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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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23. September 2013

Bronzeschrift

金文 jīnwén
鐘鼎文 zhōngdǐngwén


書 (shū = Schrift, Buch)

Chinesische Intellektuelle hatten seit der Song-Dynastie (宋朝 Sòngcháo; 960 - 1279) antikes Bronzegerät gesammelt und die darauf befindlichen Inschriften studiert. Bis zur Entdeckung der Orakelknochen waren diese Zeichen die einzigen, die Aufschlüsse über die Entwicklung der Schrift gaben.

Dieses Bronzegerät wurde für Opferzeremonieen benutzt, bei denen man den Geistern der Ahnen Fleisch und Wein und Leckereien opferte, um sie günstig zu stimmen.

Früheste Schrift in China war die 3.000 Jahre alte Orakelknochenschrift (甲骨文). Später wurden Gegenstände aus Bronze zu gegossen, die mit Schriftzeichen versehen wurden. Während der Frühlings- und Herbstperiode (770 - 476 v. u. Z.) sowie in der Zeit der Streitenden Reiche (475 - 221 v. u. Z.) wurden die Siegelschrift benutzt. Die Normalschrift wird seit Ende der Han-Dynastie (206 v. u. Z. - 220) bis zum heutigen Tag geschrieben.

bronzeschrift-chen-zihe

„Der Kaiser war am Binyin-Tag im April in der Hauptstadt Fang und schenkte Jing einen Bogen. Jing war sehr überrascht und verneigte sich dankbar. Um seine Dankbarkeit zu zeigen, ließ er ein Yi-Gefäß aus Bronze anfertigen in der Hoffnung, dass es Kinder und Enkelkinder ewig benutzen mögen.“

Die abgebildete Kalligrafie gibt einen archaischen Schrifttypus wieder, wie er sich auf der Innenseite eines Bronzegefäßes aus der westlichen Zhou-Dynastie findet. Der Kalligraf Chen Zihe gründet seinen Ruf auf seine Gewandtheit in den verschiedensten Schriftarten. Die Abbildung macht deutlich, wie intensiv sich Chen mit diesen alten Schriftformen beschäftigt hat und wie anders die in den äußeren Zeilen verwendeten, heute gebräuchlichen Zeichen sind.

Ein Yi-Gefäß ist ein Opferweinbehälter in der Form eines weithalsigen Topfes mit Deckel und einem Bügelhenkel.
(Suzanne Wen-Pu Yao: Ostasiatische Schriftkunst. Berlin: Museum für Ostasiatische Kunst, 1981)

 

Die Schriftzeichen der Bronzeinschriften sind manchmal unregelmäßig und sowohl in ihrer Form als auch in ihrer Größe nicht so regelmäßig wie in einer modernen Schrift.

Das 寅 ''Yín''  (erster Monat des Sonnenkalenders: 4. Februar bis 5. März), auf vier verschiedenen Bronzen der Shang- und der Zhou-Zeit

Shang-Dynastie späte Westliche Zhou frühe Streitende Reiche späte Streitende Reiche

 

Im frühen 8. Jahrhundertentstand die bislang längste gefundene Bronzeinschrift auf einem Dreifuß, der so genannte Máo Gōng Dĭng (毛公鼎; Dreifuß des Fürsten Mao). Im Boden des Gefäßes präsentiert sich ein 490 Zeichen langer Text. Daraus erfährt man Ereignisse um die Familie des Fürsten Mao. Bei Inschriften wird meistens etwas über den Eigentümer berichtet, welche Ehrungen er erhielt, an welchen Kriegszügen er teilgenommen hat oder welche guten Taten er vollbracht hat.

Der Kessel ist 53,8 cm hoch und wiegt 34,7 Kilogramm. Die 497 Schriftzeichen beeinflussten die Piktogramme für die Sportarten bei den Olympischen Spiele 2008 in Peking mit.

 

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