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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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03. Dezember 2012

Achtunddreißigster Breitengrad

팔선, 三八線  sampalseon (drei + acht + Linie)

„Am 25. Juni 1950 ‚klingelte frühmorgens das Telefon neben meinem Bett in der amerikanischen Botschaft in Tokyo’ erzählt MacArthur in seinen Lebenserinnerungen. ‘Es war der Offizier vom Dienst im Hauptquartier. ‚Herr General’, sagte er, ‚wir bekommen soeben eine Meldung aus Seoul. Heute früh haben starke nordkoreanische Verbände den 38. Breitengrad überschritten’. Mich überlief es. Neun Jahre vorher, am 7. Dezember 1941, ebenfalls an einem Sonntag, hatte mich - damals in Manila - gleichfalls ein Anruf geweckt: mit der Meldung vom japanischen Überfall auf Pearl Harbour. Es kann nicht sein, redete ich mir zu. Nicht schon wieder!’

Und doch war es so. Unmittelbar am 38. Breitengrad hatten die Nordkoreaner nur leichte Truppen, die den Grenzeinheiten der ROK-Armee entsprachen. Dahinter jedoch waren starke Kampfverbände zusammengezogen mit Panzern und schwerer Artillerie. Um vier Uhr morgens überschritten die leichten Truppen die Demarkationslinie, schwenkten nach rechts und links aus und die schweren Kampfverbände stießen durch die Lücke nach Süden vor. Drei Tage später waren sie bereits in Seoul.“

(Horst Eliseit: Korea – das zerrissene Lächeln. 1978. ISBN ISBN: 978-3793411383)
Die Grenze zwischen den beiden koreanischen Staaten ist eine Grenze, gegen die die ehemalige innerdeutsche Zonengrenze wie ein Gartenzaun wirkt.

Bei einem Blick auf eine Asien-Karte an der Wand sah der US-General Lincoln den 38. Breitengrad, der die koreanische Halbinsel fast in der Mitte zerteilt und schlug den achtunddreißigsten Breitengrad als Trennlinie zwischen der sowjetischen und der US-amerikanischen Besatzungszone vor. Die Koreaner wurden dabei übrigens nicht um ihre Meinung gefragt.
 
Die Demarkationslinie war als kurzfristige Maßnahme gedacht, durch welche die Kapitulation der japanischen Truppen in Korea beschleunigt werden sollte. Doch im Kalten Krieg wurde diese Demarkationslinie zur unüberwindlichen Grenze.
 
Im Juni 1950 marschierten nordkoreanische Armeen über die Grenze und eroberten Seoul. Der UN-Sicherheitsrat konnte diesen Angriff verurteilen, weil der sowjetische Delegierte nicht an der entscheidenen Sitzung des Weltsicherheitsrates teilnahm. US-Präsident Truman entsandte nun Truppen nach Korea. Südkoreanische Truppen überschritten im September den 38. Breitengrad und erreichten im November sogar den Fluss Yalu an der Grenze zu China.

Nun griffen die Chinesen mit einer „Freiwilligenarmee“ ein. Im Januar 1951 wird Seoul geräumt und eine Verteidigungslinie gebildet. Die UN-Einheiten rücken wieder bis etwas über den 38. Breitengrad vor, hier erstarrte der Krieg zum Stellungskrieg.

Nach zähen Verhandlungen wurde 1953 in Panmunjeom ein Waffenstillstandsabkommen abgeschlossen. Es bestätigt den 38. Breitengrad als Grenze und legt eine entmilitarisierte Zone fest, ein vier Kilometer breiter Streifen mit Stacheldrahtverhauen, bewacht von Hunden, mit Panzersperren und Minenfeldern. In der Waffenstillstandsbaracke, an der sich Nord und Süd bei Verhandlungen gegenüber saßen, geht die Grenze mitten durch den Tisch.

das geteilte Korea
Achtunddreißigster Breitengrad 삼팔선 - Joint Security Area 공동경비구역JSA  - Korea 조선, 한국 - Koreakrieg 한국전쟁 - Nordkorea 조선민주주의인민공화국 - Panmunjom 판문점 - Sonnenscheinpolitik 햇볕정책 - Sechs-Parteien-Gespräche 6자회담, 六者會談 - Südkorea 대한민국 - Wiedervereinigung 통일

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