• Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
    Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
  • Schwerpunkt Korea
    Schwerpunkt Korea
  • Schwerpunkt China
    Schwerpunkt China
  • Schwerpunkt Japan
    Schwerpunkt Japan

Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

_______________________ 

Stellenangebot / Job Offer: 

Lecturer for Modern Korean Business & Society

_______________________

pdf» Information in English (pdf)
pdf» Partner Universities (pdf)

13. November 2012

Egal, ob die Katze weiß oder schwarz ist, Hauptsache ist, sie fängt Mäuse.

Egal, ob die Katze weiß oder schwarz ist, Hauptsache ist, sie fängt Mäuse.
不管白猫、黑猫,逮住老鼠就是好猫。
Bùguǎn bái māo, hēi māo, dàizhù lǎoshǔ jiù shì hǎo māo.
Weiße Katze, schwarze Katze – Hauptsache sie frisst Mäuse.

„Dieses Zitat von Deng Xiaoping hat ihm einmal viel Ärger mit Mao eingehandelt – und doch war es sein Leitsatz auf dem langen Marsch Chinas zu einem kommunistischen Staat mit kapitalistischen Wirtschaftsmethoden. Im Grunde bedeutet es, dass Produktivität wichtiger ist, als Ideologie. Deng geht nämlich davon aus, das das Wichtigste für eine Nation ist, dass die Wirtschaft gut läuft – alles andere ist zweitrangig – auch die kommunistische Ideologie. Dies steht in klarem Gegenspruch zur Ideologie seines politischen Vorgängers Mao Zedong, welcher in der Kulturrevolution die Wirtschaft zugrunde richtete und mit seiner Ideologie über Leichen ging.“
(www.dokumentarfilm24.de)

Dieses Sprichwort aus Deng Xiaopings Heimatprovinz Sichuan wird von Freunden und Feinden als Beweis seiner pragmatischen Einstellung genannt. Es stammt aus einem alten Geschichtswerk soll Dengs pragmatischen Kurs verdeutlichen.

„Die kapitalistische Marktwirtschaft hat im 20. Jahrhundert sämtliche Konkurrenzsysteme aus dem Feld geschlagen. Gibt es noch eine Alternative zur westlichen Wettbewerbswirtschaft? Findet die Marktwirtschaft Mittel gegen das globale Wohlstandsgefälle und den drohenden Umwelt-Kollaps? …

Die Ausweitung des liberalen Kapitalismus wird denn auch kaum explosionsartig geschehen, sondern eher von den Rändern der drei kapitalistischen Zentren in die engere Nachbarschaft hinein: von Westeuropa nach Polen, Ungarn, in die Tschechische Republik und die Baltenländer, von den USA nach Mexiko, von Japan auf das asiatische Festland.

Dort hat sich, unbemerkt fast, einer als besonders gelehriger Schüler erwiesen: der 88jährige rote Patriarch Deng Xiaoping. Dengs Wirtschaftsreformen haben dazu geführt, daß nur noch die Hälfte der Industrieproduktion im kommunistischen China aus staatlichen Fabriken stammt.

Privatkapitalismus in kommunistischer Tarnung stört den Mao-Nachfolger, gewitzt durch sowjetische Erfahrungen, nicht. 'Es ist egal, ob die Katze schwarz oder weiß ist', sagt er, 'Hauptsache, sie fängt Mäuse.' Mit Hilfe von Allvater Konfuzius schafft China gegenwärtig manchen ideologischen Salto.

Konfuzius steht bei den Chinesen unter anderem für die Idee, eine gute Regierung habe zu funktionieren wie eine gute Familie: An der Spitze bestimme der Patriarch. Da es davon nicht zwei geben könne, sagen die Chinesen, käme auch ein Zweiparteiensystem nicht in Frage. Sogar nach Vietnam hat Deng seinen Sino-Kapitalismus inzwischen exportiert.

Doch gerade Dengs China wird bereits als eine gefährliche Variante des System-Exports vorgeführt. Würde von Chinas 1,2 Milliarden Menschen jeder zweite Auto, Klimaanlage, Hundert-Quadratmeter-Wohnung und Achselspray besitzen, würden sich Energieverbrauch und Umweltbelastung verdoppeln. Geschähe das abrupt, wäre die Zivilisation erstickt.“
(Werner Meyer-Larsen im Spiegel vom 8. Februar 2012: Hauptsache, sie fängt Mäuse)

„Mao wird in einem noch heute populären Lied als die rote Sonne über China besungen. Der Personenkult um Deng ist von ganz anderer Art. Er gründet sich nicht auf grandiose Auftritte vor hysterischen Menschenmassen, sondern auf schnörkellose Bonmots, mit denen er komplizierte Sachverhalte auf das Wesentliche reduzierte. 'Armut ist nicht Sozialismus,' erklärte Deng - ein Satz, mit dem er die rhetorische Blase der Revolutionsromantik, die den Chinesen alles abverlangte und ihnen nichts gab, zum Platzen brachte. Und schließlich: 'Reich werden ist ehrenhaft.' Das war die Losung für die Wirtschaftsreformen. Für das Problem, dass es nicht alle gleichzeitig schaffen können, hatte Deng auch eine Lösung: 'Lasst einige zuerst reich werden.' Die anderen würden dann schon folgen. Aber Dengs Herrschaft hatte auch Schattenseiten. Der Gedanke, dass es egal ist, ob die Katze schwarz ist oder weiß, solange sie nur Mäuse fängt - wahrscheinlich seine bekannteste Sentenz - ist zwar befreiend, wenn man ideologischen Ballast abwerfen will. Aber als es um Grundsätzliches ging, kannte auch er keine Gnade. Als sich 1989 auf dem Platz des himmlischen Friedens immer mehr Studenten versammelten, holte er schließlich die Armee und ließ den Aufstand blutig niederschlagen."
(Justus Krügerin der Berliner Zeitung vom 18. November 2012: "Lasst einige zuerst reich werden")

Über uns

Den Kern des Instituts bilden 15 ständige Mitarbeiter. weiterlesen ...

Studium

Das Studium schließt nach acht Semestern mit dem Bachelor of Science ab. weiterlesen ...

Publikationen

Veröffentlichungen und Forschungsbeiträge aus dem Institut  weiterlesen ...

Wort des Tages

Aktuelle chinesische oder japanische Begriffe weiterlesen...

Ostasienlexikon

Schlüsselwörter aus China, Japan, Korea, Mongolei, Hongkong, Macau und Taiwan weiterlesen...

Sprichwörter

„Es gibt da ein chinesisches Sprichwort …“ – Wer kennt sie nicht, diese Einleitung? weiterlesen...