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11. November 2012

Wenn man den Tiger reitet, kann man schwer absteigen.

Wenn man den Tiger reitet, kann man schwer absteigen.
骑虎难下。 /  騎虎難下
Qí hǔ nán xià.

„Ein Mann ging in einem Tal und begegnete einem Tiger. Er kletterte auf einen Baum. Als der Tiger am Fuß des Baums hinaufsteigen und ihn fressen wollte, fiel er vor Schreck vom Baum, zufällig gerade auf den Rücken des Tigers. So blieb ihm nichts anderes übrig als darauf zu reiten und den Leib des Tigers zu umklammern. Los ging es, wie es dem Tiger gefiel.

Als jemand nahebei das sah, ohne den Grund zu wissen, sagte er zu einem anderen: ‚Sieh mal diesen Menschen auf dem Tiger reiten! Sitzt da oben darauf gleich einem Berggeist! Wie wohl der sich fühlt!’

Als der Mann auf dem Rücken des Tigers dies hörte, sagte er: ‚Ihr seht wohl, was für großen Mut ich habe, aber was wisst ihr, wie mir im Herzen zumute ist! Absteigen wollen und nicht können, da ist doch keine Frage, wie sehr ich Nöte leide!’

Qí hǔ bú xià [騎虎不下] — ‚einen Tiger reiten und nicht herunter können’, ist ein sehr berühmtes chinesisches Sprichwort, das allgemeine Bedeutung hat, wie ‚sich in schwieriger Lage befinden und keinen Ausweg wissen’. Angewandt z.B. auf moderne politische Verhältnisse würde es bedeuten: auf dem Tiger der Gewalt reiten und dieses nicht mehr Herr sein, so dass man, ohne einen Weg zu wissen, von ihm getrieben wird.“
(Adolf Josef Storfer: Gelbe Post. Heft 1 - 7. Shanghai, 1933. Reprint: Turia + Kant. ISBN 3-85132-210-X. Willy Tonn: Qí hǔ bú xià, eine berühmte Tiergeschichte)

„Als Reittier kommt der Tiger nur für besondere Menschen in Betracht. Das Sprichwort lehrt, dass es sogar noch schwieriger sei, seinen Rücken zu verlassen, als ihn zu besteigen. ...
 
Wer den Tiger reitet, kann schwer wieder absteigen. Qí hǔ nán xià - deshalb ist die Verlautbarung nur eine Vorabrechtfertigung warum man nicht absteigen wird, eine sich selbst zerstörende Prophezeiung.“
(Spiegel.de: Finanzkrise - China rechnet mit dauerhaftem Einbruch der Weltwirtschaft)
 

Yáng Jiān als Kaiser
(Bild: Wikimedia)

Am Ende der kurzlebigen Nördlichen Zhou-Dynastie (Beǐzhōu 北周, 557 - 581) kam ein unerfahrener Prinz auf den Thron, der vom mächtigen Regenten Yáng Jiān (楊堅) gelenkt wurde, der immer mehr Macht an sich zog. Dieser hatte eine ehrgeizige Frau, die ihm sagte: „Da die Zhou-Dynastie dem Untergang geweiht ist, befindest du dich in einer Position als würdest du auf einem Tiger reiten. Jetzt abzusteigen ist zu gefährlich. Du musst also weitermachen!"
 
Yáng Jiān fand diese Argumentation einsichtig und wurde zum Gründer der Sui-Dynastie (隋朝 Suícháo, 581-618), deren erster Kaiser er wurde.


骑    qí    reiten; Langzeichen: 騎     
虎    hǔ    Tiger    
难    nán    schwer; Langzeichen: 難   
下    xià    unten, herunter, absteigen

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