• Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
    Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
  • Schwerpunkt Korea
    Schwerpunkt Korea
  • Schwerpunkt China
    Schwerpunkt China
  • Schwerpunkt Japan
    Schwerpunkt Japan

Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

_______________________

pdf» Information in English (pdf)
pdf» Partner Universities (pdf)

03. Dezember 2012

Bando (Kriegsgefangenenlager Bando)

板東俘虜収容所  Bandō Furyoshūyōjo (Kriegsgefangenenlager Bandō)

バルトの楽園
Baruto no gakuen
Paradies der Bärte

„Ein kürzlich erschienener deutsch-japanischer Spielfilm (‚Ode an die Freude’, 2007 [バルトの楽園 Baruto no gakuen, Paradies der Bärte]) verlegt die Aufführung der ‚Neunten Symphonie[第九 Daikyū] in den Sommer 1919 und lässt - durchaus effektvoll - das Abschiedskonzert der deutschen Musiker nach dem Friedensschluss stattfinden. In Wirklichkeit war der Termin schon am 1. Juni 1918, also noch zu Kriegszeiten.
 
Welches Niveau die Aufführung erreichte, kann man nur ahnen. Wahrscheinlich war sie misslungen und wurde deshalb in der Lagerzeitung gar nicht erwähnt. Die Musiker hatten sich wohl übernommen. Dennoch: Da die ‚Neunte Symphonie’ erstmals in Japan im Lager Bandō vollständig erklang, nennt sich die Stadt Naruto [鳴門] heute werbewirksam ‚Heimat der Neunten’ und hält die Erinnerung an das Ereignis durch jährliche Aufführungen bei einem neuerrichteten ‚Deutschen Haus’ [鳴門市ドイツ館 Naruto-shi Doitsu kan] wach. …
 
 
61 Kriegsgefangene aus Bandō zogen es vor, in Japan zu bleiben. Sie heirateten dort, gründeten Familien und gingen ihren Berufen in einem Land nach, das ihnen in den Jahren der Gefangenschaft zur Heimat geworden war. …
 
Und Paul Kley, der als letzter Überlebender im Jahr 1992 verstarb, meinte: ‚Nirgendwo in der Welt gab es ein Lager wie Bandō, und nirgendwo in der Welt einen Lagerkommandanten wie Matsue [松江].’“
(Folker Reichert in Damals, Nr. 11 2008)

Bandō wurde zur menschenfreundlichsten Haftanstalt in Japan durch den Lagerkommandanten Matsue Toyohisa (松江豊寿), der viel Verständnis für die Gefangenen aufbrachte.
(Foto: Beethoven-Haus Bonn)
 
Einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung deutschen Kulturgutes in Japan leisteten die Inhaftierten eines Kriegsgefangenenlager auf der südjapanischen Insel Shikoku (四国). Dort waren während des Ersten Weltkrieges nahe dem Ort Bandō (板東) deutsche Reservisten und Freiwillige mit den unterschiedlichsten Berufen interniert, die 1914 in der deutschen Kolonie Tsingtau (青島 Qīngdǎo) in japanische Gefangenschaft geraten waren.

Das Lagerleben glich dem Leben in einer deutschen Kleinstadt. Es gab eine Lagerdruckerei, in der Veranstaltungsprogramme, Postkarten, Eintrittskarten, Musiknoten, Reklamezettel, Bücher und die Lagerzeitung „Die Baracke“ oder aber auch ein „Fremdenführer durch das Kriegsgefangenenlager Bando“ gedruckt wurden.
 

bando
Fremdenführer durch das Kriegsgefangenlager Bando
(Foto: Beethoven-Haus Bonn)

Bei einer Ausstellung, die sich an Besucher außerhalb des Lagers richtetete, wurden Gemälde, Zeichnungen, Handarbeiten, Apparate, Musikinstrumente, sowie deutsches Essen präsentiert. Über die Besucherzahl von 50.000 Gästen, aus der Umgebung waren die Gefangenen sehr stolz.
 

Japan im Krieg
Antijapanischer Krieg 抗日战争 - Japanische Besatzungszeit 일제시대 - Kriegsgefangenenlager Bando 板東俘虜収容所 - Massaker von Nanking 南京大屠殺 - Tojo Hideki 東條英機

logo

Ostasienlexikon
A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N
- O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z

Über uns

Den Kern des Instituts bilden 15 ständige Mitarbeiter. weiterlesen ...

Studium

Das Studium schließt nach acht Semestern mit dem Bachelor of Science ab. weiterlesen ...

Publikationen

Veröffentlichungen und Forschungsbeiträge aus dem Institut  weiterlesen ...

Wort des Tages

Aktuelle chinesische oder japanische Begriffe weiterlesen...

Ostasienlexikon

Schlüsselwörter aus China, Japan, Korea, Mongolei, Hongkong, Macau und Taiwan weiterlesen...

Sprichwörter

„Es gibt da ein chinesisches Sprichwort …“ – Wer kennt sie nicht, diese Einleitung? weiterlesen...