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Prof. Dr. Frank Rövekamp

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Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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11. November 2012

Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

情人眼里出西施。
Qíngrén yǎnlǐ chū Xī Shī.
Aus den Augen des Geliebten kommt eine Xī Shī hervor.

Es gibt in der chinesischen Geschichte die vier großen Schönheiten (四大美人 sìdà měirén), die für ihre außerordentliche Schönheit sprichwörtlich waren, heute aber bei keinem Wettbewerb mehr punkten könnten.

•    Die bekannteste ist Xī Shī (西 施). Sie soll so schön gewesen sein, dass die Fische auf das Schwimmen vergessen haben sollen (沈魚美人 chén yú měirén).
 
Die anderen drei waren:
1.    Von Wáng Zhāojūn (王昭君) man sagt, dass ihre Schönheit so groß war, dass die Wildgänse vom Himmel fielen (落雁美人 luò yàn měirén).
2.    Diāo Chán (貂蟬) soll so schön gewesen sein, dass sich selbst der Mond verlegen abwandte (閉月美人 bì yuè měirén).
3.    Die kaiserliche Konkubine Yáng Guìfēi (楊貴妃) beschämte mit ihrer Schönheit alle Blumen (羞花美人 xiū huā měirén).

情    qíng    Gefühl    qíngrén = Geliebte/r   
人    rén    Mensch       
眼    yǎn    Auge   
里    lǐ    innen, drin   
出    chū    heraus   
西    Xī    Westen, westlich   
施    Shī    Familienname   

Dōng Shī runzelt ihre Stirn.
东施傚颦。
Dōng Shī xiào pín.

Xī Shī lebte in einer ostchinesischen Kleinstadt, durch die ein Fluss führte. Es gab noch eine andere junge Frau mit dem Familiennamen Shī (施). Um die beiden zu unterscheiden, nannten die Leute die, die am Ostufer wohnte, Dōng Shī (东施, Östliche Shī), die vom Westufer dagegen Xī Shī (西 施, Westliche Shi). Xī Shī war ausnehmend hübsch. Dagegen hatte die Natur Dōng Shī stiefmütterlich bedacht: Sie war verwachsen und hatte vorstehende Zähne.
Weil Xī Shī ein Herzleiden hatte, sah man sie oft die Stirn in Falten ziehen. Dann zeigte sich auf ihrem Gesicht ein feiner Zug der Trauer. „Oh“, sagten die Leute, „Xī Shī ist noch schöner geworden, wenn sie ihre Stirne runzelt.“
Die hässliche Dōng Shī bemerkte, wie gut das ankam, und so legte auch sie die Hände vor die Brust und runzelte die Stirn. Daher die Redewendung „Dōng Shī runzelt die Stirn“. Doch als die Reichen sie erblickten, schlossen sie ihre Türen und die Armen flohen aufs Feld. Eines hatte Dōng Shī nicht bedacht: dass Stirnrunzeln nur dann ein Gesicht ziert, wenn es auch wirklich schön ist.

东    dōng     Osten; Langzeichen: 東     
施    shī    Familienname   
傚    xiào    nachahmen   
颦    pín    Stirnrunzeln; Langzeichen: 顰   

Xī Shī lebte um 500 v. u. Z. und soll unglaublich schön gewesen sein. Sie gilt aber auch etwas wie eine Nationalheldin: Das Königreich Yuè (越), in dem sie lebte, wurde 494 v. u. Z. vom Königreich Wú (吴); besiegt und König Gōu Jiàn (勾踐) geriet für drei Jahre in die Gefangenschaft von Fū Chāi (夫差), dem Prinzen von Yuè.
Als er wieder frei war schwor er Rache. Er legte seine weiche Schlafmatte weg, und schlief nur noch auf hartem Brennholz. Vor jeder Mahlzeit probierte er bittere Galle und stellte sich dabei immer wieder die Frage: „Hast du die Demütigung und Schande von Kuaiji schon vergessen?“

Auf Brennholz schlafen und Galle probieren
卧薪尝胆
Wò xīn cháng dǎn

卧    wò     liegen     
薪    xīn    Brennholz, Gehalt   
尝    cháng    probieren; Langzeichen: 嘗   
胆    dǎn    Galle   

Verwendung:
Die Redewendung „auf Brennholz schlafen und Galle probieren” wird heute noch verwendet, wenn jemand mit Ehrgeiz und Beharrlichkeit zum Erfolg strebt.

Zur Verwirklichung seiner Rache ließ König Gōu Jiàn nach dem schönsten Mädchen in seinem Reich suchen. Aus dem Casting ging Xī Shī hervor, die einwilligte, sich für ihre Heimat zu opfern. Sie wurde also in schöne Kleider gehüllt und zum Prinzen von Wu geschickt.
Fū Chāi war hocherfreut, und Xī Shī verstand es, ihn so zu bezirzen, dass er seine Regierungsgeschäfte vernachlässigte. Mehr noch: Er verließ die Hauptstadt, um Xi Shi in seinem Reich herumzuzeigen und man berichtet, dass man Goldmünzen in eine Kassette werfen mussten, um sie zu sehen. Das Ziel des Königs von Yuè war damit erreicht: Es war nun ein Leichtes, das Land Wú einzunehmen.
Über das weitere Schicksal von Xī Shī erzählt man sich, dass sie in den Westsee (西湖Xīhú), bei der ostchinesischen Stadt Hángzhōu (杭州) verwandelt wurde. Alle Frauen, die dort ihr Spiegelbild erblicken, sollen sich als so schön erleben, wie es Xī Shī war.

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