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11. November 2012

Das Huhn töten, um die Affen zu warnen

Das Huhn töten, um die Affen zu warnen
杀鸡儆猴
Shā jī jǐng hóu

„Wenn beim Fernsehen jemand gebraucht wird, der sich gut auskennt und dabei auch noch gut angezogen ist, ist Peter Scholl-Latour erste Wahl. Leider ist er auch jemand, der den Zuschauer rätselnd zurücklässt. Was hat er eben gesagt? Und wie meint er das?
 
So ähnlich war es neulich in einer Gesprächsrunde bei Beckmann, als Peter Scholl-Latour Deng Xiaoping zitierte: „Man muss ein Huhn töten, um eine Horde Affen zu vertreiben.“ Weiter wollte er diesen Ausspruch nicht kommentieren, sodass sich der Zuschauer die oben erwähnten Fragen stellen musste. Huhn? Affen? Wie? Allein gelassen, versuche ich eine Klärung.
 
Viele von uns spüren eine tiefe Unsicherheit, wenn sie mit einer Horde Affen konfrontiert werden. Ein Huhn zu töten ist dabei mit Sicherheit nicht das Erste, was man in einer solchen Situation erwägen würde. Denken wir uns zum Beispiel einen jungen Mann an einem Sonnabendmorgen. Auf dem Weg zum Bäcker pfeift er ein Liedchen vor sich hin, geht um die Ecke und dort, mitten auf dem Bürgersteig, hockt eine Horde Schimpansen oder Koboldmakis oder Paviane.
 
Unser Held ist angemessen verblüfft, doch schon bald beginnt er zu überlegen, wie er sie vertreiben könnte. Aber ach! Alles, was er macht, ist falsch. Er versucht laut zu rufen, doch die Affenbande blickt nur kurz auf. Vielleicht versucht er sie mit Steinwürfen zu vertreiben, doch die Tiere runzeln nur die Stirn. Keines von ihnen rührt sich.
 
Doch was macht ein hinzukommender Chinese? Zieht ein Huhn aus der Jackentasche und tötet es. Die Affen rennen weg. ...
 
Rätselhaft ist dabei die Verbindung. Wieso helfen tote Hühner bei der Vertreibung von Affen? Vielleicht ist das ähnlich wie bei der Akupunktur (auch aus China!), bei der man sich in den großen Zeh sticht und damit den Grauen Star heilt. Dinge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, sind auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden. Nur unser schwaches Hirn ist nicht in der Lage, die Verbindung zu begreifen. An Peter Scholl-Latour wäre es gewesen, uns die Zusammenhänge dahinter zu erklären. Weil er es nicht tat, werden wir es wohl nie verstehen.“
(http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-05/Leserartikel-Zitat-China)

Verwendung:
Dieses Sprichwort wurde gerne von Mao Zedong verwendet. Es bedeutet, jemanden exemplarisch bestrafen und geht zurück auf die Geschichte von einem Affenzüchter, der sich über die Frechheit seiner Primaten so ärgerte, dass er zur Abschreckung ein Huhn schlachtete.

杀    shā    töten; Langzeichen: 殺     
鸡    jī    Huhn; Langzeichen: 雞   
儆    jǐng    erschrecken, oft: xià (吓 = einschüchtern)   
猴    hóu    Affe

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