Garten der vielen Ansichten

多景园
Duōjǐngyuán
(viel + Ansicht + Garten)

Duōjǐngyuán, wieviele Mannheimer können diesen Namen korrekt aussprechen? Hätte man da nicht einen leichter aussprechbaren Namen für das Teehaus wählen können? - Nein, konnte man nicht, denn der poetische Name wurde von den chinesischen Partnern ausgewählt.

  TeehausLuisenpark

Teehaus im Winter
(Foto: Wikimedia)

Im Mannheimer Luisenpark steht das größte chinesische Teehaus Europas. Es wurde 2001 in Zusammenarbeit mit Mannheims chinesischer Partnerstadt Zhènjiāng (镇江), einer Millionenstadt am Unterlauf des Jangtse, und unter tatkräftiger Mitwirkung von Mitarbeitern des Ostasieninstituts fertiggestellt. Vor allem der OAI-Mitarbeiter Herr Dai Yi (戴毅) beteiligte sich maßgeblich bei dem Projekt und agierte als Übersetzer, Bindeglied und Vermittler. Neben bereits veröffentlichen Fakten und Berichten, kann er viel zum Hintergrund des ganzen Projekts berichten. Seine Aufgabe war es vor allem, Kompromisse vorzustellen, die beide Seiten bei den Planungen eingehen mussten. Dies war wegen der unterschiedlichen Bauregelwerke der Länder erforderlich. So wurde zum Beispiel statt einer herkömmlichen Heizung, die in den Räumen des Teehauses die Ästhetik zerstört hätte, eine Fußbodenheizung eingerichtet und statt einfachen Fenstern, die man in China üblicherweise verwendet, wurden doppelverglaste Fenster eingesetzt.

Für den Bau des Teehauses reiste eine in ganz China bekannte Gruppe von Bauarbeitern an, die nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit für die Errichtung von chinesischen Bauwerken eingesetzt wird. In Mannheim wurden gleichzeitig maximal 20 Arbeiter eingesetzt, jeder zuständig für eine spezielle Aufgabe. Sobald dieser seinen Teil der Arbeit fertig stellte, reiste er zurück und ein anderer Arbeiter konnte für den nächsten Schritt aus China anreisen und eingesetzt werden. Alle waren untergebracht in einem Wohnheim, wo ein mitangereister chinesischer Koch für die Verpflegung sorgte.

Die Materialien, die zum Bau des Gebäudes benötigt wurden, stammen überwiegend aus China und wurden dort vor dem Export nach Deutschland vorbereitet. So konnten traditionelle Bearbeitung und gute Qualität der Materialien sichergestellt werden. Dies sollte sich rentieren, denn der erste Winter nach Eröffnung stellte sich als harte Probe heraus, welche das Teehaus aber ohne Makel überstand.

Der gesamte Luisenpark profitiert durch hohe Besucherzahlen von dem chinesischen Garten und auch die Partnerstadt Zhènjiāng ist sehr stolz auf das gemeinsame Werk.

(Text: Celine Blettner, 16. 03. 2017)

 

Ein kleines Stück China – mitten in Mannheim!

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