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03. Dezember 2012

Bodhisattva

बोधिसत्त्व Bodhisattva
菩薩 Púsà
菩提薩埵 Pútísàduǒ (Bodhisattva)
菩薩 (bosatsu)

Der bekannteste Bodhisatva ist  der Dalai Lama.

„Bodhisattva Avalokiteśvara [अवलोकितेश्वर] hat es geschafft: Alle leidenden Wesen sind erlöst! Nach all den Mühen und Tränen hat sie endlich die leidenden Wesen aus dem Kreislauf des Leidens befreit und ins Nirvāṇa [निर्वाण] geführt. Erschöpft blickt sie zurück - doch nein: Die Welt ist (wieder) angefüllt mit leidenden Wesen, die der Erlösung harren! Aus Trauer und Enttäuschung springt Bodhisattva Avalokiteshvaras Kopf in tausend Stücke. Doch damit sie ihr Werk fortsetzen kann, erhält sie von Amitābha [अमिताभ] einen neuen. So erzählt es die Legende.

Das Gelübde eines Bodhisattva ist es, all die zahllosen leidenden Wesen zu erretten. ‚Alle Wesen?‘, mag man stauend und ungläubig innehalten: ‚Alle Wesen? Ist das nicht ein bisschen zu viel des Guten? Das kann ja gar nicht gehen.‘

Neugierig geworden stellen wir eine ganz einfache Frage: ‚Was ist das, ein Bodhisattva?‘ …

Das Wort Bodhisattva setzt sich aus den Sanskrit-Begriffen bodhi und sattva zusammen. Bodhi bedeutet Erleuchtung und sattva empfindendes Lebewesen. Ein Bodhisattva bezeichnet also ein empfindendes Wesen, das dem Buddha-Weg folgt und versucht sich zu vervollkommnen und die Erlösung vom Leiden, die Erleuchtung, anstrebt. Aber auf diesem Weg kommt die Einsicht, dass er sich nicht in seine ‚private‘ Erlösung retten kann, solange noch so viele Wesen im Leid gefangen sind. Was wäre das auch für eine paradiesische Ruhe, die durch die andauernden Rufe der Leidenden gestört wird. Aus großem Mitleid allen empfindenden Lebewesen gegenüber verzichtet er auf den Eintritt in Nirvana, bis alle Lebewesen errettet sind. Dieser Aufgabe widmet er sein Da-Sein, immer wieder, von Lebensrunde zu Lebensrunde.‘
(Bodhisattvas - Eine Einführung)

 
Bodhisattvas sind Wesen, welche den Entschluss gefasst haben, Buddhas zu werden. Sie setzen aber den Entschluss, Buddhas zu werden, nicht sofort in die Tat um, sondern verbleiben noch eine Weile in der Welt des Leidens, um anderen Geschöpfen hilfreich beistehen zu können.
 
四弘誓願 Die Vier Großen Gelübde
眾生無邊誓願度
煩惱無盡誓願斷
法門無量誓願學
佛道無上誓願成
Die Zahl der Wesen ist unendlich; ich gelobe, sie alle zu erlösen
Gier, Hass und Unwissenheit entstehen unaufhörlich; ich gelobe, sie zu überwinden
Die Tore des Dharmas sind zahllos; ich gelobe, sie alle zu durchschreiten
Der Weg des Buddha ist unvergleichlich; ich gelobe, ihn zu verwirklichen
 
Auf die Frage, wie er mit dem Bodhisattva-Gelübde umgehe, antwortete der Zen-Meister Wu Bong (우봉, Jacob Perl): „Wie kann ich Dir helfen?"
 
Vier Bodhisattvas seien hier besonders erwähnt:
 
 मञ्जुश्री
Mañjuśrī
chinesisch: 文殊 Wénshū
japanisch: 文殊 Monju
 समन्तभद्र
Samantabhadra
chinesisch: 普賢 Pǔxián
japanisch: 普賢 Fugen

Manjusri, der Edle, verkörpert die Weisheit und wird zumeist mit einem die Unwissenheit durchschneidenden Schwert oder einer Lotusblume dargestellt, oder auf einem gezähmten Löwen reitend.

Manjusri hilft, die Unwissenheit zu überwinden und Weisheit zu erlangen. Er ist der Schutzherr der Gelehrten und Studierenden, gibt Inspiration und Erkenntnis, wenn man ihn anruft. Er wird morgens angerufen, um mit seinem Flammenschwert die Dämonen der Finsternis zu vertreiben und das Licht zu bringen.
(Foto: Wikimedia)

Samantabhadra, der Verdienstvolle und Gütige, verkörpert die Gelübde, das Wissen, den strahlenden Gebrauch der Weisheit. Er ist der Bodhisattva der großen Taten und Wächter des Wissens und wird zumeist mit zusammengelegten Handflächen auf einem Elefanten mit sechs Stosszähnen dargestellt.

Samantabhadra gilt als der „Allumfassend Gute“ und „Ringsum Segensreiche“, der jene beschützt, die die buddhistische Lehre erklären. Er verkörpert die „Weisheit der Wesensgleichheit“ und die Güte. In Japan wird er oft als „Verlängerer der Lebens“ betrachtet.
(Foto: Wikimedia)

अवलोकितेश्वर
Avalokiteśvara
chinesisch: 觀音 Guānyīn
japanisch: 観音 Kannon
क्षितिगर्भ;
Kṣitigarbha
chinesisch: 地藏 Dìzàng
japanisch: 地蔵 Jizō

Avalokiteśvara (Kannon), der Erhörer der Schreie in der Welt, repräsentiert das Mitleid. Er wird meist in einer weiblichen Form dargestellt, oft mit 11 Köpfen oder 1000 Armen. In Tibet gilt der Dalai Lama als Verkörperung dieses Bodhisattvas.

Avalokiteshvara ist einer der bekanntesten Bodhisattvas. Die Legende erzählt, dass Avalokiteshvara (der Herr, der mit Mitgefühl sieht) vor dem Eintritt ins Nirvana die Hilfeschreie der leidenden Wesen hörte, worauf er von Mitleid erfasst wurde und beschloss, nicht ins Nirvana einzugehen, bevor nicht alle Wesen befreit seien. Im gleichen Augenblick bekam er unzählige Hände und elf Köpfe, um überall zur Stelle zu sein, wo Hilfe nötig ist.
(Foto: Flickr-Nutzer Zhao Wang)

Kshitigarbha, der Erden-Schoß, hilft allen leidenden Wesen in den sechs Höllen und ist Beschützer der Kinder, der Ungeborenen und der Reisenden. Dargestellt wird der Bodhisattva der vielen Gelübde als kahlgeschorenener Mönch mit Wanderstab und einem Juwel.

Jizō ist der Schutzgott der Kinder, die vor ihren Eltern sterben. Seit den 1980er Jahren entwickelte sich ein Trend, ihn auch als Wächter der Seelen, also von Totgeborenen, Fehlgeburten und abgetriebenen Föten, zu verehren. Dies ist im Zusammenhang mit einer damals wegen eines Verbotes von Verhütungsmitteln verbreiteten Abtreibungspraxis zu sehen.
(Foto: Wikimedia)

buddhistische Schlüsselbegriffe
Amitabha अमिताभ - Bodhidharma बोधिधमृ - Bodhisattva बोधिसत्त्व - Bonze 坊主 - Buddha बुद्ध - Buddhismus 佛教 - Daibutsu 大仏 - Dalai Lama ཏཱ་ལའི་བླ་མ་ - Dickbauch-Buddha 笑佛 - Drei Religionen 三教 - Jadebuddha-Tempel 玉佛禅寺 - Jizo 地藏 - Kannon 観音 - Lama 喇嘛, Лам, བླ་མ - Maitreya मैत्रेय - Om mani padme hum ॐ मणिपद्मे हूँ - Pagode 塔 - Pantschen Lama པན་ཆེན་བླ་མ་ - Reines Land 净土 - Zehn Ochsenbilder 十牛圖 - Zen ध्यान - Zengarten 枯山水
 

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