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16. Dezember 2010

Benkeis Schwachpunkt

弁慶の泣き所 Benkei no nakidokoro (der Ort an dem Benkei weinte)
 

Musashibō Benkei (武蔵坊弁慶, 1155 - 1189) ist eine legendäre Persönlichkeit der japanischen Mythologie. Nicht weniger als drei Jahre soll die Schwangerschaft seiner Mutter gedauert haben, und als er schließlich zur Welt kam, soll er schon lange Haare und all seine Zähne gehabt haben. Aufgewachsen ist er in einem Tempel, wo er aufgrund seiner Streiche den Spitznamen ‚Dämonenkind’ (鬼若丸oniwaka-maru) erhielt. Mit seiner Körpergröße war er ein höchst ungewöhnlicher Mönch, und er soll die Kraft von Dutzenden Männern gehabt haben.

Eines Tages befiel ihn jedoch der Drang, den trübseligen Mönchen von Mii-dera (三井) einen Streich zu spielen. Nachts stahl er die berühmte Bronzeglocke des Klosters und trug sie ins Gebirge. Von dort aus wollte er die Mönche damit wecken. Er stellte die Glocke auf den Boden und schlug mit einem jungen Baum dagegen. Der Klang war jedoch kläglich. Vor Zorn trat Benkei mit dem Fuß gegen die Glocke, sodass sie unter großem Getöse ins Tal rollte. Die empörten Mönche verlangten, dass er die Glocke zurückbrachte und für einen Kessel voll Bohnen war Benkei auch dazu bereit.

Benkeis Schwachpunkt

Später beschäftigte Benkei sich in Kyōto (京都) damit, jedem, der die Gojo-Brücke (五条大橋) passieren wollte, das Schwert abzunehmen, denn er hatte sich geschworen, mit dem Erlös aus dem Verkauf von tausend Schwertern einen Tempel wiederaufzubauen. Eines Nachts, als er das tausendste Schwert erwartete, hörte er den Klang einer Flöte und sah, wie sich ihm unbekümmert vor sich hin schlendernd ein Junge näherte. Benkei fiel sofort das Schwert auf, dessen lackierte Scheide im Mondschein schimmerte. „Das ist genau das, was ich brauche, um meine Sammlung zu vollenden“, murmelte er, machte einen gewaltigen Satz und brüllte: „Bürschchen, gib mir dein Schwert, und ich lasse dich gehen!“

Der Junge beendete sein Flötenspiel und richtete schließlich den Blick auf die Gestalt, die im Mondschein vor ihm aufragte. „Ach, Ihr seid es, der Schwertdieb. — Ihr müsst verrückt sein, wenn Ihr glaubt, dass ich Euch mein Schwert gebe. Ihr solltet lieber schlafen gehen“, antwortete er.

Benkei blieb vor Verblüffung der Mund offen. Wütend darüber, dass er nicht ernst genommen wurde, stieß er mit seiner Hellebarde zu. Doch der Junge wich dem Stoß elegant aus. Immer wieder versuchte Benkei, ihn zu treffen, aber dieser hielt ihn regelrecht zum Narren. Es war der junge Minamoto (源), der von Benkei gehört hatte und sich mit ihm messen wollte. Der Kampf ging über einige Stunden und Benkei verausgabte sich völlig, während der Jüngling nicht einmal Schweiß auf der Stirn hatte.

Schließlich stieß Benkei versehentlich sein Langschwert so tief in das Holz eines Brückenpfeilers, dass es steckenblieb. Halb besinnungslos vor Zorn versuchte er, die Waffe freizubekommen, als der Jüngling sagte „Es reicht“ und das Schwert zog. „Ihr benötigt offenbar wirklich eine Lektion.“

Der Kampf war rasch beendet. Der Riese sank verwundet auf die Knie und erwartete den Gnadenstoß. „Ich bitte nur um eines“, keuchte er, „sagt mir Euren Namen, junger Herr!“

„Ich bin Minamoto-no-Yoshitsune“ (源義経), erwiderte der Jüngling und reichte ihm die Hand.

„Lasst mich den Rest meiner Tage an Eurer Seite verbringen!“ rief Benkei, indem er sich zu Boden warf. Von jenem Tage an waren die Namen der beiden Kämpfer eng miteinander verbunden. Benkeis Schwachpunkt wird als Synonym für eine  Achillesferse verwendet.

Der Schlagbaum von Ataka

Im Süden von Kanazawa (金沢) war einst der Schlagbaum von Ataka (安宅), der wohl bekannteste unter den alten Zollstationen. Hier gelang Yoshitsune und Benkei 1187 mit Hilfe einer List die Flucht. Dieses Ereignis wurde in populären Theaterstücken verarbeitet. Yoshitsune hatte sich auf Benkeis Anraten als Träger verkleidet, und vor den Augen der Grenzposten schlug Benkei ihn, da er zu langsam sei. So zerstreute er jeden Verdacht, denn dass einer seinen Herrn schlug, war einfach undenkbar.

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