Vierundzwanzig Dynastiegeschichten

二十四史 Èrshísì Shǐ (zwei + zehn + vier + Geschichte)
Die Bezeichnung stammt aus dem Jahr 1775, dem 40. Regierungsjahr des Qiánlóng-Kaisers (乾隆). Damals wurde die letzte Chronik, die „Geschichte der Ming-Dynastie“ (《明史》 Míng Shǐ), überarbeitet und eine Gesamtausgabe herausgegeben.

In allen Dynastiegeschichten ist es die Unfähigkeit und Verworfenheit des letzten Herrschers der Vorgängerdynastie, die diesen der Macht verlustig gehen lässt und den Weg für einen weisen Herrscher bereitet, der mit dem Sturz seines Vorgängers die Macht übernimmt und eine eigene Dynastie begründet. Ein negatives Urteil findet sich auch über Kaiserinnen, kaiserliche Witwen oder anderen Frauen am Hofe, die im Hintergrund Macht auszuüben schienen.

Grundlage der chinesischen Geschichtsschreibung wurde der von Konfuzius geschaffene und von Sīmǎ Qiān (司馬遷, 145 - 90) übernommene Kritizismus, der alles Unwürdige hinauswarf. Eine Tat verdiente entweder Lob oder Tadel; über alles Übrige zu reden, lohnte sich nicht.
 
 
Die 24 Dynastiegeschichten sind die grundlegenden Werke der offiziellen chinesischen Geschichtsschreibung. Es handelt sich dabei um einen Chronikenzyklus, der vom 2. Jahrhundert v. u. Z. bis zum 18. Jahrhundert zusammengestellt wurde und in 3.249 Bänden 4.000 Jahre der chinesischen Geschichte beschreiben.