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03. Dezember 2012

Ahnenverehrung

祖 bàizǔ (verehren + Vorfahren)

ahnen-hellbanknote
Höllenbanknote (地獄通用 dìyù tōng​yòng)
mit einem Nennwert von 100 Millionen Yuán (圓)
Die Inflation im Jenseits muss enorm sein.

 

„An die Ahnen muß man das ganze Leben zu jeder Zeit denken, sie bedürfen ständiger, wenn auch formaler, Sorge von seiten der Nachkommen. Die Ahnentafel ist ein kleines rotlackiertes Brett, auf dem in goldener Schrift genau Titel, Familien  und Vorname sowie die übrigen Namen des als Geist zu verehrenden Verstorbenen aufgezeichnet sind; sie steht auf dem Hausaltar, und vor ihr werden die Opfergaben dargebracht: Lebensmittel (Reis, Fleisch, Pasteten, Früchte, Süßigkeiten) und Papiernachbildungen von Geld, Seide und Jade. Das Papier wird vor dem Altar verbrannt (das Feuer verwandelt es in die dargestellten Gegenstände), während die Lebensmittel von den opfernden Nachkommen verzehrt werden.

Die Gebete an die Ahnen unterscheiden sich von den üblichen Bitt- und Dankgebeten und sind in die Form feierlicher Deklarationen gekleidet. Da nur Männer das Recht haben, Opfer darzubringen, so verlangt dieser Ahnenkult von jedem Chinesen die unbedingte Fortsetzung der männlichen Linie. Ohne männliche Nachkommenschaft fühlt ein Chinese sich immer als ein vom Schicksal Benachteiligter. Mädchen gelten nicht als Nachkommen.“ 
(V. M. Alekseev : China im Jahre 1907)

Warum brauchen die Chinesen männliche Nachkommen?
Der Tod wird als eine Art Schlaf gesehen, aus dem der Mensch wieder erwachen kann. Deshalb gibt es das Ritual, die Seele des Toten herbeizurufen, dem Gegenstände des Alltags und Nahrung angeboten werden. Auf hölzernen Ahnentafeln in der Ahnenhalle oder auf dem Hausaltar stehen die Namen der Toten. Ihnen werden Opfer dargebracht und vor ihnen werden wichtige Familienangelegenheiten (z. B. Hochzeiten) entschieden. Die Hinterbliebenen können mit ihren Ahnen entweder durch Opfer oder durch Orakel in Verbindung treten. Diese Rituale dürfen nur von Männern durchgeführt werden. Deshalb ist es einer Ahnenverehrung praktizierenden Familie wichtig, dass sie einen männlichen Nachkommen hat.

Was geschieht mit der Seele nach dem Tod?
Die obligatorische Verehrung der Eltern wird auch auf die Toten ausgedehnt. „Ehre deinen verstorbenen Vater so, als wäre er am Leben“, sagt Konfuzius. Die böse Seele ist imstande, sich zu rächen. Die Ahnen mussten sich diesen Respekt jedoch verdienen. Ahnen, die genügend Vermögen hinterließen wurden nie vergessen. Arme Ahnen, die nichts hinterließen, damit ihr Ahnenkult fortgeführt werden konnte, wurden schließlich vergessen.

 

Ahnenverehrung 拜祖
Kindespietät 孝 - Qingming-Fest 清明节 - Vierundzwanzig Beispiele kindlicher Pietät 二十四孝

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