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03. Dezember 2012

Bauern

農民 nóngmín (Bauer + Volk)

Bauer in China
(Foto: Wikimedia)

Bauer Dai

„China ist vermutlich eines der ganz wenigen Länder, in denen man Bauern sehen kann, die in dunklem Anzug mit Krawatte ihre Felder bestellen. Keine Maßanzüge freilich und keine Designerkrawatten. Grobe, bei näherem Hinsehen arg verdreckte, ausgefranste Anzüge und gräßliche Schlipse von den Wühltischen der nächstgrößeren Stadt.
 
Ich pflegte mich darüber lustig zu machen und schüttelte mit der blasierten Überheblichkeit des privilegierten Durchreisenden aus einem fernen, reichen Land befremdet den Kopf über diese eigenartige, deplatzierte Garderobe. Bauern hatten nach meinem Verständnis blaue Mao-Anzüge zu tragen. Bis ich irgendwann von einem pflichtbewussten Waiban, der gebeten worden war, mir einen typischen Bauern seiner Region vorzustellen, und der natürlich den zufriedensten und wohlhabendsten Landmann weit und breit ausfindig gemacht hatte, zu Bauer Dai geführt wurde. ...

Bauer Dai bestellte nebenher seine Felder in Anzug und Weste, mit Schlips und Manschettenknöpfen, und da konnte ich nicht umhin zu fragen: ‚Warum tragen Sie bei Ihrer Arbeit eigentlich diese besondere, nach meinem unmaßgeblichem Empfinden für einen Bauern doch eher ungewöhnliche Kleidung?‘

So selbstverständlich und entwaffnend, dass ich nie wieder belustigt schnaufte, wenn ich einen Bauern im Frack erblickte, antwortete er: ‚Wir sind zwar nur einfache Bauern. Aber auch wir haben ein Recht auf Schönheit.‘“

(Gert Anhalt: Chinas nackter Fallschirmspringer, München: Lichtenberg 1999, ISBN 3-7852-8444-6)
Lage der Bauern in China
 
In der Rangordnung des alten Chinas folgten die Bauern gleich hinter den Gelehrten an zweiter Stelle, noch vor Handwerkern und Kaufleuten. Die Volksrepublik stufte die Bauernschaft als revolutionäre Klasse ein. Diese offiziellen Auffassungen stehen jedoch im Gegensatz zur Wirklichkeit, in der die Bauern zu allen Zeiten ebenso geächtet wie ideologisch gepriesen wurden.

Eine Studie über die Lage der Bauern in China (中國農民調查 Zhōngguó Nóngmín Diàochá, Zur Lage der chinesischen Bauern) stellt Ausbeutung der Landbevölkerung durch eine Vielzahl von Steuern und Abgaben fest, verschärft durch Bereicherung örtlicher Kader, vor denen es keinen Schutz gibt.
 

bauerninchina

Im Vorwort schreiben die Autoren:
 
„Wir beobachteten unvorstellbare Armut und undenkbar Böses, wir sahen unvorstellbare Not und undenkbare Hilflosigkeit, unvorstellbaren Widerstand in unvergleichlicher Stille, und wir wurden mit unglaublichen Tragödien jenseits unserer Vorstellungskraft konfrontiert…“

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