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05. September 2012

Weisheiten der Philosophen mit Sprichwortcharakter


Zǐ, das Schriftzeichen für den Meister Konfuzius

Mit den beiden Zeichen „Der Meister sprach …“ (子曰:Zǐ yuē) werden die Gedanken des Konfuzius eingeleitet.

子曰:学而时习之,不亦说乎?
Zǐ yuē: „Xué ér shí xí zhī, bú yì yuè hu?
Der Meister sprach: „Lernen und es von Zeit zu Zeit anzuwenden, ist das nicht eine Freude?“
 
Dem Lernen wird bei Konfuzius eine hohe Priorität eingeräumt. Es ist das Mittel den Edlen zu formen. Das erste Wort des Lùnyu ist demzufolge „Lernen“. Das einflussreichste Werk der ostasiatischen Geistesgeschichte beginnt mit einer einfachen Feststellung, nicht mit Spekulationen über erste Ursachen der Welt oder höchste Prinzipien.

学而不思则罔,思而不学则殆。
Zǐ yuē: „Xué ér bù sī zé wǎng, sī ér bù xué zé dài.
Lernen und ohne zu denken ist umsonst. Denken ohne zu lernen ist gefährlich.
 
„„Ich habe einst den ganzen Tag nachgedacht, und doch reichte es nicht an das heran, was man in kurzer Zeit lernt; Ich habe mich einst auf die Zehenspitzen gestellt, um Ausschau zu halten, und doch war mein Blickfeld nicht so weit, wie wenn ich auf eine Anhöhe gestiegen wäre ... Xunzi 1.3 zitiert nach Schleichert, S. 30“
Gedankenloses Nachbeten oder Übernehmen nützt nichts, aber für geradezu gefährlich erklärt Konfuzius hier den Versuch, allein und ohne den „Blick zurück“ Lösungen für offene Fragen finden zu wollen.)

有朋自遠方來,不亦樂乎?
Yǒu péng zì yuǎn fāng lái, bù yì lè hū?
Wenn ein Freund von weit her kommt, ist das nicht auch eine Freude?
(Zweiter Satz der Analekten des Konfuzius)

敬鬼神而远之。
Jìng guǐ shén ér yuǎn zhī.
Achte die Geister und halte dich fern von ihnen.
 
Antwort des Konfuzius, ob man Geister verehren dürfe. Konfuzius prägte ein neues Denken, eine Abkehr von der Konzentration auf Geister, Dämonen und Götter und die Hinwendung zum Menschen.
XI,12. Zilu fragte, wie man Geistern dienen solle. Konfuzius antwortete: „Wer nicht den Menschen zu dienen versteht, wie kann der den Geistern dienen?“ Dann fragte Zi-lu nach dem Tode, und der Meister gab zur Antwort: „Wer noch nicht das Leben kennt, wie will der wohl den Tod begreifen?“

三人行必有我师。
Sān rén xíng bì yǒu wǒ shī.
Unter drei Menschen gibt es bestimmt einen, von dem ich etwas lernen kann.
(101. Lunyu 7.22 (Kapitel Shu Er)
 
Konfuzius sprach: „Wenn ich mit drei Menschen zusammen wandere, kann immer einer von ihnen mein Lehrer sein: Denn was ich Gutes an ihm erkenne, wähle ich für mich aus, und was ich an ihm nicht gut finde, das ändere ich.”)

父母在,不远游。
Fù mǔ zài, bù yuǎn yóu.
Solange Vater und Mutter am Leben sind, sollst du nicht in die Ferne reisen.
(178. Lunyu 4.19 (Kapitel Li Ren)
 
Konfuzius sprach: „So lange Vater und Mutter auf der Welt sind, solltest Du nicht in die Ferne reisen - tust Du es dennoch, so gib’ wenigstens Dein Reiseziel bekannt.”)

老子
Lǎozǐ, das Schriftzeichen für den Alten Meister Laotse

Die angeblichen Gedanken des Philosophen Laotse finden sich im Büchlein Tao Te King (道德经 Dàodéjīng; Klassiker vom Weg und der Tugend):

三十辐共一毂,
当其无有车之用。

Sān shí fú, gòng yī gǔ, dāng qí wú, yǒu chē zhī yòng.
Der Speichen dreimal zehn
Auf einer Nabe stehn.
Eben dort, wo sie nicht sind,
Ist des Wagens Brauchbarkeit.

„Lange bevor Leonardo da Vinci das Prinzip der beabsichtigten unvollständigen Arbeit anwandte, etablierte sich in Japan die Zen-Philosophie. Eines der fundamentalen ästhetischen Themen widerspiegelt sich in dem der Leere: leere Flächen in Bildern, Stillepausen in der Musik, das Stillsitzen und starre Blicken auf eine leere Wand. Leere, Untätigkeit und Ruhe werden von Zen-Künstlern als Zeichen des unerschöpflichen Geistes und als Essenz kreativer Energie angesehen. …

Die Magie, die sich hinter dem sowohl einschneidenden, als auch bleibenden Einfluss der Kunst der unfertigen Idee verbirgt, verstand auch Laotse vor mehr als 2.500 Jahren:
‚Dreißig Speichen umgeben eine Nabe:
in ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.‘
Aus dem Buch „In Pursuit of Elegance: Why the Best Ideas Have Something Missing” von Matthew E. May, 2009)


鸡犬之声相闻,老死不相往来。
Jī quǎn zhī shēng xiāng wén, lǎo sǐ bù xiāng wǎng lái.
Man hört die Hühner und Hunde, aber man wird alt und trifft sich nicht.
(Zitat aus dem Taoteking (道德经 Dàodéjīng):

80. Selbständigkeit
„Mag das Land klein sein und wenig Leute haben.
Laß es zehnerlei oder hunderterlei Geräte haben,
ohne sie zu gebrauchen.
Laß die Leute den Tod wichtignehmen
und nicht in die Ferne schweifen.
Ob auch Schiffe und Wagen vorhanden wären,
sei niemand, der darin fahre.
Ob auch Wehr und Waffen da wären,
sei niemand, der sie entfalte.
Laß die Leute wieder Knoten aus Stricken knüpfen
und sie gebrauchen statt der Schrift.
Mach' süß ihre Speise
und schön ihre Kleidung,
friedlich ihre Wohnung
und fröhlich ihre Sitten.
Nachbarländer mögen in Sehweite liegen,
daß man den Ruf der Hähne und Hunde gegenseitig hören kann:
Und doch sollten die Leute im höchsten Alter sterben,
ohne hin und her gereist zu sein.“)

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