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11. November 2012

Aus guten Menschen macht man keine Soldaten.

好人不当兵,好铁不打钉。
Hǎo rén bù dāng bīng, hǎo tiě bù dǎ dīng.
Aus guten Menschen macht man keine Soldaten, aus gutem Eisen macht man keine Nägel.
 
„Es gab keine allgemeine Wehrpflicht. Freiwillig trat kein Chinese in die Armee, denn das Los des einfachen Soldaten war trostlos. ‚Aus gutem Eisen macht man keine Nägel; ein guter Mann wird nicht Soldat. [好鐵不打釘,好人不當兵。Hǎo tiě bù dǎ dīng, hǎo rén bù dàng bīng.]’ Man wird jetzt fragen, woher die Warlords ihre Söldner hatten. Durch Zwangsrekrutierung.
Ich war noch ein Kind und ging eines Tages mit meinem Diener, Zhang Er, über einem Rummelplatz. Plötzlich entstand ein Tumult. Zwei junge Männer beschimpften und prügelten sich. Die Chinesen sind neugierig; bald sammelte sich eine große Menschenmenge um die beiden. Zhang Er sagte mir: ‚Gehen wir schnell weg, es ist hier nicht geheuer.’ Auf dem Rückweg erklärte er mir: ‚Die beiden Kerls sind Rekrutierungsoffiziere. Sobald der Andrang groß genug ist, kommen Soldaten. Die Frauen und Kinder werden abgesondert und zurückgelassen, die Männer wandern in die Kaserne. Ihnen werden die nichts antun, aber ich will nicht Soldat werden, und wie können Sie ohne mich nach Hause zurückfinden.’“

(Ce Shaozhen: Flaneur im alten Peking)

Predigt zum Volkstrauertag im Ratzeburger Dom
„Bei einem Besuch vor einigen Wochen wurde ich ins Wohnzimmer geführt. Auf dem Tisch lag eine Karte mit dem Text „Aus gutem Eisen macht man keine Nägel, aus guten Menschen macht man keine Soldaten“. Sprichwort aus China, stand darunter. Ich konnte mir nicht verkneifen, die Frau des Hauses nach dem Sinn dieser Karte zu fragen. Die Antwort: Mein Sohn hat sich freiwillig bei der Bundeswehr verpflichtet, und stellen Sie sich vor: Er will nach Afghanistan! Ich habe gefragt, ob sie - im Sinne des chinesischen Sprichwortes - ihren Sohn für einen schlechten Menschen hielte. ‚Nein, natürlich nicht!’ war die Antwort. ‚Aber mit dieser Entscheidung kann ich nicht leben. Das darf er mir nicht antun.’ …
 
Ich habe gefragt, wie sie denn reagieren würde, wenn sie mittels eines chinesischen Sprichwortes indirekt täglich als schlechter Mensch bezeichnet würde. Und ich habe auch gefragt, ob sie wirklich der Meinung sei, dass wir Eltern uns aussuchen könnten, wie sich unsere Kinder von uns lösen.
 
Ich werde demnächst wieder hingehen und erfahren, wie sich diese Sache weiter entwickelt hat. Eines geschah damals sofort: Die Karte wurde zerrissen.“
(http://www.ratzeburgerdom.de/1222_predigt.htm; Domprobst Jürgen Müller am 15. November 2009)

Der Journalist Edgar Snow schreibt in seinem Buch „Die lange Revolution“, warum Soldaten in China einen solch schlechten Ruf haben:

„Ein altes chinesisches Sprichwort sagte: Man nimmt kein gutes Eisen, um Nägel zu machen; aus guten Menschen macht man keine Soldaten.“ Im Kuomintang-China sah ich regelmäßig analphabetische Rekruten, die mit Stricken um den Hals zu ihrem Dienst geschleppt wurden. Offiziere unterschlugen in der Regel Teile des Solds und der Rationen, prügelten Soldaten, wenn sie sich beklagten, und ließen sich in Geschäfte und Schwarzmarktoperationen ein; sie dachten zuerst an ihre persönliche Karriere und an ihre Familien und erst ganz zuletzt an ihre Soldaten.“
 
好    hǎo    gut
人    rén     Mensch
不    bù    nicht
当    dāng    tun, handeln; Langzeichen: 當
兵    bīng    Soldat
好    hǎo    gut
铁    tiě    Eisen; Langzeichen: 鐵
不    bù    nicht
打    dǎ    schlagen
钉    dīng    Nagel; Langzeichen: 釘

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