen 

„Die Entstehung der Drachenbootrennen ist untrennbar mit der Legende von Qū Yuán [屈原] verbunden, einem der größten Dichter und Staatsmänner Chinas. Qū Yuán wurde etwa 340 v. Chr. als Spross des Fürstengeschlechts Chǔ geboren, das den südlichsten der chinesischen Staaten regierte. Qū Yuán diente dem König von Chǔ als Minister, wurde jedoch bald das Opfer von Intrigen bei Hof.

Als der König von Chǔ eine Einladung des mächtigen Königs von Qín [秦] erhielt, an einer Konferenz teilzunehmen, riet Qū Yuán ihm von der Reise ab. Der König hörte nicht auf den Rat, wurde vom König von Qín gefangen genommen und starb. Währenddessen bestieg der Sohn des Königs von Chǔ den Thron und schloss einen zweifelhaften Frieden mit seinem Feind. Qū Yuán machte den Sohn für den Tod des Königs verantwortlich und wurde daraufhin vom Königshof verbannt.

Auf seinem Weg ins Exil kam er an den Fluss Mìluó [汨羅] in der Provinz Húnán (湖南). Als Qū Yuán erfuhr, dass seine Heimat durch den König von Qín erobert worden war, stürzte er sich aus Verzweiflung in die Fluten des Mìluó.  …

Die Nachricht vom Tod des geliebten Dichters verbreitete sich schnell und Fischer aus den nahegelegenen Dörfern machten sich mit Booten auf die Suche nach Qū Yuán. Sie schlugen mit ihren Paddeln auf das Wasser, trommelten und warfen mit Reis gefüllte Blätter in den Fluss, um Qū Yuáns Körper vor den gefräßigen Fischen und Wasserdrachen zu bewahren. Zu seinen Ehren werden seither am 5. Tag des 5. Mondes (5. Monat des chinesischen Mondkalenders) die Drachenbootrennen veranstaltet.“
(SWR: Drachbootrennen - die Entstehung des Spiels)
 
Wissenswertes zum Staat Chǔ
 
Der südchinesische Staat Chǔ war einer der mächtigsten Staaten Chinas zur Zeit der Streitenden Reiche und hieß ursprünglich Jing (荆).
 
Im Staat Chǔ soll der Philosoph Lǎozǐ (老子) gelebt haben, allerdings gibt es dafür keine historischen Belege.
 

Ausgewählte Staaten der Frühlings- und Herbstzeit

chunqiu-chu chunqiu-jin chunqiu-lu chunqiu-qi chunqiu-qin chunqiu-wu chunqiu-yan chunqiu-.yue chunqiu-zhou

Chǔ

Jìn



Qín


Yān

Yuè

Zhōu

 

Die sieben mächtigen Staaten der Streitenden Reiche

戰國七雄 Zhàn​guó​ qī​xióng​

 
zhanguochu zhanguohan zhanguoqi zhanguoqin zhanguowei zhanguoyan zhanguozhao

Chǔ

Hán


Qín

Wèi

Yān

Zhào

 

Was erinnert heute noch an Chǔ?

Am Ende der kurzlebigen Qin-Dynastie (秦朝 Qíncháo, 221 - 206 v. u. Z.) kämpften die Heerführer Liú Bāng (劉邦) vom Han-Fluss (漢江 Hànjiāng) und Xiàng Yǔ (項羽), ein Nachkomme des Adels von Chǔ (楚) erbittert um die Vorherrschaft. Es gelang, einen Hinterhalt zu legen und die Armee von Xiàng Yǔ zu umzingeln.
 
Mitten in der Nacht ertönte plötzlich aus dem Lager der Hàn-Armee lauter Gesang. Doch merkwürdig, die Lieder waren alle Lieder aus Chǔ.
 
Bestürzt murmelte Xiàng Yǔ vor sich hin. „Es ist aus mit uns. Hat Liú Bāng nun auch schon Chǔ erobert? Woher kommen alle die Leute aus Chǔ im Lager der Hàn?“
 
In Wirklichkeit hatte Liú Bāng das Chǔ-Gebiet nicht erobert. Er hatte lediglich Männer aus Chǔ in allen vier Richtungen postiert und ihnen die Anweisung gegeben, Lieder aus ihrer Heimat zu singen.Wie erwartet, gab der nächtliche Gesang den Chǔ-Soldaten den Rest. Überwältigt von Heimweh, sangen sie mit und es begann ein vereinzeltes Fliehen, das schließlich zur Massenflucht wurde. Die Chǔ-Armee brach völlig zusammen.
 
Von dieser Begehenheit leitet sich ein heute noch in China (und auch in Japan) gebrauchtes Sprichwort für Ausweglosigkeit ab:
 
四面楚歌
sì miàn Chǔ gē
auf allen vier Seiten Chu-Gesänge

 

Auch der Grenzfluss beim chinesischen Schach (象棋 xiàngqí) bezieht sich immer noch auf die Grenze (漢界 Hànjiè - 楚河 Chǔhé) zwischen Hàn (漢) und Chǔ (楚) vor Beginn der Han-Dynastie (漢朝 Hàncháo).

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