Dorno-Gobi

Дорноговь Dornogobi (Ostgobi)

Дорноговь Аймаг Dorno-Gobi-Aimag
109.400 km²
54 Tausend Einwohner
0,5 Einwohner pro km²
Hauptstadt: Sainschand (Сайншанд)

dornogobi

„Fährt man von Peking mit dem Zug in die Mongolei, passiert man bei Ereenchot / Zamyn Üüd die chinesisch-mongolische Grenze. Ist die mongolische Grenzabfertigung bewältigt - in der Regel in der Nacht - beginnt ab Zamyn Üüd die etwa zwölfstündige Fahrt nach Ulan Bator. Der größte Teil der Strecke führt durch Wüstensteppe und Steppe, nur ab und zu lockern vereinzelte Bergketten oder Hügel das Bild auf, beleben Jurten, Kamele. Ziegen und Schafe die Landschaft. Der Eindruck von endloser Weite ist typisch für den Dornogow Aimag, die Ostgobi.
(Marion Wisotzki, Erna Kappeli, Ernst von Waldenfels: Mongolei. Berlin: Trescher, 2008. ISBN 978-3-89794-117-5)

Diese mongolische Provinz besteht überwiegend aus trockenem Hochland, in dem Dürren und Sandstürme die menschliche Besiedlung erschweren.

Das Gebiet ist aber reich an Bodenschätzen, Kohle, möglicherweise auch Erdöl.

 Үлэг гүрвэл
uleg gürwel
Dinosaurier
Сайншанд
ᠰᠠᠶᠢᠩᠰᠠᠩᠳᠠ
Sainschand

Die Gegend ist bekannt für seine fossilen Funde. Nicht verwunderlich, dass sie einen Dinosaurier als Wappentier hat. Liebhaber von Versteinerungen und Fossilien suchen gezielt die Fundstätten im Südwesten des Aimags auf.

Etwa 120 Kilometer südwestlich von Sainshand, im südlichen Teil des Mandach-Sums, liegt ein Geröllfeld, das aussieht wie so viele in der Mongolei. Kenner aber sehen sofort, daß es sich nicht um einfache Steinbrocken oder gewöhnlichen Hangschutt handelt, sondern um Fossilien, versteinerte Baumstämme und Äste aus der Jura-Zeit. Maserung und Jahresringe sind teilweise gut zu erkennen.“
(Wisotzki, Kappeli, von Waldenfels: Mongolei. Berlin: Trescher, 2008. ISBN 978-3-89794-117-5)


Bahnhof von Sainschand
(Foto: Wikimedia)

Sainschand liegt in der östlichen Gobi, als Haltepunkt an der Transmongolischen Eisenbahn.
Von den rund 54.000 Einwohnern leben über ein Drittel in der Provinzhauptstadt. In dem am dünnsten besiedelten Kreis leben auf 12.700 Quadratkilometer lediglich 1.650 Personen.

Хамрын хийд
Chamariin Chiid

Дулдуйтын Данзанравжаа
Dulduityn Danzanravjaa

Knapp 40 Kilometer südlich von Sainschand liegt die Klosteranlage von Chamariin Chiid. Das buddhistische „Nasenkloster“ liegt mitten in der Wüste Gegründet wurde das Kloster von Dulduityn Danzanravjaa.

Das 1820 erbaute Kloster beherbergte neben Tempeln, einer Bibliothek und einem Museum das erste Theater der Mongolei. Danzanravjaa hatte es sich zum Ziel gemacht gegen die rigide Klassengesellschaft seiner Zeit zu kämpfen.  Er propagierte Werte wie Toleranz und Respekt vor den nationalen Traditionen.

Um die Bildung zu fördern, eröffnete er unter dem Namen „Tempel der Kinder" eine Schule für Jungen und Mädchen, was es bis dahin in der Mongolei nicht gegeben hatte.

Dulduityn Danzanravjaa (1803 - 1856) wurde als Sohn einer armen Hirtenfamilie geboren wurde. Noch als Kleinkind verlor er seine Mutter. Sein Vater gab ihn wenige Jahre später in die Obhut eines Klosters. Bereits als Novize verfasste er Gedichte und Lieder, von denen einige noch heute populär sind.

Im Alter von acht Jahren erkannte man in ihm die Reinkarnation eines hohen Geistlichen. Nach seiner Weihe gründete er mehrere Klöster, eine Schule für begabte Kinder und förderte die Teilnahme von Frauen am religiösen Leben.

Da er dem Rotmützen-Orden angehörte, unterlag er nicht den strengen Regeln wie die Mönche des Gelbmützen-Ordens. So war er verheiratet und konnte neben seinen Aufgaben als geistiges Oberhaupt der Region sein künstlerisches Schaffen fortzusetzen. Er führte ein recht weltliches Leben, was ihm Beinamen „Trinker der Gobi" einbrachte. Er selbst bezeichnete sich als Säufer (sochtachu).

Er schrieb das beliebte Theaterstück „Das Leben des Mondkuckuck"’ (Saran Chöchöö), eine Geschichte von Liebe, Verrat, Zauberkünsten und buddhistischen Belehrungen.
(Foto: Wikipedia)

 

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