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11. November 2012

Drachen und andere Fabelwesen

Drachen und andere Fabelwesen
 
Es ist ein Rätsel um den Drachen: Niemand hat ihn je gesehen, und doch gibt es ihn! Die Forscher sind sich einig, dass in Zeiten niemand um die Existenz von Dinosauriern wusste, die lange vor dem Menschen die Erde bevölkert hatten. Und dennoch ist der Drachen eine Realität.

In China überwogen die positiven Attribute. Der Drache galt als mächtig, ist aber im Prinzip wohlwollend. Er brachte den Regen und garantierte so die Fruchtbarkeit. Allerdings übertreibt er es damit auch gerne: dies führt dann zu Hochwasser.

In Europa, machte der Drache hingegen Karriere als Bösewicht, bei dessen Tötung sich junge Helden durch die Rettung von jungfräulichen Königstöchtern einen Namen machen konnten.

In China allerdings war das Töten von Drachen schon immer eine brotlose Kunst, was Zhu Pingman erfahren musste. Gegen eine nicht unerhebliche Summe Geldes ließ er sich in der Kunst des Drachentötens unterweisen. Nach Erwerb einschlägiger Kenntnisse führte er diese gerne seinen Nachbarn vor: Man packe den Drachen am Kopf, trete ihn auf den Schwanz und steche ihm dann in den Rücken. Die Nachbarn aber lachten Zhu aus und fragten, wo, wann und an wem er seine Fertigkeiten unter Beweis stellen wollte. Da wurde ihm klar, dass er nichts als totes Wissen angehäuft hatte. Daraus entstand die Redewendung „die Kunst einen Drachen zu töten“:

屠龙之术
tú lóng zhī shù

Der chinesische Drachen machte im Windschatten des Kaisertums Karriere: jahrhundertelang war er das Symbol des Kaisers und fand sich auch auf der ersten chinesischen Nationalflagge. Der gelbe Drache mit fünf Klauen war allein dem Kaiser vorbehalten, Missbrauch wurde mit dem Tode bestraft.
 
龍 / 龙
lóng (Drache)
Das Schriftzeichen für den Drachen hat in seiner Kurzform (龙) Einiges an seiner Mächtigkeit verloren.

Wie aber kam es zu der besonderen kaiserlichen Wertschätzung eines Fabeltiers?

Weil der legendäre Gelbe Kaiser (黄帝 Huángdì) eine Schlange als Totemzeichen hatte und bei der Unterwerfung anderer Völker deren Insignien integrierte, sei schließlich dieses Mischwesen herausgekommen. Die Chinesen bezeichnen sich noch heute oft als Nachfahren des Drachen.

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