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03. Dezember 2012

Burakumin

部落民 burakumin (Gemeinschaft + Volk)
非人 hinin (Nicht-Menschen)
穢多 eta (viel Schmutz)
 
„Sie sehen aus wie Japaner, sprechen wie Japaner, bewegen sich wie Japaner, haben dieselbe Religion wie Japaner. Sie sind Japaner. Dennoch werden sie von ihren Landsleuten diskriminiert und in Gettos abgedrängt. Sie müssen sozial niedere Berufe ausüben, ihr Bildungsniveau ist schlecht, ihre Wohnsituation katastrophal. Diese Ausgestoßenen sind die burakumin, Leute aus bestimmten Weilern (buraku), Leute aus den Gettos, die allen Beschwörungen von der harmonischen, homogenen Gesellschaft Japans Hohn sprechen.“

Die diskriminierte Minderheit lebte früher in besonderen Wohnvierteln, wo ihre Vorfahren unreinen Tätigkeiten nachgingen. Dazu gehörten alle Tätigkeiten, die mit dem Töten von Tieren zu tun hatten (z. B. Metzger oder Gerber).

Obwohl ihre Diskriminierung 1871 offiziell verboten wurde, wird ihnen keine große Firma einen Arbeitsplatz anbieten, keine Familie die Einheirat gestatten. Und damit kein Burakumin seine Identität verleugnen kann, haben Detektivbüros eine schwarze Liste zusammengestellt, die alle Buraku-Gettos auf über 600 Seiten enthält. Das Verzeichnis wurde zwar formell eingestampft, aber 1975 kam heraus, dass Konzerne das Buch gekauft hatten, um bei der Durchsicht der Einstellungsfragebögen die Burakumin aussieben zu können.
 
„‚Jeder burakumin ist nur ein Siebtel eines echten Menschen wert’, so die Beschreibung des Autors Shimazaki Toson. Im feudalen Japan wurden sie nur ‚Ansammlung von Schmutz’ genannt. Und selbst heute haben es Nachkommen von burakumin schwer, Anerkennung in der Gesellschaft zu finden. …

Erst im 20. Jahrhundert begannen die burakumin, gegen ihre Diskriminierung zu kämpfen. Sie waren nicht mehr gebunden an ihre ‚unreinen’ Berufe, aber an ihren Namen konnte man ihre Geschichte noch ablesen. Sie lebten nach wie vor in eigenen Siedlungen und konnten sich nicht integrieren. Bei Hochzeiten und Einstellungsgesprächen wird geprüft, ob man in seiner Verwandtschaft oder unter seinen Vorfahren burakumin hat. Sollte dies nachgewiesen werden können, werden Hochzeit oder Einstellung abgelehnt. Auch heute noch weisen Arbeitgeber Bewerber ab, wenn ihr Name auf eine burakumin-Vergangenheit schließen lässt. Die Gesellschaft und die Firma sollen rein bleiben und nicht durch burakumin und ihre Geschichte beschmutzt werden.“
(Fritz Schumann: Japan 151. Conbook, 2013. ISBN: 978-3-943176-27-8)

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