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04. Dezember 2012

Chinesisch

漢語, 汉语 Hànyǔ (Sprache des Han-Volkes)

中文 Zhōngwén (Schriftsprache des Reichs der Mitte)

 

„Oh, Sie sprechen Chinesisch! Kann man das lernen? Respekt, meine Hochachtung, toll!

So oder ähnlich hört es (nicht ungern) der Sinologe (aber auch der China-Expat, der ausländische Mitarbeiter einer Firma in China), wenn die Rede auf dieses Land, seine Sprache und Schrift kommt. Eine tolle Leistung? Wahrscheinlich. -

Aber der sachlich-ruhige Hinweis an den Fragenden: Das ist doch nichts Besonderes, die meisten Menschen der Welt sprechen schließlich Chinesisch, so schwer kann es dann wohl nicht sein, löst in der Regel überraschtes, ungläubiges Staunen aus. Erst nach kurzem Zögern folgt die Einsicht: Ja, natürlich, weil es so viele Chinesen gibt ...“
(Jörg-M. Rudolph: Wenn China über die Welt kommt...: Wiesbaden, 2005. ISBN: 978-3-927127630)

„Chinesische Sprache – das bedeutet für uns zunächst merkwürdige, offenbar schwer zu entziffernde Schriftzeichen. Nicht an den Klang der Sprache denken wir also, sondern an ihr Sichtbares, die Schrift.“
(Günter Eich in Egbert Baqué: China Ein Reiselesebuch. 2008)

 
„Um uns ein Bild davon zu machen, wie die Chinesen sprechen, wählen wir als Beispiel den Namen des großen Eingangstores zur Kaiserstadt in Peking, des Tiān'ānmén [天安門]. Man übersetzt es mit ‚Tor des himmlischen Friedens’. Wörtlich heißen die drei Silben ‚Himmel Frieden Tor’; sie stehen beziehungslos nebeneinander. um genau die chinesische Eigenart wiederzugeben, müssten wir sagen ‚Himm', Fried', Tor’. So ist es mit allem. Statt ‚wie geht es dir?’ sagt man ‚ni hao?’ [你好] — ‚du gut?’ und so weiter. Uns kommt das gestammelt vor.

Noch eine Eigenheit der chinesischen Sprache müssen wir erwähnen: dass weitaus die meisten Silben ‚offen sind’; sie beginnen mit einem Konsonanten oder Doppelkonsonanten, dann folgt ein Vokal oder ein Doppelvokal (Diphtong): Beispiel ‚tài’ [太], ‚mǎ’ [馬] = Pferd usw. In historischer Zeit waren die Silben noch geschlossen, d. h. sie endeten mit einem Konsonanten; wie diese Konsonanten gelautet haben darüber gibt es gelehrte Abhandlungen. Heute hat man als Schlusskonsonanten nur noch n und ng: ‚shān’ [山] = Berg, ‚huáng’ [黄] = gelb usw. Auch das engt den Kreis der möglichen Silben ein; ihre Zahl wird dadurch noch kleiner. Man nimmt an, dass dieser Prozess der Abnützung unter der Dynastie Song [宋朝 Sòngcháo] im elften Jahrhundert im Wesentlichen abgeschlossen war und dass man damals etwa schon so sprach wie heute.

Wie hat man sich nun geholfen, um sich trotzdem verständlich auszudrücken? Man hat angefangen, zweisilbige Wörter zu schaffen, nicht zweisilbig im eigentlichen Sinn, aber aus zwei nebeneinander gestellten Silben gebildet, wie sie im Deutschen besonders häufig verwendet werden: zusammengesetzte Wörter z. B. Brotkorb.

Um auf das Musterbeispiel ‚li’ zurückzukommen, das u. a. Meile [里], Schwägerin [娌], Karpfen [鯉], Pflaume [李], Schuh [履?], Sitte [禮] usw. heißt, so fügt man dem Grundwort ein Bestimmungswort bei. Ich kann natürlich nicht meinen Diener auf den Markt schicken mit dem. Auftrag, einen ‚Ii’ zu kaufen, wenn ich einen Karpfen will, sondern ich muss sagen ‚lǐyú’ [鯉魚], das heißt wörtlich ‚Karpfenfisch’. Wenn ich dagegen sage, von hier nach dort seien es zehn ‚lǐ‘ [里], so ist es klar, dass ‚Meile’ gemeint ist und ich kann mir das Bestimmungswort sparen. Die richtige Anwendung der Bestimmungsworte ist, wie unsere chinesischen Freunde meinten, eine sehr schwierige Kunst, in der von den Fremden die meisten Fehler gemacht würden.

Trotz aller dieser Feinheiten kann man es alle Tage erleben, dass ein Chinese, der mit einem andern spricht, plötzlich ein Zeichen in die hohle Hand oder auf die Tischplatte malt, um ja jeden Zweifel auszuschließen.“
(Paul Distelbarth: Blüte der Mitte. Berlin: Union, 1957)

Die chinesische Sprache ist eine Mischung aus 235 aktiven Sprachen und über 2.000 Dialekten. Sie gilt als eine besonders schwere Sprache, doch sprechen in China sogar die Kinder Chinesisch.

Man sagt immer, dass Chinesisch schwierig sei. Das stimmt, aber nicht ganz. In mancher Hinsicht ist es sogar sehr leicht. Beispielsweise ist die Grammatik sehr einfach: Es gibt keine Konjugationen, keine Deklinationen, keine unregelmäßigen Verben.
 

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