Der Traum der gelben Hirse

黃粱美夢 Huángliáng měimèng (gelb + Hirse + schön + Traum)
 
Vor langer Zeit lebte in China ein Gelehrter namens Lú (盧), der sein Ziel, die Beamtenprüfung zu bestehen, nicht erreichte und schrecklich frustriert war. Eines Tages beschloss er, sein Glück erneut zu versuchen und machte sich auf den Weg in die Hauptstadt. Unterwegs quartierte er sich in einem Gasthaus. Hier traf er auf einen alten Mann, den er nicht als den Unsterblichen Lǚ Dòngbīn (呂洞賓) erkannte, bei dem er sich aber beklagte und um Rat bat. Lǚ Dòngbīn gab ihm daraufhin ein Kissen und sagte lächelnd: „Schlaf auf dem Kissen und alle deine Wünsche werden in Erfüllung gehen!“

Lú legte seinen Kopf auf das Kissen und schlief im Nu ein, während der Wirt einen Topf mit Hirse auf den Herd setzte. Lú träumte, dass ihn ein einflussreicher Mann anbot seine hübsche Tochter zu heiraten. Außerdem bestand er die Prüfung und er wurde jedes Jahr befördert. Bis er am Ende Premierminister war. Um das Glück vollkommen zu machen, bestanden alle seine fünf Söhne die Prüfungen und wurden hohe Beamte.

Dieser Erfolg rief jedoch die Neider auf den Plan, Lú wurde zu Unrecht verschiedener Verbrechen beschuldigt und degradiert. Seine Frau sagte sich von ihm los und seine Kinder wurden von Banditen getötet. Am Ende starb er völlig verarmt auf der Straße.

Doch dann wachte er auf: Lǚ Dòngbīn stand noch immer lächelnd neben seinem Bett, der Wirt kochte noch immer die Hirse. Alles war nur ein Traum gewesen, mit dem ihm Lǚ Dòngbīn vorführte, wie das ganze Leben nur ein kurzer Traum sei.
 

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Ostasienlexikon
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