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03. Dezember 2012

Bambus

竹 zhú
竹 take

(Foto: Wikimedia)

Je länger ein Europäer im Reiche der Mitte und besonders in dessen südlichen Provinzen wohnt, desto mehr kommt es ihm zu Bewusstsein, was der anspruchslose und überall wachsende Bambus für die Chinesen bedeutet. Was sie ohne ihn anfangen sollten, ist schwer zu sagen. Entdeckt einer doch, auch wenn er schon jahrelang im Lande gewesen ist, immer wieder neue, ihm bisher unbekannte Arten der Verwendung. Schließlich muss man sich verwundert fragen, wozu er eigentlich nicht gebraucht wird."
(Ernst Ruhstrat: Sittenbilder aus China. 1905)


Fahrrad aus dem Jahr 1896 mit Bambusrahmen in einem Prager Museum
(Foto: Wikipedia)
Bambusgerüst am Hotel Vier Jahreszeiten in Hongkong
(Foto: Wikimedia)

„‚Man kann ohne Fleisch leben, aber nicht ohne Bambus", stellte der Beamtendichter Sū Dōngpō [蘇東坡, 1037 - 1101] fest, und er befand sich damit offenbar in Übereinstimmung mit seinen Zunftgenossen.
 
Bambus durfte in keinem Garten, in keinem Palast und in keinem Tempel fehlen. Da er die Blätter hängen läßt, sagt man, sein ‚Herz ist leer’, und dennoch steht er aufrecht. Also wurde er zum Symbol. der Bescheidenheit und der Tugend und damit zur Beamtenpflanze, ja zur Chinesenpflanze schlechthin.
 
Da er immer grün ist und im Winter nicht stirbt, diente er zugleich als Symbol des Alters wie auch auf Grund seiner hageren Kontur als Symbol erfahrungsreicher Greise. Von frühester Jugend an ist der pinselschwingende Chinese mit dem Bambus vertraut. Noch ehe er die ersten Schriftzeichen beherrscht, versucht er sich schon an der Kalligraphie der Bambusblätter, und das Thema begleitet ihn sein Leben lang.
 
Alle Stufen der Kunst führen über die Gestaltung des Bambus. Vor seiner abstrakt-linearen Schönheit übt sich der Künstler in Demut ein.“
(Friedemann Berger: Die Milchstraße am Himmel — und der Kanal auf Erden. 1988. ISBN 7-119-00621-5/Z.242)
Der britische Wissenschaftshistoriker Joseph Needham schrieb über das riesige Gras: „Die Kultur des Ostens ist eine Bambus-Kultur.“
 

 

Bambusgemälde von Xia Chang (夏昶)
(Quelle: Wikimedia)

Die Symbolkraft des Bambus beruht darauf, dass Bambus immergrüne Blätter hat, sein Herz leer ist, und er sich geschmeidig im Wind wiegt: Wegen der immergrünen Blätter ist er ein Zeichen des Beständigen. Das leere Herz steht für Bescheidenheit.

Der Stamm biegt sich im Wind, aber er bricht nicht. Die Blätter werden vom Wind bewegt, aber sie fallen nicht. Bambus gibt nach und bleibt gerade deshalb Sieger. Dies war auch ein Grund, weshalb während der Yuan-Dynastie (元朝 Yuáncháo, 1279 - 1368), unter der Fremdherrschaft der Mongolen, die Bambusmalerei so populär war, denn dadurch konnten die Literatenmaler ihre Missbilligung der Fremdherrscher zum Ausdruck bringen.
 
„Die meisten Europäer halten den Bambus für eine empfindliche tropische Pflanze, die unser nördliches Klima nicht vertragen könne. Es würde uns freuen, solchen Leuten die hohen japanischen Bambusrohre zeigen zu können, wie sie sich unter der Last des Februarschnees beugen, und zwar in Teilen des Landes, wo der Schneefall nicht dem Zoll, sondern dem Fuß nach gemessen wird. Tatsächlich bildet auch der Bambus im Schnee ein bevorzugtes japanisches Kunstmotiv.“
(Basil Hall Chamberlain: ABC der japanischen Kultur. Ein historisches Wörterbuch. Zürich: Manesse)
 

Pflanzen und Tiere
Bambus 竹 - chinesische Stachelbeere 猴桃 - Chrysantheme 菊花 - Drei Freunde im Winter 歲寒三友 - Ginkgo 銀杏 - Ginseng 인삼 - Hirse 高粱- Kirschblüte 桜 - Litschi 荔枝 - Orchidee 玉蘭 - Päonie 牡丹 - Pfirsich 桃花 - Reis 米 - Saxaul саксаул - Tee

Chow-Chow 鬆獅犬 - Davidshirsch 麋鹿 - Goldfisch 金魚 - Grille  蟋蟀- Japanmakaken 日本猿 - Koi 錦鯉- Panda 熊猫 - Pekinese 北京犬- Przewalskipferd Тахь - Seidenraupe 蚕 - Yeti 雪人
Hachiko ハチ公 - Haruurara ハルウララ

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