• Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
    Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
  • Schwerpunkt Korea
    Schwerpunkt Korea
  • Schwerpunkt China
    Schwerpunkt China
  • Schwerpunkt Japan
    Schwerpunkt Japan

Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

_______________________

pdf» Information in English (pdf)
pdf» Partner Universities (pdf)

18. Januar 2011

Latinitas Sinica

Centre for Latin studies opens in Beijing

Latinitas Sinica” (Centre for Latin Language and Culture in China; 拉丁语言文化中心 Lādīng Yǔyán Wénhuà Zhōngxīn) is the name of a study centre established at the prestigious Beijing Foreign Studies University (BFSU; 北京外国语大学 Běijīng Wàiguóyǔ Dàxué), the Chinese university specialized in foreign languages and cultures and officially opened on June 15th, 2012.

拉丁语 + 中国 Lādīngyǔ + Zhōngguó (Latein + China)

The reason why the Sinology Center has a particular interest in Latin is due to the historical fact that much of the Western material about China, at least until the end of 18th century, was written in Latin. For this it was necessary to have students and scholars specialized in, or at least familiar with, this language. So, since 2006, every year one or two students from the Sinology Center went to Rome to study Latin.
(Latinitas Sinica)

Latinitas: A - B - C - D - EFG - H - IL - M - NO - P - QR - ST - UV

Quidquid latine dictum sit, altum sonatur.

不管说什么,拉丁语都让人感觉深奥.
Bùguǎn shuō shénme, Lādīngyǔ dōu ràng rén gǎnjué shēn'ào.

英文: Anything said in Latin sounds profound.
法文: Quoi que l'on dise en Latin, ça sonne profound.
德文: Was auch immer auf Lateinisch gesagt wird, klingt anspruchsvoll.

Salvete discipuli!

An der Pekinger Fremdsprachenuniversität wurde 2012 unter dem Namen "Latinitas Sinica" das erste Lateinische Studienzentrum in China gegründet. 2014 veröffentlichte die Commercial Press eine Lateingrammatik für chinesische Studierende:
"拉丁语基础教程 Lādīngyǔ Jīchǔ Jiàochéng, Lingua Latina ad Sinenses Discipulos Accomodata"

2007 erschien in der chinesischen Wochenzeitung Nánfāng Zhōumò (Southern Weekly, 南方周末) ein Interview mit dem bekannten Autor Professor Dr. Liúxiǎofēng (刘小枫), der den chinesischen Lesern Verständnis für theologisches Denken und für die klassischen Sprachen Europas eröffnen will:

„Die Sinologieabteilungen der westlichen Universitäten sind so strukturiert, dass auch Studenten, die sich mit moderner chinesischer Literatur befassen, klassisches Chinesisch können müssen. Aber an unseren Universitäten in China ist es anders: Wer von den Studenten, die sich mit englischer, französischer, deutscher Literatur beschäftigen, hat klassisches Latein gelernt? Die Basis von Universitätserziehung ist Bildung, aber heute ist das alles zur bloßen Aneignung von technologischem Wissen geworden ...

Obwohl schon der Kaiser Kāngxī ([康熙] 1654–1722) von ausländischen Missionaren etwas Latein gelernt hat, hat sich das Studium der alten europäischen Sprachen in China bis heute nicht gut entwickelt.“
(Leo Leeb in China heute, 2007, Nr. 4-5, S. 131f.)

Die Konfuziuswelt ist nicht genug.

Der Pekinger Philosophie-Historiker Liu Xiaofeng (刘小枫), Professor an der Universität des Chinesischen Volkes (中国人民大学 Zhōngguó Rénmín Dàxué), fordert in einem Diskussionspapier, in China müsse das Abendland besser verstanden werden, und um das zu erreichen, müsse Latein und Altgriechisch gelernt werden. (In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 20. Januar 2010 heißt es zum gleichen Thema: „Die Konfuziuswelt ist nicht genug“).

Lius Argument ist: Solange China den Westen immer noch nicht verstehe, werde es auch nicht begreifen können, was ihm selbst seit dem ersten Zusammenstoß mit europäischen Mächten im 19. Jahrhundert passiert sei. Die die klassische Antike gehöre unbedingt zum Westen und müsse studiert werden, um diesen erkennen zu können.

In den Vereinigten Staaten sind einige klassische Autoren seit langem Bestandteil von Kursen zur „Western Civilization” („From Plato to NATO”). Diese werden allerdings in Übersetzung gelesen. Dagegen setzt Liu auf die Originale, die er beim Studium in Basel kennenlernte.

Lius Diskussionspapier kritisiert an chinesischen Hochschulen ihre technisch-pragmatische Ausrichtung: Bald würden nur noch „Angestellte auf hohem Niveau” ausgebildet. Er schlägt vor, für alle Studierenden der geisteswissenschaftlichen Fächer eine Grundbildung über die chinesische und europäische Antike verbindlich zu machen. Jeder Student solle sich mit fünf ausgewählten chinesischen und fünf europäischen Büchern befassen: Odyssee (ἡ Ὀδύσσεια - hē Odýsseia), Plátōn (Πλάτων) und Xenophōn (Ξενοφῶν) stehen da neben Zhuāngzǐ (莊子), Konfuzius (孔夫子) und den Frühlings- und Herbstannalen (春秋  Chūnqiū).

Um dieses Programm zu realisieren, bedürfe es einer Menge gut ausgebildeter Dozenten. Deshalb fordert Liu mehr Kurse für Latein und später auch Altgriechisch. Bis jetzt gibt es nur an wenigen Hochschulen Latein-Seminare, neben der Sun-Yat-sen Universität (中山大学 Zhōngshān Dàxué) vor allem an der renommierten Peking-Universität (北京大学  Běijīng Dàxué). Jeder Kurs zieht im Jahr etwa dreißig bis vierzig Studenten an.

Diese Antike-Studien (古典学Gǔdiǎnxué) kümmern sich allerdings nicht um die ägyptische, indische oder mesopotamische Antike, sondern um jenen vom Westen verursachten Kulturschock, den China im 19. Jahrhundert erfuhr.

Liu merkt noch an, dass in Deutschland das Interesse an den alten Sprachen nachlasse. Aber das brauche nicht weiter zu beunruhigen. Notfalls werde die europäische Antike in China bewahrt. Er weist noch darauf hin, dass der Aufstieg der Klassischen Studien in den westeuropäischen Staaten eng mit der Formierung neuer Eliten verknüpft war. Im 18. Jahrhundert blickten Intellektuelle in Europa wie Voltaire sehr genau auf China. Doch nach dem Opiumkrieg (1839 - 1842), der die Schwäche Chinas offengelegt hatte, sank dessen Prestige und die Intellektuellen orientierten sich an der klassischen Antike.
(Uwe Walter: Westliche Antike in China – ein provozierendes Projekt)

Warum lernen so wenige Chinesen Latein?

各位觉得为什么在中国学拉丁语的这么少?
Warum, denken Sie, lernen so wenige Chinese Latein?

觉得拉丁语太难了: (15 %)
Latein wird als zu schwer empfunden: (15 %)

不了解拉丁语: (33 %)
Latein ist nicht bekannt: (33 %)

觉得学了没用: (71 %)
Latein wird als nutzlos berachtet: (71 %)

拉丁语听起来不如其他语言好听: (0 %)
Latein klingt angeblich nicht so schön wie andere Sprachen: (0 %)

讨厌西方/外国/古罗马文化: (1 %)
Abneigung gegen westliche / ausländische / römische Kultur: (1 %)

学英语已经力不从心: (23 %)
Schon für Englisch reicht der Eifer nicht: (23 %)

Latinitas: A - B - C - D - EFG - H - IL - M - NO - P - QR - ST - UV

Über uns

Den Kern des Instituts bilden 15 ständige Mitarbeiter. weiterlesen ...

Studium

Das Studium schließt nach acht Semestern mit dem Bachelor of Science ab. weiterlesen ...

Publikationen

Veröffentlichungen und Forschungsbeiträge aus dem Institut  weiterlesen ...

Wort des Tages

Aktuelle chinesische oder japanische Begriffe weiterlesen...

Ostasienlexikon

Schlüsselwörter aus China, Japan, Korea, Mongolei, Hongkong, Macau und Taiwan weiterlesen...

Sprichwörter

„Es gibt da ein chinesisches Sprichwort …“ – Wer kennt sie nicht, diese Einleitung? weiterlesen...