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21. Februar 2013

Convenience Store

コンビニエンス・ストアー konbiniensu sutoā (englisch: convenience + store)
コンビニ konbini (Abk.)

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„In Japan sind die Same Store-Umsätze der Convenience Stores im Januar gesunken. ... Es ist bereits der achte Monat in Folge mit einem Rückgang. Begründet wurde der Rückgang mit niedrigen Temperaturen und Schneefall, der die Leute vom Besuch der Läden abhielt. Auch die schwache Nachfrage nach Zigaretten belastete. ... Wie die Vereinigung weiter mitteilte, trieben die Bemühungen der Store-Besitzer zu Erhöhung der Ladenanzahl inklusive Kaffee-Ausschank den Umsatz je Kunde an.“
(Christian Zoller: Convenience Stores-Umsätze sinken)

In Japan sind Convenience Stores (Nachbarschaftsläden) unter der Abkürzung Kombini (コンビニ konbini) bekannt. Man kann dort nicht nur Artikel für das tägliche Leben kaufen, sondern auch Strom- und Telefonrechnungen bezahlen oder sich Pakete zustellen lassen.

Es gibt rund 40.000 Kombinis in Japan, davon allein 12.000, die zu 7-Eleven [セブン-イレブン Sebun Irebun] gehören. Die nächstgrößeren Ketten sind Lawson [ローソン Rōson] und FamilyMart [ファミリーマート Famirī Māto].

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Immer und überall

„Stellen Sie sich einen Supermarkt vor, der 24 Stunden an sieben Tagen die Woche geöffnet hat. Neben einem reichhaltigen Take-Away- und Getränke-Sortiment führt er ein breites Angebot an Zeitschriften und Magazinen. Kunden können dort - von der Batterie bis zum Regenschirm jeden erdenklichen Alltagsgegenstand erwerben, Geld abheben und sogar Rechnungen bezahlen. Und weil das Geschäft kaum größer als ein Tante-Emma-Laden ist, begrüßen die Verkäufer jeden Gast persönlich.

Willkommen in der Welt der japanischen ‚Konbini’-Kette 7-Eleven. ... In Japan betreibt 7-Eleven 13.000 Geschäfte, die Tag für Tag von 16 Millionen Besuchern frequentiert werden. Das sind mehr als doppelt so viele Geschäfte wie auch Besucher als in den USA.

Von 7-11 zum 24-Stundenladen
Doch hat das 7-Eleven-Imperium seinen Ursprung genau dort: Im Mutterland der Convenience, in den USA. 1927 beginnt ein Angestellter der Southland Ice Company in Dallas neben Eis auch Milch, Brot und Eier direkt ab der Laderampe zu verkaufen. Und zwar zu Zeiten, als alle anderen Geschäfte geschlossen haben. Das ist die Geburtsstunde des ‚Convenience Retailing‘. Ab 1946 heißen die Läden ‚7-Eleven’. Damals waren die Geschäfte von 7 Uhr morgens bis 11 Uhr abends geöffnet, längst sind daraus 24-Stunden geworden.

Japan kommt Anfang der 70er Jahre ins Spiel, als Toshifumi Suzuki [鈴木敏文 Suzuki Toshifumi], heutiger Chairman und CEO der Holding, vom Konzept der US-Supermarktkette hörte. Er arbeitete damals als Manager der Itō Yōkadō [イトーヨーカ堂], einer japanischen Supermarktkette. Diese expandierte in Japan aggressiv und eröffnete Läden in immer neuen Städten. Dabei stieß sie regelmäßig auf erbitterten Widerstand lokaler Einzelhändler. Suzuki und sein Team zerbrachen sich nächtelang die Köpfe, wie sie dieses Konfliktpotenzial abbauen könnten. Da vernahm Suzuki vom Franchise-Konzept der 7-Eleven. ... Er beschloss kurzerhand in die USA zu reisen, um das Konzept unter die Lupe zu nehmen.

Doch was er vorfand, begeisterte ihn nicht. Die Läden waren düster, uneinladend und das Sortiment schmal. Die gefrorenen Hamburger sahen für den Japaner alles andere als appetitlich aus. Zuhause würde das niemals funktionieren, sagte er sich. Trotzdem nahm er an einem Trainingsprogramm von 7-Eleven teil.

Zurück in Japan nahm Suzuki umfassende Änderungen am Geschäftskonzept vor: Statt eines schmalen Sortiments sollte es nur eine verkleinerte Version eines normalen Supermarkts geben und statt gefrorenem Essen Frisches. Mit diesen Änderungen öffnete 1973 im Tokyoter Vorort Toyosu [豊洲] Japans erster 7-Eleven. Der Erfolg war überwältigend: Ein Jahr später sollte es bereits über 100 Konbinis im Land geben. Suzuki ließ sich beim Markteinstieg von seinem Vorsatz leiten, die Lebensbedingungen der Leute bis ins Detail zu berücksichtigen und sich Änderungen stets anzupassen.

Um immer auf dem laufenden Stand der Kundenbedürfnisse zu sein, hatte Suzuki eine Geheimwaffe parat. Das so genannte POS-System (Point-of-Sale [販売時点情報管理  hanbai jiten jōhō kanri]), das in allen 7-Eleven-Filialen am Verkaufsort Daten erhebt. Stehen Männer oder Frauen an der Kasse? Wie alt sind sie? Wann kaufen sie was? Welchen Preis zahlen sie? Anhand der Daten konnte Suzuki eruieren, welche Artikel beliebt sind und weiche bald ‚sterben’ würden. Doch damit nicht genug. Die Analysen ergaben auch ein Muster, welche Produkte welche Filiale zu welcher Tageszeit am besten feilbieten sollte. Denn der Platz in den japanischen Großstädten ist knapp und die Mieten hoch. Bis zu dreimal am Tag räumt das 7-Eleven-Personal entsprechend den Daten die Regale um: Morgens ein Frühstück für den Weg zur Arbeit, am Mittag Süßigkeiten für Schulkinder und abends gehören Bierflaschen und Snacks nach vorn.

Tochter schluckt Mutter
Dank Suzukis Innovationskraft gedieh 7-Eleven Japan so prächtig, dass die Tochter 1991 sogar die amerikanische Mutter übernahm. Die Southland Corporation geriet damals in Liquiditätsschwierigkeiten. Ito-Yokado ließ sich die Chance nicht entgehen und schluckte das Unternehmen kurzerhand. Ein typischer Fall eines Schülers also, der seinen Meister überflügelte.

(Gerard Moinat in Japanmarkt vom Februar 2012: Immer und überall)

 

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