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29. Oktober 2013

Albanien

阿尔巴尼亚 Āěrbāníyà

„Millionen sowjetischer Fernsehzuschauer erlebten am Bildschirm eine beklemmende Szene: Ministerpräsident Tschu En-lai [周恩来 Zhōu Ēnlái], Abgesandter Pekings auf dem XXII. Parteitag der KPdSU, stieg vom Rednerpult herab und schüttelte den sowjetischen Führungsgenossen Suslow [Михаил Андреевич Суслов  Michail Andrejewitsch Suslow ] und Koslow [Фрол Козлов Frol Koslow] die Hände; den daneben sitzenden Parteichef Chruschtschow [Никита Хрущёв Nikita Chruschtschow] überging der Chinese geflissentlich.

Der fehlende Händedruck demonstrierte, worauf die Kreml-Experten des Westens seit langem spekulieren: den offenen, bisher notdürftig getarnten Konflikt zwischen Peking und Moskau, der mit den rhetorischen Attacken des Sowjetpremiers gegen das abtrünnige, ins chinesische Lager übergewechselte Albanien zu einer Kraftprobe zwischen Chinas Mao Tse-tung [毛泽东 Máo  Zédōng] und Rußlands Nikita Chruschtschow geworden ist.

 

Der albanische Parteichef Enver Hoxha (恩維爾·霍查) in China, 1956
(Foto: Wikimedia)

 

Vor den fast 5000 Delegierten des Parteikongresses eröffnete Chruschtschow in der vorletzten Woche die ideologischen Feindseligkeiten, während Tschu En-lai eifrig Notizen machte.

Der sowjetische Parteichef warf den albanischen Genossen vor, den ‚Weg der schroffen Verschlechterung der Beziehungen ... zur Sowjet-Union beschritten’ zu haben und die ‚Überwindung der schädlichen Folgen des Personenkults um Stalin’ zu mißbilligen. Dann kam Chruschtschows Drohung: ‚Unsere Partei wird alles ... tun, damit Albanien (wieder) in einer Reihe mit allen sozialistischen Ländern marschiert.’ Und: ‚Wir können in dieser prinzipiellen Frage weder den albanischen Führern noch sonst irgend jemand, wer es auch sei, nachgeben.’

Dieser vorsichtig umschriebene ‚Irgendjemand’ war Chinas zwar nach Moskau eingeladener, aber wohlweislich nicht erschienener Parteiphilosoph Mao Tse-tung.“
(Der Spiegel 45/1961 vom 1. November 1961: Der gelbe Bruder wacht)

Nachdem sich Albanien im Zuge der ideologischen Kontroversen zwischen der Sowjetunion und China auf die Seite der Volksrepublik gestellt hatte, begannen zahlreiche Albaner in China zu studieren und lernten dort Chinesisch.

Bis 1944 führten Albaner einen Partisanenkrieg gegen die italienischen und später deutschen Besatzer. 1944 wurde Albanien von der Fremdherrschaft befreit. Enver Hoxha, der Führer der kommunistischen Partei, errichtete eine Diktatur. In den folgenden vier Jahren ging Albanien ein Bündnis mit dem Jugoslawien Titos ein. 1948 folgte der Bruch mit Jugoslawien und eine Phase der Anlehnung an die Sowjetunion begann.

1961 kam es zum Bruch mit der Sowjetunion und einer darauf folgenden Anlehnung an die Volksrepublik China.

1967 wurde ein totales Religionsverbot erlassen. Albanien wurde der erste atheistische Staat. Ein Jahr später trat Albanien aus dem Warschauer Pakt aus und blieb auf stalinistischem Kurs. Aus Angst vor einer Invasion wurden Hunderttausende Bunker errichtet. Einige Jahre bestand ein Bündnis mit der Volksrepublik China, allerdings erfolgte eine zunehmende Selbstisolation. 1985 starb Enver Hoxha. 1990 wurde das kommunistische Regime gestürzt und eine Massenauswanderung der Albaner begann.

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