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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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03. Dezember 2012

Ba Jin

巴金 Bā Jīn (Pseudonym)
李堯棠 Lǐ Yáotáng (eigentlicher Name)
李芾甘 Lǐ Fèigān
1904 - 2005

„Der chinesische Schriftsteller Bā Jīn ist im Alter von fast 101 Jahren in Schanghai verstorben. Bā Jīn war nicht nur als Autor vieler Romane und Essays, sondern auch als Intellektueller und Rebell, Identifikationsfigur von Generationen.

Als Lǐ Fèigān, so der bürgerliche Name des Autors, am 25. November 1904 in Chengdu, Hauptstadt der Provinz Sichuan im heißen Südwesten Chinas, geboren wird, ist China noch ein degenerierendes Kaiserreich mit strengen konfuzianischen Hierarchien. Das Kind wird in eine Großgrundbesitzerfamilie hineingeboren, die ‚fünf Generationen unter einem Dach‘ vereint. Bā Jīns erster Roman ‚Die Familie‘ ([家 Jiā] 1931) schildert den Verfall einer solchen Familie: Das Aufbegehren einer jungen Generation gegen scheinbar unumstößliche Regeln der Unterordnung, das Zerbrechen derjenigen, die den Ausbruch nicht schaffen, die Verlockungen einer neuen Zeit wie Bildung, auch für Frauen, die Entdeckung des Individuums. …

Bā Jīn wirkte außerdem als Redakteur und Übersetzer französischer Literatur - Folge seines Frankreichaufenthalts 1927-28. Nach Gründung der Volksrepublik passte sich Bā Jīn, damals anscheinend nicht ganz gegen seine Überzeugung, dem propagandistischen Kulturverständnis an. Er rief zur Teilnahme am Koreakrieg auf und interpretierte sein literarisches Pseudonym, bei dem ursprünglich Bā für Bakunin und Jīn für Kropotkin stand, neu, und schwor damit seinen früheren anarchistischen Tendenzen ab.

Trotz dieser Annäherung an die Kulturbürokratie, die sich auch in Positionen und Ämtern niederschlug, geriet er immer wieder in Konflikt mit der vorherrschenden politischen Strömung. Als 1966 die Kulturrevolution das ganze Land ins Chaos stürzte, gehörten auch Bā Jīn seine Frau Xiao Shan und seine Kinder zu den Verfolgten. Die Demütigungen, die Schläge und erzwungenen Selbstkritiken, die Inhaftierung als ‚Rinderteufel und Schlangengeist‘, dem jegliche Menschenwürde aberkannt wurde, beschrieb der Autor nach dem Ende der Kulturrevolution in Essays, die zunächst nur in einer Hongkonger Tageszeitung erscheinen konnten.“
 (Sabine Peschel in der Berliner Zeitung vom 19. Oktober 2005: Rinderteufel, Schlangengeist)

Bā Jīn war der Lieblingsautor der chinesischen Studenten bis in die 1950er Jahre hinein, weil er ihre Gefühle zum Ausdruck brachte Allerdings war er auch ein Vielschreiber, der, wie er selber eingestand, manche Zeile nur schrieb, um die Honorarsumme hochzutreiben.

 

Er hat sich zeitlebens erfolglos gegen die Behauptung gewehrt, sein Pseudonym stamme aus der Zusammensetzung der Namen der russischen Anarchisten Bakunin (巴枯宁 Bākūníng) und Kropotkin (克鲁泡特金 Kèlǔpàotèjīn). Aber er hat immerhin deren Werke ins Chinesische übersetzt.
 
Seinen bekanntesten Roman „Die Familie“ (家 Jiā) schrieb Bā Jīn um 1931. Darin erzählt er die Geschichte der feudalen Großfamilie Gāo (高) im China der 1920er Jahre, welche unter dem Regiment eines Greises leidet, der alles im alten Trott hält. Dazu gehören auch gebundene Mädchenfüße und Zwangshochzeiten. Doch die Studentenrebellion vom 4. Mai 1919 leitet einen radikalen Umbruch im Hause Gao ein, an dem drei der vier weiblichen Hauptpersonen zugrunde gehen.
 
Am 18. Oktober 2005 hieß es in einem Nachruf des Nachrichtenmagazins Spiegel:
 
„Im Pekinger Literaturmuseum sind die Bronzegriffe des Eingangs nach seinem Handabdruck gegossen. So begrüßt Bā Jīn all jene persönlich, die in das Reich der chinesischen Literatur eintreten.“
(http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,380380,00.html)

Zur Eröffnung dieses Museums im Mai 2000 schrieb Jonny Erling in der Welt:

„Der heute in Shanghai lebende 96-jährige Erzähler, oft als Gorki Chinas bezeichnet und für seine Zivilcourage bekannt, hat sich den Abdruck 1998 vom Vizedirektor des Museums für moderne Literatur, Shu Yi, abnehmen lassen. Es ist eines der beiden Symbole für das neue, gestern in Peking eröffnete Museum geworden. ‚Bā Jīn begrüßt damit nicht nur jeden, der hier hineinkommt. Er hält auch seine Hand schützend über das Projekt‘, sagt Shū Yi [舒], dessen Vater, der Pekinger Romancier Lǎo Shě [老舍], während der Kulturrevolution 1966 in den Selbstmord getrieben wurde.“
(Jonny Erling in der Welt: Für jeden Besucher einen Handschlag des berühmten Ba Jin)
 
chinesische Schriftsteller
Ba Jin 巴金 - Bo Yang 柏楊 Cao Yu 曹禺 – Gao Xingjian 高行健 - Guo Moruo 郭沫若 - Lao She 老舍- Lin Yutang 林語堂- Liu Xiaobo 刘晓波 - Lu Xun 鲁迅 - Mao Dun 茅盾- Mo Yan 莫言 - Qian Zhongshu  錢鍾書

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