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Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
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0621-5203-423

Sekretariat
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03. Dezember 2012

Buddhismus

佛教 fójiào (Buddha + Lehre)
仏教 butsukyō / bukkyō (Buddha + Lehre)
 
buddhismus-symbol
धर्मचक्र
dharmacakra
Rad des Gesetzes
法轮
Fǎlún (bei 法轮功 Fǎlún gōng)
 

„Der Buddhismus kann Christen oder Muslimen schon etwas seltsam vorkommen. Denn in diesem Glauben gibt es kein Paradies und keinen allmächtigen Gott. Heute bekennen sich rund 360 Millionen Menschen zu der friedlichen Lehre, deren Geschichte 2500 Jahre zurückreicht

Ein bisschen aufgeregt ist Yoshi schon. Welche Frage wird ihm sein Meister wohl stellen? Aha, da kommt sie: In Tokio steht eine große Buddhastatue. Warum setzt sich ein Vogel darauf? Hmm. Yoshi zieht die Stirn in Falten. Ganz schön knifflig, findet der japanische Junge. Bis er darauf eine Antwort gefunden hat, wird er sicher lange nachdenken müssen.

Zur gleichen Zeit in China: Nachdenken? Nein, das hat Wong nicht nötig. Zack! Sein Bein schnellt nach vorn – das geht so automatisch wie ein Atemzug. Der Knabe springt herum und lässt die Hände durch die Luft wirbeln. Stünde vor ihm ein Gegner, wäre der jetzt windelweich geprügelt. Wong trainiert täglich Kung-Fu bis zum Umfallen.

Noch eine Reise, in den Süden, nach Thailand: Eine milde Gabe – bittet Biaw – und hält seine Schüssel demütig vor sich hin. Heute ist er wieder mit dem Sammeln von Almosen dran. Die Menschen in der Gegend sind bitterarm. Aber großzügig. Spenden, das wissen sie, macht glücklich. Eine kleine Münze nach der anderen landet in Biaws Gefäß.

Kaum zu glauben: So unterschiedlich ihr Tag aussieht – Yoshi, Wong und Biaw haben vieles gemeinsam. Alle drei sind nämlich buddhistische Mönche. Sie bekennen sich zum Buddhismus einer der großen Weltreligionen, an die heute rund 360 Millionen Menschen glauben. Yoshi lernt in einem Zen-Kloster, in dem Meister ihre Schüler gern mit Rätseln verwirren. Wong wohnt im berühmten Shaolin-Kloster, in dem Mönche aus alten Kampfkünsten vor 1500 Jahren ihren Kung-Fu-Stil entwickelt haben. Und Biaw lebt in einem der 40000 Klöster in Thailand. Für die Mönche dort gehört das Spendensammeln zu ihren normalen Aufgaben. …

Der Achtfache Pfad

Christen haben von Gott zehn Gebote erhalten, Juden sogar 613. Auch Buddhisten müssen acht Regeln beachten, wenn sie Schritt für Schritt erlöst werden wollen. Buddha hat diese Schritte den Achtfachen Pfad genannt.

  1. Der erste Schritt ist das richtige Denken: Die Gläubigen müssen erkennen, dass sie ihr Schicksal durch gute Taten verbessern und durch böse Taten verschlechtern.
  2. Dabei ist schon, zweitens, die richtige Gesinnung wichtig: Menschen dürfen nicht gierig sein, andere Lebewesen hassen oder täuschen.
  3. Stattdessen sollen sie gütig und milde sein – und recht reden, also nicht lügen. Das ist der dritte Schritt.
  4. Der vierte Schritt ist das richtige Handeln. Dies ist für Buddhisten friedlich: Töten und Stehlen sind schwere Sünden.
  5. Fünftens muss der Gläubige richtig leben. Dazu gehört auch der Beruf: Verwerflich sind alle Tätigkeiten, die Menschen schaden – etwa mit Waffen oder Alkohol zu handeln.
  6. Durch rechtes Streben, den sechsten Schritt, sollen die Menschen ihre bösen Gedanken bekämpfen und edle Gedanken in sich wecken.
  7. Der siebte Schritt ist die rechte Achtsamkeit: Indem sie den Augenblick bewusst wahrnehmen, zum Beispiel einen Atemzug, können Buddhisten erkennen, wie vergänglich ihr Körper ist; das ist ein Weg, um Gier, Schmerz und Trübsal zu überwinden.
  8. Ganz wichtig ist für Buddha auch die Meditation. Das ist eine Übung, bei der Menschen still dasitzen und sich konzentrieren. Damit kann der achte Schritt gelingen, das rechte Sichversenken.“

(GEOlino)

„Als sich der Buddhismus in China ausbreitete, entstand eine Konkurrenz zwischen den Religionen. So hieß es dann, dass Buddha in Wirklichkeit Laozi, der sagenhaften Gründer des Daoismus sei. Als dieser auf seinem Ochsen nach Westen reitend hinter einem Gebirgspass für immer verschwand, sei er nämlich weiter nach Indien gegangen. Und nun sei die Lehre einfach wieder zurückgekehrt. Andersrum sollen Laozi und Konfuzius schlicht Buddhisten gewesen sein, die die wahre Lehre in China verbreiten sollten. Von den zum Teil heftigen Rivalitäten zwischen den Religionen spürt man heute nichts mehr. Man opfert Buddha im Todesfall und befragt den Daoisten bei Geisterbefall.“
(Ilka Schneider: „Zwischen Geistern und Gigabytes“ Abenteuer Alltag in Taiwan. Oldenburg, 2010. ISBN: 978-3-9811327-3-1)

Der Buddhismus ist mit etwa 375 bis 500 Millionen Anhängern die viertgrößte Religion der Erde.  Wie das Christentum kommt auch der Buddhismus in seinem Ursprungsland heute kaum noch vor. In Indien bekennen sich nur 0,7 Prozent zum Buddhismus.
 
Schlüsselbegriffe

Ein zentraler Begriff ist das Nirwana, wörtlich der Zustand der Flamme, wenn sie erloschen ist. Was bleibt von der Flamme, wenn sie erloschen ist? Nichts. Für Buddha selbst bezeichnete es den Zustand, in dem alles Begehren erloschen ist und der Mensch von der Kette der Wiedergeburten erlöst wird.
 
कर्मन्
karman
निर्वाण
nirvāṇa
涅槃
nièpán
Karma (Wirken, Tat) ist ein religiöses Konzept, nach dem jede Handlung unweigerlich eine Folge hat.  Das indische Wort Nirvana bedeutet eigentlich Verwehen. Der chinesische Begriff nièpán bedeutet Auslöschen der Wiedergeburt.
 
Gutes wie schlechtes Karma erzeugt die Folge der Wiedergeburten. Höchstes Ziel ist es, diesem Kreislauf zu entkommen, indem kein Karma mehr erzeugt wird.
 
1885 wurde die internationale buddhistische Flagge geschaffen. 

blau symbolisiert das universelle Mitgefühl
gelb symbolisiert den mittleren Weg
rot symbolisiert den Segen der Praxis (Vollendung, Tugend,  Weisheit, Glück und Erhabenheit)
weiß symbolisiert die Reinheit des Dharma (der Lehre) und vollkommene Befreiung jenseits von Zeit- und Raumgebundenheit
orange symbolisiert die Weisheit der Buddhalehre
 

buddhismus

  • Das Rad des Gesetzes wird mit acht Speichen dargestellt, die den „Achtfachen Pfad“ zur Befreiung symbolisieren.
  • Die Internationale Buddhistische Flagge   ist seit 1950 Symbol des Buddhismus.
  • Om mani padme hum ist ein Mantra, das dem Bodhisattva des Mitgefühls zugeordnet wird.
     
महायान
Mahāyāna
हीनयान
Hīnayāna
বজযান
Vajrayāna
Der Name bedeutet Großes Fahrzeug und steht für das Ziel, alle fühlenden Wesen aus Samsara zu befreien. In vielen Mahayana-Schulen wird der Fleischverzehr abgelehnt. In den tibetischen Mahayana-Schulen wird das aus klimatischen Gründen offener gehandhabt. Der Theravada (Schule der Ältesten) ist die älteste Schultradition des Buddhismus. Er ist heute vor allem in Sri Lanka und Südostasien verbreitet. Die Bezeichnung Hinayana wird als diskriminierend empfunden. Diamantfahrzeug, besonders in Tibet und in der Mongolei (Lamaismus). Ziel ist nicht die Buddhaschaft, sondern in der Art und Weise, wie dieses Ziel erreicht werden soll.

buddhistische Schlüsselbegriffe
Amitabha अमिताभ - Bodhidharma बोधिधमृ - Bodhisattva बोधिसत्त्व - Bonze 坊主 - Buddha बुद्ध - Buddhismus 佛教 - Daibutsu 大仏 - Dalai Lama ཏཱ་ལའི་བླ་མ་ - Dickbauch-Buddha 笑佛 - Drei Religionen 三教 - Jadebuddha-Tempel 玉佛禅寺 - Jizo 地藏 - Kannon 観音 - Lama 喇嘛, Лам, བླ་མ - Maitreya मैत्रेय - Om mani padme hum ॐ मणिपद्मे हूँ - Pagode 塔 - Pantschen Lama པན་ཆེན་བླ་མ་ - Reines Land 净土 - Zehn Ochsenbilder 十牛圖 - Zen ध्यान - Zengarten 枯山水
 

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