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03. Dezember 2012

Bo Yang

郭定生 Guo Dingsheng
柏楊 Bó Yáng (Familienname: Bo)
1920 - 2008
 
 
„Ich lebe seit über dreißig Jahren in Taiwan. Zehn Jahre lang schrieb ich Romane, zehn Jahre lang Essays, von 1968 bis 1977 saß ich zehn Jahre lang im Gefängnis, und jetzt beschäftige ich mich zehn Jahre lang mit Geschichte. Das ist eine gleichmäßige Verteilung, würde ich sagen.
 
Warum habe ich keine Romane mehr geschrieben? Weil ich finde, daß man sich mit Romanen nur indirekt äußern kann. Ein Essay aber ist wie ein Dolch, den ich direkt ins Herz des Übels hineinstoßen kann. Ein Essay ist wie ein konstant mahnender Beifahrer, der dem Fahrer sagt, wenn er falsch gefahren ist. Man muß unaufhörlich mahnen, unaufhörlich rufen – hat man zu laut gerufen, wird man allerdings für längere Zeit ins Gefängnis gesperrt. Die Leute, die das Steuer in ihren Händen halten, meinen nämlich, daß sie niemals Fehler begehen, und niemand macht sie darauf aufmerksam.

Ich habe in meiner Zelle darüber nachgegrübelt, warum ich im Gefängnis sitze, was für ein Verbrechen ich begangen, gegen welches Gesetz ich eigentlich verstoßen habe. Noch angestrengter versuchte ich nach meiner Entlassung herauszufinden, ob das, was mit mir geschehen war, als ein normaler oder ein besonderer Fall anzusehen ist. Da traf ich, als ich am International Writers Program in Iowa teilnahm, offiziell mit Schriftstellern vom chinesischen Festland zusammen. Hierbei entdeckte ich, daß es solchen Menschen wie mir von Gott bestimmt ist, im Gefängnis zu landen – wenn nicht in Taiwan, dann in der Volksrepublik. Die Schriftsteller vom Festland sagten mir: ‚Mit deinem Temperament wärst du gar nicht erst bis zu den Roten Garden und zur ‚Großen Kulturrevolution’ gekommen; die ‚Kampagne gegen Rechte Elemente’ hätte dich schon weggewischt.’“

(Helmut Martin und Christiane Hammer: Die Auflösung der Abteilung für Haarspalterei. Texte moderner chinesischer Autoren. Reinbek: Rowohlt, 1991. ISBN: 3-498-02907)
 
„Vor zwanzig Jahren [1985] erregte der chinesisch-taiwanische Essayist und Historiker Bó Yáng mit seinem Buch ‚Der hässliche Chinese und die Krise der chinesischen Kultur [醜陋的中國人 Chǒulòu de Zhōngguórén] internationales Aufsehen. In jener Selbstkritik verglich er China mit einem Bottich zäher Sojapaste [Sojasauce, 醬油 jiàngyóu], eine Metapher, die er auch heute noch für gerechtfertigt hält. …
 
In diesem bissig-zynischen Essay prangerte Bó Yáng die chinesische Kultur als solche an, hauptsächlich die seiner Meinung nach inhärenten destruktiven Elemente des Konfuzianismus, etwa den traditionellen chinesischen Bürokratismus, aber auch das Fehlen von Selbstrespekt: ‚Ein Chinese mit einem Minderwertigkeitskomplex ist ein Sklave. Einer mit einem Superioritätskomplex dagegen ein Tyrann.’“
(Matthias Messmer in der Neuen Zürcher Zeitung vom 22. November 2005)
Das Buch löste eine Art Bo-Yang-Fieber aus, das sich bis in die Führungszirkel des Pekinger Machtzentrums ausbreitete. Während ihn die einen als Visionär bezeichneten, der die Schwächen Chinas erkannte, brandmarkten ihn andere als Verräter am chinesischen Volk. Bó Yáng bemängelt die große Anzahl von Büchern über die Größe Chinas und dessen Kultur, bei gleichzeitigem fast vollständige Fehlen von Beiträgen, die gegensteuern.
 
 
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