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04. Dezember 2012

Cathay

國泰 Guótài (Land + großartig)

 

Chataio
Fra Mauro, 1459
(Karte: Wikipedia)

Cathay oder Kitai ist der alte, von Marco Polo verwendete Name für Nordchina, die sich von der Liao-Dynastie (遼朝  Liáocháo, 916 – 1125) des Mongolenvolks der Kitan (契丹 Qìdān) ableitet. Südchina war für ihn Manji (蠻子 Mánzi), eine nicht gerade freundliche Bezeichnung für Barbaren.

„Die älteste von den Chinesen selbst für ihr Land angewendete Bezeichnung ist wohl ‚Tiānxià’ [天下], Unter dem Himmel; ‚Sìhǎi’  [四海], (alle innerhalb) der vier Meere, und ‚Zhōngguó’  [中國], das Reich der Mitte, sind ebenfalls alte Namen.

Himmlisches Reich ist die Übersetzung von ‚Tiāncháo’ [天朝], d.h. himmlische Dynastie oder das Land, über das die vom Himmel eingesetzte Dynastie herrscht. ‚Zhōnghuáguó’ [中華國], das blumenreiche Land der Mitte, wird besonders literarisch verwendet und ist darauf zurückzuführen, daß die Chinesen sich für die gebildetste (Huá) [華] Nation der Erde halten. ‚Nèidì’  [内地], das innere Land, im Gegensatz zu den äußeren Barbaren, wird hauptsächlich in diesem Sinne gebraucht. ‚Límín’ [黎民], die schwarzhaarige Rasse, ist ein häufig für das Volk angewendete Ausdruck. Auch der Name ‚die hundert Familien’ [百姓 Bǎixìng] findet sich.

Das Volk wird weiter als ‚ Zhōngguórén’ ([中國人] Leute des Reiches der Mitte) und als ‚Hànrén’ [漢人] oder ‚Hànzi’ ([漢子] Männer oder Söhne Hans) bezeichnet. Schon unter der Qin-Dynastie [秦朝 Qíncháo], 221 v. Chr., scheint die Sitte aufgekommen zu sein, das Land und die Bewohner nach der Dynastie zu nennen; die Dauer dieser Dynastie war aber kurz und der Haß gegen ihren Gründer zu groß, um die Bezeichnung zu einer bleibenden werden zu lassen.

Dagegen haben die Namen anderer Dynastien: der Han-, der Tang- und der mandschurischen Tsching-Dynastie [清朝 Qīngcháo], sich mehr eingebürgert; ‚ Tángrén’ [唐人], Männer von Tang, und ‚Qīngrén’ [清人], Männer von Qīng, wird oft angewendet. Die letzte Dynastie nannte das Reich nach ihrer eigenen Bezeichnung ‚Dà Qīngguó’ [大清國], das große reine Reich; auch ‚Qīngcháo’ [清朝], die reine Dynastie, wird oft gebraucht. ‚Huáxià’ [華夏], die herrlichen Xià, ist auf die alte Xia-Dynastie ([夏朝 Xiàcháo] 2205 - 1766 v. Chr.) zurückzuführender, aber wohl erst später angewandter Name.

Das ‚Kitai’ [Кита́й] der Russen und ‚Kathai’ [چین] der Perser stammt von den Kitan-Tataren, die unter dem Namen der Liau- (Liao-) Dynastie  [遼朝 Liáocháo] von 937-1125 in Nordchina herrschten.

Die indischen Buddhisten nennen China ‚Khin tan’, Morgendämmerung; Manzi [蛮子], Manji, ist Südchina, und seitdem die Song-Dynastie [宋朝 Sòngcháo] von den Mongolen aus dem Norden vertrieben als südliche Song-Dynastie 1227 n. Chr. ihre Residenz in Hángzhōu [杭州] aufschlug, auch die Bezeichnung für ganz China; Kolumbus suchte Manzi. ‚Dōngtǔ’ [東土], das Land des Ostens, findet sich nur bei mohammedanischen Schriftstellern.

Woher der (zuerst 1539 gebrauchte) europäische Name China kommt, ist zweifelhaft. Daß er bloß auf die Qin-Dynastie [秦朝 Qíncháo] zurückzuführen sei, ist besonders nach Ferd. Freiherrn v. Richthofen unwahrscheinlich. Mit dem ‚Sinim’ [סינים] des Propheten Jesaias, dem altpersischen ‚Matschin’, dem großen ‚Tschin’, das im Mittelalter allerdings für China angewendet wurde, und dem im Gesetzbuche des Manu  [मनु] und im Mahābhārata [महाभारत] vorkommenden ‚Tschina’ hat es, nach Richthofen, ebenfalls keinen Zusammenhang. Dagegen war China den verschiedensten Völkern des Altertums als Jin, Chin, Tsin, Tschin, Tschina und Tzinistan bekannt. Richthofen glaubt, daß der Name, der allen diesen Bezeichnungen zugrunde gelegen habe, auf dem Seewege verbreitet worden sei, und führt ihn auf ‚Rìnán’ [日南], südlich von der Sonne, zurück, mit dem die Chinesen im Altertum Tongking  [東京 Dōngjīng] und Cochinchina  [南圻 Nánqí], vielleicht auch noch Kambodscha bezeichneten; daß Marco Polo das bei Zayton ([刺桐 Cìtóng] 泉州 Quánzhōufu, zwischen Amoy  [廈門 Xiàmén] und Fúzhōu [福州]) gelegene Meer das von Tschin nennt,scheint dafür zu sprechen. — Die bei den Römern gebräuchliche Bezeichnung ‚Seres’  [Σῆρες, lat. Sērēs] dürfte auf sze, sse, ssier (chinesisch = Seide  [丝 sī]) zurückzuführen sein.

Die Kitan (auch 契丹 [Qìdān]) waren eine protomongolische Horde aus der heutigen Mandschurei, die schon im 6. Jhrd. existierte. Apaoka ([阿保機 Ābǎojī] gest. 926) besiegte 924 die Kirgisen und dehnte seine Macht auf die Mongolei aus. Apaokas Sohn Déguāng [德光] besetzte große Teile Nordchinas (Liao-Dynastie).

Das Liao-Reich war sinisiert und stellte noch im 11. Jhrd. eine bedeutende Macht dar. Unter der Liao und Jin-Herrschaft [金朝 Jīncháo; 1125 – 1234] wurden in der Mandschurei Städte bis hin zum  Amur-Fluss  [黑龍江 Hēilóngjiāng] gegründet, mit 60 – 70 ha Fläche und bis zu 10 m hohen Mauern. Man betrieb Ackerbau und züchtete Pferde.

Etwa 1116 (Einnahme von Liáoyáng [遼 陽]) bis 1125 (Gefangennahme des Kaisers) wurde das Liao-Reich von den ebenfalls aus der Mandschurei stammenden Jurchen [女眞 Nǚzhēn] (Jin-Dynastie) übernommen. Ein Teil der Kitan floh westwärts und gründete als Kara-Kitai  [西遼 Xī Liáo; 1124-1218] 1141 am Fluss Chu ein neues Reich, das bis zur Mongoleninvasion 1218 bestand.

Die russische Bezeichnung für China - ‚Kitaj’  [Кита́й] – geht  auf die Kitan zurück.“
(http://www.jaduland.de/asia/china/text/name.html)

cathay

Der Name Cathay hat sich in den slawischen Bezeichnungen für ganz China erhalten. So heißt China auf Russisch Kitaij (Китай). Aber auch die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific (國泰航空 Guótài Hángkōng) verwendet diesen Namen heute noch.

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