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03. Dezember 2012

Auf abgelegenen Pfaden ins Hinterland

奥の細道 Oku no Hosomichi (Enge Straße nach Oku [in den tiefen Norden])

„Sonne und Mond, Tage und Monate verweilen nur kurz als Gäste ewiger Zeiten“, und so ist es mit den Jahren auch: sie gehen und kommen, sind stets auf Reisen. Nicht anders ergeht es den Menschen, die ihr ganzes Leben auf Booten dahinschaukeln lassen oder jenen, die mit ihren am Zügel geführten Pferden dem Alter entgegenziehen: tagtäglich unterwegs, machen sie das Reisen zu ihrem ständigen Aufenthalt.“

So beginnt das berühmte Reisetagebuch des Haiku-Dichters Matsuo Bashō (松尾 芭蕉), der sich 1689 zur Selbstfindung auf den Weg in den Norden Japans begab, in eine Gegend, in die nur wenige Menschen freiwillig gingen.
 
Im letzten Augenblick überkam ihn die Furcht vor seinem gewagten Unterfangen:

„Der Himmel des anbrechenden Morgens zeigte sich leicht in Dunst gehüllt, der Mond – die abnehmende Sichel - hatte an Leuchtkraft eingebüßt, und der Gipfel des Fuji gab sich dem Auge nur vage zu erkennen. Ich bekam einen Stich ins Herz, als mir angesichts der Blüten von Ueno und Yanaka unwillkürlich das Gedicht einfiel: „...wann werde ich sie wiedersehen?“ … Meine Kehle schnürte sich zu, als ich plötzlich an die bevorstehenden 3000 „Meilen“ denken musste. Ich stand an der Wegkreuzung der Traum-Illusionen und vergoss Tränen des Abschieds.“

Er und sein Reisegefährte Kawai Sora zogen am 27. März 1689 von Edo (heute Tokyo) aus in das nördliche Hinterland, Oku. Insgesamt dauerte die Reise 156 Tage.

Wie seine Vorgänger will auch Bashō Orte aufzusuchen, die Gegenstand der dichterischen Bewunderung sind. Es gibt dafür den Ausdruck uta makura - „Gedichtkopfkissen“ (歌枕). Das Tagebuch ist eine Mischung aus Prosa und Dichtung und enthält zahlreiche Anspielungen auf Konfuzius und chinesische Dichter wie Li Bai.

Basho besuchte den Tokugawa-Schrein in Nikkō, die Shirakawa-Barriere, die Inseln Matsushima, Sakata, Kisakata und die Provinz Etchu. In Yamanaka trennte er sich von seinem Reisegefährten Sora. In Ogaki traf er dann auf einige seiner Schüler, mit denen er eine kurze Zeit verbrachte, bevor er zum Ise-Schrein weiterwanderte.

Nach dem Ende seiner Reise verbrachte Bashō fünf Jahre damit, Gedichte und den Text des Oku no Hosomichi zu revidieren, bevor er es schließlich veröffentlichte.
 

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